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Apple: 20 Prozent Marktanteil trotz Markteinbruch

Milan Jovicic by Milan Jovicic
13. Juli 2026 - 21:02 CEST
in Apple News
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iPhone 17 Pro Apple

Bild: Shutterstock / Zalfar

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Der weltweite Smartphone-Markt ist im zweiten Quartal 2026 auf das schwächste Niveau seit 13 Jahren gefallen. Apple hat in genau diesem Umfeld einen Rekordanteil von 20 Prozent erreicht – und war der einzige große Hersteller, der die Preise nicht angehoben hat. Der Grund für beides ist derselbe: die Speicherkrise.

Die Marktforscher von Counterpoint Research haben ihre Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt, und sie fallen ungewöhnlich zweigeteilt aus. Der Gesamtmarkt schrumpfte um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und landete damit auf dem niedrigsten Zweitquartalswert seit 2013. Apple dagegen steigerte die iPhone-Auslieferungen um drei Prozent und kam auf einen Anteil von 20 Prozent – der höchste Wert, den der Konzern je in einem zweiten Quartal erreicht hat. An der Spitze steht dennoch wieder Samsung, nachdem Apple im ersten Quartal 2026 erstmals die Rangliste angeführt hatte.

Der schwächste Frühling seit 13 Jahren

Samsung kommt im zweiten Quartal auf 24 Prozent Marktanteil und liegt damit vier Punkte über dem Vorjahreswert. Getragen wurde der Sprung von der Galaxy-S26-Reihe, besserer Verfügbarkeit und aggressiveren Rabattaktionen. Dahinter folgen Apple, Xiaomi, OPPO und vivo.

HerstellerAnteil Q2 2026Veränderung ggü. Vorjahr
Samsung24 %+4 Prozentpunkte
Apple20 %+3 Prozentpunkte
Xiaomi12 %−2 Prozentpunkte
OPPO11 %−1 Prozentpunkt
vivo8 %−1 Prozentpunkt
Übrige Hersteller26 %−2 Prozentpunkte

Auffällig ist die Konzentration an der Spitze: Samsung und Apple gewinnen zusammen sieben Prozentpunkte hinzu, während der Anteil der übrigen Hersteller von 28 auf 26 Prozent fällt. Der Markt schrumpft also nicht gleichmäßig – er schrumpft vor allem an den Rändern.

Drei Prozent Wachstum in einem einbrechenden Markt

Apples Auslieferungen legten um drei Prozent zu, das iPhone 17 blieb das weltweit meistausgelieferte Einzelmodell. Diese Serie an Wachstumsquartalen setzt sich damit fort. Gleichzeitig meldeten die Marktforscher eine schwächere Nachfrage nach älteren iPhone-Generationen: Weil Speicherbausteine knapp sind, fließen die verfügbaren Komponenten bevorzugt in die aktuellen Modelle.

Diese Beobachtung passt zu einem Bild, das sich in den vergangenen Wochen aus mehreren Richtungen zusammengesetzt hat. Erst vor wenigen Tagen kursierte ein Bericht über deutlich gesenkte Nachfrageprognosen für das iPhone 17 – und nun steht dasselbe Modell als globaler Spitzenreiter in der Auslieferungsstatistik. Beides muss sich nicht widersprechen: Counterpoint misst, was Apple an den Handel ausliefert, nicht, was am Ende beim Kunden landet. Eine hohe Auslieferungszahl bei gleichzeitig gedämpfter Erwartung für die kommenden Monate ist genau das Muster, das eine anziehende Bremse erzeugt.

Der einzige große Hersteller ohne Preisaufschlag

Der bemerkenswerteste Satz im Bericht betrifft nicht Stückzahlen, sondern Preisschilder: Apple war der einzige große Anbieter, der im zweiten Quartal die Smartphone-Preise nicht erhöht hat. Die Konkurrenz reichte die gestiegenen Kosten für DRAM- und NAND-Speicher weiter, Apple nicht.

