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Apple weitet US-Chipproduktion mit Broadcom aus

by Milan
8. Juli 2026
in Apple News
Apple Broadcom

Bild: Shutterstock / asharkyu

Apple hat ein neues, milliardenschweres Abkommen mit dem Halbleiterkonzern Broadcom bestätigt. Für über 30 Milliarden Dollar sollen mehr als 15 Milliarden Chips in den USA entstehen – Funkbausteine, die in fast jedem Apple-Gerät stecken. Es ist Apples bislang größte Einzelzusage im eigenen US-Fertigungsprogramm.

Es geht um Funkkomponenten für iPhone, iPad und weitere Geräte, die künftig in noch größerem Umfang in den USA gefertigt werden sollen. Die Meldung fügt sich in eine Woche, in der Apples Chip-Politik gleich zweimal sichtbar wurde: Erst warb der Konzern in München um politische Rückendeckung für seinen größten Entwicklungsstandort in Europa, nun folgt die Zusage für mehr Fertigung auf der anderen Seite des Atlantiks – jeweils flankiert von betont warmen Worten in Richtung der zuständigen Regierung.

Was das neue Broadcom-Abkommen umfasst

Die mehrjährige Vereinbarung soll ein Volumen von über 30 Milliarden Dollar erreichen und zur Produktion von mehr als 15 Milliarden in den USA gefertigten Chips führen. Broadcom ist Teil des im vergangenen Jahr gestarteten American Manufacturing Program, mit dem Apple die Fertigung im eigenen Land beschleunigen will – und das neue Abkommen ist nach Apples Angaben die bislang größte Zusage innerhalb dieses Programms.

Im Zentrum steht der Standort Fort Collins in Colorado, den Broadcom mit einer Investition von 1,5 Milliarden Dollar ausbaut und modernisiert. Dort sollen fortschrittliche Hochfrequenz-Bauteile entstehen, darunter sogenannte FBAR-Filter, sowie weitere Komponenten für die drahtlose Konnektivität. Die Partnerschaft ist nicht neu: Bereits 2023 hatten beide Konzerne ein milliardenschweres Abkommen zur Fertigung von 5G-Funkbausteinen in Fort Collins geschlossen, das die aktuelle Zusage nun deutlich ausweitet.

Wozu FBAR-Filter im iPhone dienen

Hinter der sperrigen Abkürzung steckt ein Bauteil, das für den Empfang jedes Smartphones zentral ist. FBAR-Filter (Film Bulk Acoustic Resonator) sitzen im Signalweg zwischen Antenne und Mobilfunk-Modem. Ihre Aufgabe: die vielen unterschiedlichen Frequenzbänder sauber voneinander trennen und Störsignale ausblenden, damit sich das Gerät zuverlässig in die dicht belegten Netze einbucht.

Mit dem Sprung auf 5G ist diese Aufgabe anspruchsvoller geworden – wo 4G noch mit rund tausend Frequenzband-Kombinationen auskam, sind es bei 5G über zehntausend. Broadcom zählt in diesem Feld seit Jahren zu den führenden Anbietern und liefert Apple darüber hinaus Bausteine für WLAN und Bluetooth. Bemerkenswert ist das vor dem Hintergrund, dass Apple zuletzt verstärkt auf eigene Funkchips setzt: Mit dem selbst entwickelten C-Modem ersetzt der Konzern zugekaufte Bauteile Schritt für Schritt. Hochspezialisierte HF-Filter bleiben davon jedoch vorerst ausgenommen – hier führt der Weg weiter über Broadcom.

Teil einer 600-Milliarden-Dollar-Zusage

Apple ordnet das Abkommen in seine Zusage ein, über vier Jahre 600 Milliarden Dollar in die US-Wirtschaft zu investieren – in Fertigung, Arbeitsplätze und Technologieentwicklung im ganzen Land. Die neue Vereinbarung soll mehrere Hundert Arbeitsplätze in den USA stützen und ist Teil von Apples erklärtem Ziel, eine durchgängige Lieferkette für Halbleiter im eigenen Land aufzubauen.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Die Zusage fällt in eine Phase, in der die US-Regierung Nachdruck darauf legt, Chipfertigung ins Land zurückzuholen. Tim Cook rahmt den Schritt entsprechend als Bekenntnis zum US-Standort und dankt in der Mitteilung ausdrücklich dem Präsidenten und dessen Regierung – ein Ton, der sich durch Apples jüngste Fertigungsankündigungen zieht. Broadcom-Chef Hock Tan verweist seinerseits auf die jahrzehntelange Zusammenarbeit beider Unternehmen.

Apples Chip-Strategie über zwei Kontinente

Zusammengenommen zeigt die Woche, wie breit Apple sein Halbleiter-Fundament aufstellt. Die Entwicklung eigener Chips bündelt der Konzern in Hubs wie München und Cupertino, während die Fertigung zunehmend in die USA verlagert wird – von Prozessoren bis zu den Funkbausteinen aus Colorado. Parallel dazu pflegt Apple die politischen Beziehungen dort, wo diese Investitionen landen: in Bayern ebenso wie in Washington. Für die Produkte selbst ändert sich zunächst wenig – doch die Landkarte, auf der Apples Chips entstehen, wird gerade neu gezeichnet. (Bild: Shutterstock / asharkyu)

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