Tim Cook und sein designierter Nachfolger John Ternus haben sich in einer virtuellen Runde mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder zusammengeschaltet. Öffentlich ging es um Jobs und Investitionen in München – zwischen den Zeilen um ein gemeinsames Reizthema: die Brüsseler Regulierung.
Es ist ein Termin mit Symbolwert: An diesem Dienstag trafen sich Apple-Chef Tim Cook und der designierte Nachfolger John Ternus, der zum 1. September das Ruder übernimmt, gemeinsam mit Markus Söder zu einem virtuellen Gespräch. Mit dabei war Matt Browne, bei Apple zuständig für die Beziehungen zu europäischen Regierungen. Söder machte das Treffen selbst über einen Post auf X öffentlich – und verband die freundlichen Worte über den Standort mit einer klaren Botschaft in Richtung EU.
Ein Termin, öffentlich gemacht per X
Auf dem geteilten Foto ist Söder vor einem großen Bildschirm zu sehen, auf dem Ternus mit Brille erscheint, während Cook der Runde zugeschaltet ist. „Silicon Valley meets Bavaria“, überschreibt Söder den Beitrag und bezeichnet Apple und Bayern als zwei weltweit starke Marken. Bayern gelte als das Silicon Valley Europas; man sei stolz, dass globale Konzerne wie Apple ebenso wie junge Start-ups im Freistaat investierten und wüchsen.
Silicon Valley meets Bavaria: Apple und Bayern sind zwei weltweit starke Marken. Hatte heute gute Gespräche mit @apple CEO @tim_cook und seinem Nachfolger John Ternus. Bayern gilt als das Silicon Valley Europas. Wir sind stolz, dass Global Player wie #Apple ebenso wie junge… pic.twitter.com/7F9i9waq0N
— Markus Söder (@Markus_Soeder) July 7, 2026
Konkret verweist Söder auf über 2000 Jobs, die Apple inzwischen in München unterhalte, und rechnet das dem Erfolg seiner Hightech Agenda zu. Ein Ergebnis nannte die Gesprächsrunde nicht – es ging erkennbar um Beziehungspflege auf hoher Ebene, kurz vor dem Führungswechsel an der Apple-Spitze.
Über 2000 Jobs: Apples bayerisches Standbein
Die Zahl ist keine PR-Floskel. München ist längst Apples größter Entwicklungsstandort in Europa. Im dortigen European Silicon Design Center arbeiten nach Angaben des Konzerns mehr als 2000 Ingenieure an eigenen Chips – von der Energieverwaltung über Mobilfunk-Modems bis zu künftigen Funktechnologien. Seit 2021 hat Apple hier in zwei Schritten jeweils rund eine Milliarde Euro investiert und den Standort in zentraler Lage, unweit der Technischen Universität München, kontinuierlich ausgebaut.
Für Apple ist Bayern damit weit mehr als ein Absatzmarkt: Ein erheblicher Teil der Chip-Entwicklung, die in iPhones, iPads und Macs steckt, entsteht hier. Genau dieses Standing macht die freundliche Geste in beide Richtungen wertvoll – für den Freistaat als Aushängeschild, für Apple als Rückendeckung in einem zunehmend regulierten Marktumfeld.
Ein Seitenhieb Richtung Brüssel
Bemerkenswert ist der zweite Teil von Söders Botschaft. Überregulierung – etwa bei KI und Datenschutz – dürfe nicht dazu führen, dass man vom technologischen Fortschritt abgeschnitten werde; man wolle die Zukunft gestalten, nicht nur zusehen. Ob dieser Punkt im Gespräch mit Cook und Ternus tatsächlich zur Sprache kam, ließ Söder offen. Die Stoßrichtung deckt sich jedoch auffällig mit Apples eigener Kritik an der EU.
Der Zeitpunkt fügt sich in einen laufenden Konflikt: Erst vor wenigen Tagen suchte Cook im direkten Austausch mit der EU-Kommission einen Weg, Siri AI trotz der DMA-Auflagen doch in die EU zu bringen. Auf iPhone und iPad bleibt die neue Siri-Generation in Deutschland, Österreich und der restlichen EU vorerst gesperrt, während Mac und Apple Vision Pro sie erhalten – die Schweiz als Nicht-EU-Land ist von der Sperre ohnehin nicht betroffen.
Die EU-Kommission sieht die Verantwortung dabei nicht bei sich: Der Digital Markets Act verbiete keine neuen Produkte, Apple habe schlicht keine Lösung vorgelegt, die den europäischen Vorgaben zu Datenschutz und Wettbewerb genüge. In dieser Gemengelage bekommt Rückhalt aus einem großen Mitgliedsstaat für Apple politisches Gewicht – und für Söder passt die technologiefreundliche Haltung zur eigenen Standortpolitik.
Machtübergabe auch auf dem politischen Parkett
Dass ausgerechnet Ternus neben Cook in der Runde saß, ist kein Zufall. Cook bleibt dem Konzern nach dem 1. September als Executive Chairman erhalten und soll sich dann vor allem um Gespräche mit Regierungen kümmern – in Washington ebenso wie in Brüssel. Der gemeinsame Auftritt in dieser Runde wirkt damit wie eine Übergabe auf offener Bühne: Der scheidende CEO bringt seinen Nachfolger dort in Stellung, wo künftig ein wachsender Teil der Arbeit an der Konzernspitze stattfindet – an der Schnittstelle von Technologie und Politik. (Bild: Apple)
- Claude Cowork kommt auf iPhone, iPad und ins Web
- Nocturne: Apple TV verfilmt Lars Keplers Bestseller
- China: iPhone-Rabatte bringen Apple auf Platz zwei
- JP Morgan hebt Apple-Kursziel auf 345 Dollar an
- iOS 27 Beta 3: Diese Neuerungen sind an Bord
- Edge AI: Apple Watch beherrscht den Smartwatch-Markt fast allein
- Julia Garner spielt in Apples neuem True-Crime-Thriller
- Epic-Streit: Apple will das App-Store-Verfahren pausieren
- Home-KI in iOS 27 setzt den 2-TB-iCloud+-Plan voraus
- Apple fragt per Popup, bevor KI-Daten an Google gehen
- Siri AI kommt mit watchOS 27 Beta 3 auf die Apple Watch
- iOS 27 Beta 3: Die Entwicklung geht in die nächste Runde
- iOS 26.6 Beta 4: Die Testphase läuft weiter
- Warum der Mac mini zur bevorzugten KI-Maschine wird
- Apple und Broadcom verlängern ihren Chip-Deal bis 2031
- WhatsApp bekommt einen grünen Punkt für Online-Kontakte
- iOS 27: Code-Fund deutet auf neues Apple-Wearable mit Kameras hin
- iOS 27: Neues Framework warnt Apps vor Betrug in Echtzeit
- KI-Klage: Apple wehrt sich gegen drei YouTube-Kanäle
- iOS-26-Leak: Jon Prosser antwortet auf Apples Klage



