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Apple entging den US-Chipzöllen dank eines Deals mit Intel

by Milan
11. Juli 2026 - 14:45
in Apple News
Apple Intel

Bild: Shutterstock / William Potter

Apple blieb von den drohenden 100-Prozent-Zöllen auf importierte Halbleiter verschont – und laut einem neuen Bericht war ein Auftrag an Intel der entscheidende Schlüssel dazu. Der Zusammenhang zwischen den Zollgesprächen im Weißen Haus und der späteren Chip-Vereinbarung war bislang nicht öffentlich. Er zeigt, wie eng Apples Lieferkette inzwischen mit US-Politik verwoben ist.

Im vergangenen Sommer plante die Trump-Regierung, alle Halbleiter-Importe mit Zöllen von 100 Prozent zu belegen – ein Schritt, der Apples wichtigste Produkte spürbar verteuert hätte. Apple erwirkte am Ende eine Ausnahme, nachdem der Konzern zugesagt hatte, weitere hunderte Milliarden Dollar in den USA zu investieren. Ein Bericht des Wall Street Journal verknüpft diese Zoll-Ausnahme nun erstmals mit der inzwischen bekannt gewordenen Chip-Vereinbarung zwischen Apple und Intel. Was zunächst wie zwei getrennte Entwicklungen aussah, erweist sich dem Bericht zufolge als Teil derselben Verhandlung.

Was der Bericht enthüllt

Dem Bericht zufolge stand Tim Cook im Sommer 2025 unter Druck des Weißen Hauses, als er in Washington versuchte, die Regierung von den geplanten Halbleiter-Zöllen abzubringen. In den Gesprächen brachten demnach Präsident Trump und Handelsminister Howard Lutnick ein weiteres US-Unternehmen ins Spiel: den angeschlagenen Chiphersteller Intel. Die Zoll-Ausnahme fiel Apple letztlich zu, nachdem der Konzern zusätzliche Milliardeninvestitionen in den USA zugesagt hatte – ein Kurs, den Apple mit dem Ausbau seiner heimischen Chip-Lieferkette ohnehin bereits eingeschlagen hatte.

Knapp ein Jahr später verkündete Trump über sein Netzwerk Truth Social, dass Apple künftig Intel-Chips für einen Teil seiner Produkte nutzen werde – eine Nachricht, die Intels Aktie auf Rekordhöhen trieb. Einem mit den Verhandlungen vertrauten Insider zufolge will Apple sowohl Chips für Mac-Notebooks als auch für iPhones bei Intel fertigen lassen. Die Verbindung zwischen den damaligen Zollgesprächen und diesem Deal war bis zu dem Bericht nicht bekannt (via Wall Street Journal).

Was offiziell bestätigt ist – und was nicht

Bei aller Detailfülle bleibt eine wichtige Einschränkung: Weder Apple noch Intel haben die Chip-Vereinbarung offiziell bestätigt. Intel wollte sich zu einer „möglichen Apple-Intel-Vereinbarung“ nicht äußern, Apple beantwortete Presseanfragen nicht. Auch geht Trumps Formulierung, Apple werde die Chips gemeinsam mit Intel „entwickeln und bauen“, über das hinaus, was der Bericht deckt: Dort ist von Intel als reinem Auftragsfertiger für Apple-eigene Chip-Designs die Rede, nicht von einer gemeinsamen Entwicklung. Die Übereinkunft gilt zudem als vorläufig, ausgehandelt über mehr als zwölf Monate hinweg.

Diese Einordnung passt zum bisherigen Bild: Intel dürfte zunächst ältere und günstigere Prozessoren fertigen, während die leistungsstärksten Apple-Chips weiterhin von TSMC kommen. Apple bleibt in jedem Fall der Entwickler seiner ARM-Chips – ein Comeback der früheren Intel-Ära im Mac ist damit ausdrücklich nicht gemeint.

Was die Zoll-Ausnahme für deutsche Käufer bedeutet

Für Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die vermiedene Zoll-Erhöhung nur die halbe Geschichte. Zwar musste Apple die Preise nie wegen der Halbleiter-Zölle anheben – doch teurer wurden die Geräte 2026 trotzdem. Grund ist die weltweite Knappheit bei Speicherchips, die Apple selbst als Auslöser der jüngsten Preiserhöhungen bei Macs, iPads und der Vision Pro nennt. In Euro schlug sich das unmittelbar auf den Preisschildern nieder, während iPhone, Apple Watch und AirPods zunächst verschont blieben.

Die US-Zollpolitik und die europäischen Ladenpreise folgen damit unterschiedlichen Logiken: Der eine Kostenblock wurde politisch abgewendet, der andere kommt über den globalen Bauteilmarkt trotzdem an. Für die Kaufentscheidung im DACH-Raum zählt am Ende die Speicherkrise mehr als die abgewendeten US-Zölle.

Apple im Dienst der US-Industriepolitik

Der Vorgang zeigt, wie sehr Apple zum Instrument amerikanischer Industriepolitik geworden ist. Die Zoll-Ausnahme kam nicht allein gegen das Versprechen höherer US-Investitionen zustande, sondern offenbar auch im Paket mit der Stützung eines nationalen Sorgenkinds: Intel, an dem die US-Regierung selbst beteiligt ist. Für Washington verbindet der Deal zwei Ziele – die Rückverlagerung der Chip-Fertigung und die Rettung eines strauchelnden Vorzeige-Konzerns.

Für Apple ist der Preis dieser Ausnahme eine engere Bindung an politische Vorgaben. Wie belastbar die Intel-Fertigung technisch wird, muss sich erst zeigen; klar ist aber schon jetzt, dass Apples Lieferkettenentscheidungen zunehmend nicht nur nach Kosten und Qualität fallen, sondern auch entlang der Interessen des Weißen Hauses. (Bild: Shutterstock / William Potter)

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