Für Käufer hierzulande relativiert sich diese Nachricht allerdings schnell. Apple hat die Speicherkosten sehr wohl weitergegeben – nur eben in anderen Produktkategorien. Ende Juni zog der Konzern die Preise für Macs, iPads, Apple TV, HomePod und Vision Pro an: Das 16-Zoll-MacBook-Pro kletterte von 2.999 auf 3.399 Euro, das MacBook Neo von 699 auf 799 Euro, die Vision Pro von 3.699 auf 3.999 Euro. Beim iPhone zahlst du bislang die Preise vom Herbst.

Die Trennlinie verläuft also nicht zwischen Apple und der Konkurrenz, sondern zwischen dem iPhone und dem Rest des Sortiments. Dass ausgerechnet die margenstärkste und meistverkaufte Produktlinie verschont bleibt, während Notebooks um zwölf bis sechzehn Prozent teurer werden, ist eine Entscheidung mit Kalkül – und keine Aussage darüber, dass die Kosten das iPhone nicht erreicht hätten. Wie lange die Grenze hält, ist offen: Für die iPhone-18-Generation im Herbst rechnen mehrere Berichte bereits mit höheren Preisen.

China bleibt die offene Flanke

Ein Markt fällt weiterhin aus dem Muster: In China gingen Apples Auslieferungen im Jahresvergleich zurück. Der Konzern startete zwar früh eine Rabattaktion vor dem 618-Shoppingfestival, doch die Nachlässe fielen geringer aus als im Vorjahr. Wie stark Apple in diesem Markt inzwischen an der Preisschraube dreht, zeigte sich zuletzt daran, dass Rabatte den Konzern in China auf Platz zwei hoben – ein Ergebnis, das ohne aggressive Aktionen so nicht zustande kam.

Ein Rekord, der auch die Schwäche der Konkurrenz zeigt

Zwanzig Prozent Marktanteil sind ein starker Wert, aber sie entstehen zu einem erheblichen Teil dadurch, dass andere schneller fallen. Bei einem Marktrückgang von elf Prozent reicht ein Auslieferungsplus von drei Prozent bereits für einen deutlichen Anteilsgewinn. Der Rekord misst also Widerstandsfähigkeit, nicht Boom.

Genau darin liegt jedoch der eigentliche Befund. Die Speicherknappheit, an deren Entstehung Apple nach Einschätzung aus der Zulieferbranche selbst beteiligt gewesen sein soll, trifft Hersteller mit dünnen Margen und langfristigen Lieferverträgen härter als einen Konzern, der Komponenten in großem Umfang vorab sichert und Preiserhöhungen selektiv steuern kann. Für das Gesamtjahr erwarten die Marktforscher einen Einbruch um rund 14 Prozent, und der Engpass dürfte bis 2027 anhalten. Wer diese Phase mit stabiler Verfügbarkeit übersteht, wird Anteile gewinnen – unabhängig davon, wie viele Geräte am Ende tatsächlich verkauft werden.

Apples eigene Zahlen zum Quartal kommen am 30. Juli

Das von Counterpoint untersuchte Kalenderquartal deckt sich mit Apples drittem Fiskalquartal. Die Quartalszahlen dazu legt der Konzern am 30. Juli vor – dann steht neben den Auslieferungsschätzungen der Marktforscher auch der tatsächliche iPhone-Umsatz. Wie viel von den drei Prozent Wachstum unter dem Strich ankommt und ob die stabilen iPhone-Preise die Marge gekostet haben, entscheidet sich erst dort. (Bild: Shutterstock / Zalfar)

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Milan Jovicic

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Milan hat Apfelpatient 2016 gegründet und verantwortet seit 2018 sämtliche redaktionellen Inhalte – News, Gerüchte, Anleitungen und Produkttests. Apple-Geräte sind hier kein Testmaterial für zwei Wochen, sondern Alltagswerkzeug: Vom iPhone über MacBook Pro, MacBook Air und iMac bis zur Apple Vision Pro läuft aus fast jeder Produktkategorie mindestens ein Gerät im täglichen Einsatz, viele davon jährlich erneuert. Jeder Menüpfad in einer Anleitung wird am Gerät nachgeprüft, bevor er veröffentlicht wird.

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