So viele Emmy-Nominierungen wie nie zuvor: Apple TV geht mit 87 Nominierungen in die diesjährige Award-Saison – mehr als in jedem anderen Jahr der Unternehmensgeschichte. Angeführt wird der Rekord ausgerechnet von zwei vergleichsweise jungen Serien, während die großen Abräumer des Vorjahres diesmal gar nicht erst antreten konnten.
Die Television Academy hat die Nominierungen für die 78. Primetime Emmy Awards bekannt gegeben – und für Apple TV ist es der stärkste Auftritt seit dem Start des Dienstes. Mit 87 Nominierungen übertrifft der Streamingdienst seine bisherige Bestmarke von 79 aus dem Vorjahr deutlich. Der Erfolg reiht sich in eine über Monate gewachsene Serie von Award-Erfolgen ein: Schon bei den Gotham Television Awards sammelte Apple TV sechs Nominierungen für Pluribus, Margo’s Got Money Troubles und die Doku-Serie Mr. Scorsese. Die Emmy-Nominierungen markieren nun den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung.
Der Kontext hinter der Rekordzahl
Mit 87 Nominierungen landet Apple TV in der Plattform-Wertung auf Rang drei – hinter HBO Max (122) und Netflix (111). Was die Zahl aufwertet: In den reinen Comedy- und Drama-Kategorien führte Apple alle Streamingdienste an und platzierte gleich je drei Serien in den beiden Königsdisziplinen. Im Rennen um die beste Dramaserie stehen Pluribus, Slow Horses und Your Friends & Neighbors, um die beste Comedyserie Margo’s Got Money Troubles, Shrinking und Widow’s Bay.
Gemessen am Publikumsanteil ist das ein bemerkenswertes Ergebnis. Apple TV hat laut den monatlichen Nielsen-Erhebungen bislang nie auch nur ein Prozent der gesamten US-Fernsehnutzung erreicht – und rangiert bei den Nominierungen dennoch vor Sendern und Diensten mit ungleich größerer Reichweite.
Widow’s Bay und Pluribus an der Spitze
Die meisten Nominierungen sammelte mit 19 der Sommerhit Widow’s Bay, eine Horror-Komödie mit Matthew Rhys in der Hauptrolle. Dahinter folgt mit 18 Nominierungen das dystopische Sci-Fi-Drama Pluribus von Breaking-Bad-Schöpfer Vince Gilligan, das unter anderem Rhea Seehorn eine Nominierung als beste Hauptdarstellerin einbrachte. Beide Serien liefen erst 2026 an – und dominieren damit einen Großteil der Apple-Nominierungen.
Auch die etablierten Titel sind vertreten: Slow Horses mit Gary Oldman, das Comedy-Zugpferd Shrinking mit Jason Segel und Harrison Ford sowie The Morning Show und Your Friends & Neighbors mit Jon Hamm. In den technischen Kategorien für Musik, Ton und Schnitt kommen weitere Nominierungen für Titel wie Murderbot, Mr. Scorsese und Monarch: Legacy of Monsters hinzu.
Ein Rekord ohne die Sieger des Vorjahres
Besonders auffällig wird die Zahl vor dem Hintergrund, wer diesmal fehlt. Die beiden großen Erfolgsserien, die Apple TV im vergangenen Jahr einen Rekord von 22 gewonnenen Emmys bescherten – Severance und The Studio -, waren in diesem Zyklus nicht teilnahmeberechtigt, weil im Nominierungszeitraum keine neuen Folgen liefen. Dass Apple die Nominierungs-Bestmarke trotzdem übertrifft, geht fast vollständig auf eine starke Riege neuer Produktionen zurück. Der Streamingdienst ist damit weniger von einzelnen Aushängeschildern abhängig, als es die Vorjahre nahelegten.
Diese nominierten Serien laufen in Deutschland
Für das deutschsprachige Publikum ist der Rekord mehr als eine US-Randnotiz: Sämtliche der sechs meistnominierten Serien sind Apple Originals und damit auch hierzulande abrufbar. Für 9,99 Euro im Monat kannst du alle sechs direkt in der Apple TV App und unter tv.apple.com sehen – in Deutschland, Österreich und der Schweiz gleichermaßen.
Zwei Titel tragen dabei einen abweichenden deutschen Namen: Slow Horses läuft als „Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb“, die Tragikomödie Margo’s Got Money Troubles mit Elle Fanning erscheint als „Only Margo“. Pluribus, Widow’s Bay, Shrinking, Your Friends & Neighbors und The Morning Show behalten ihre englischen Originaltitel.
Wann die Gewinner feststehen
Die Hauptzeremonie der 78. Primetime Emmy Awards findet am Montag, den 14. September 2026 statt und wird von Mariska Hargitay moderiert. Die Creative Arts Emmys mit den eher technischen Kategorien werden bereits an den beiden Abenden des 5. und 6. September vergeben. Erstmals hat die Television Academy in diesem Jahr alle Nominierungen gemeinsam verkündet, statt Haupt- und Creative-Arts-Kategorien getrennt anzukündigen – damit die Werbekampagnen der Studios früher anlaufen können.
Apples Prestige-Strategie trägt Früchte
Der Nominierungsrekord bestätigt einen Kurs, den Apple TV seit dem Start konsequent verfolgt: hochwertige Eigenproduktionen statt Masse. Dass ausgerechnet der jüngste Jahrgang – angeführt von Widow’s Bay und Pluribus – die bisherige Bestmarke überbietet, zeigt, dass diese Strategie nicht auf einige wenige Zugpferde angewiesen ist. Im Wettbewerb mit den weit reichweitenstärkeren Diensten HBO Max und Netflix bleibt Apple auf der kritischen Ebene ein ernstzunehmender Faktor – und geht mit maximalem Rückenwind in den Serienherbst. (Bild: Apple)
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