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EU will Social Media für Kinder unter 13 beschränken

by Milan
13. Juli 2026 - 15:15
in Apple News
EU Social Media

Bild: Shutterstock / antoniodiaz

Die EU-Kommission plant erstmals eine europaweite Altersgrenze für soziale Netzwerke. Ursula von der Leyen hat am Montag in Brüssel angekündigt, den Empfehlungen eines Expertengremiums zu folgen – der konkrete Gesetzesvorschlag soll nach dem Sommer kommen. Die Technik, um so eine Regel auf dem iPhone durchzusetzen, hat Apple bereits ausgeliefert.

Die Debatte um Altersgrenzen im Netz hat Apple längst erreicht. Im Februar hat der Konzern seine Altersprüfung im App Store verschärft – zunächst für Australien, Brasilien, Singapur sowie die US-Bundesstaaten Utah und Louisiana, weil dort neue Gesetze in Kraft traten. Was Brüssel jetzt vorbereitet, würde denselben Mechanismus erstmals für 27 Mitgliedstaaten scharf schalten. Am 13. Juli hat ein eigens eingesetztes Expertengremium seinen Bericht zur Kindersicherheit im Netz an die Kommissionspräsidentin übergeben, und von der Leyen ließ keinen Zweifel daran, dass sie den Empfehlungen folgen will.

Was die Kommission vorhat

Der Bericht dreht die Beweislast um: Nicht Aufsichtsbehörden, Eltern oder Kinder sollen nachweisen müssen, dass eine Plattform gefährlich ist – die Anbieter sollen belegen, dass ihre Dienste sicher gestaltet sind. Solange dieser Nachweis aussteht, soll der Zugang für Kinder unter 13 Jahren in der EU eingeschränkt bleiben (via Financial Times).

Von der Leyen skizzierte in Brüssel ein gestuftes Modell. Kinder unter drei Jahren sollen gar keinen Bildschirmen ausgesetzt werden. Unter 13-Jährige sollen soziale Netzwerke nur für begrenzte Zeit und unter Aufsicht von Eltern, Erziehungsberechtigten oder Lehrkräften nutzen dürfen. Danach folgt ein stufenweiser Zugang, der davon abhängt, ob die Plattformen nachweisen können, dass ihre Dienste für Jugendliche altersgerecht und sicher sind.

Betroffen wären nicht nur soziale Netzwerke im engeren Sinn. Von der Leyen sprach von einer Kategorie „Social Media plus“ – gemeint sind auch andere Anbieter mit altersunangemessenen oder suchterzeugenden Funktionen. Erst in der vergangenen Woche hatte die Kommission von Instagram und Facebook verlangt, das Endlos-Scrollen und die automatische Videowiedergabe zu beenden.

13 oder 16: Die Mitgliedstaaten wollen strenger sein

An der Empfehlung hat ein deutscher Experte maßgeblich mitgewirkt. Jörg Fegert, Professor an der Universität Ulm, sprach sich für eine EU-weit harmonisierte Altersgrenze unterhalb von 13 Jahren aus – auf Basis der vorliegenden Studienlage.

Politisch ist die Zahl 13 allerdings der niedrigere Wert. Ein Großteil der Mitgliedstaaten, die Brüssel überhaupt erst zu dem Vorstoß gedrängt haben, hätte eine höhere Grenze bevorzugt. Australien und Großbritannien haben ihre Sperren bei 16 Jahren angesetzt, weitere Länder liegen bei 15. Von der Leyen hatte in der Vergangenheit selbst auf das australische Modell verwiesen – der Bericht drückt die Marke nun spürbar nach unten.

Die Technik dafür steckt längst im iPhone

Mit iOS 26 hat Apple die Declared Age Range API eingeführt, seit iOS 26.2 mit erweiterten Signalen. Sie funktioniert so: Eine App fragt nicht das Geburtsdatum ab, sondern erhält vom System nur eine grobe Altersgruppe – unter 13, 13 bis 15 oder 16 und älter. Das exakte Geburtsdatum bleibt bei Apple. Bei Kindern in einer Familienfreigabe legen die Eltern fest, ob diese Altersgruppe überhaupt an Apps weitergegeben wird; Erwachsene entscheiden selbst zwischen „Immer teilen“, „Erst fragen“ und „Nicht teilen“.

Entscheidend für den EU-Vorstoß ist ein zweites Signal: Die Schnittstelle meldet einer App auch, ob in der Region des Nutzers überhaupt altersbezogene gesetzliche Pflichten gelten. Genau darüber schaltet Apple die Prüfung länderweise frei. In Australien, Brasilien und Singapur blockiert der App Store seit dem 24. Februar 2026 den Download von Apps mit einer Freigabe ab 18, bis die Volljährigkeit bestätigt ist. In Utah greift die Regel seit dem 6. Mai für neue Apple Accounts, in Louisiana seit dem 1. Juli.

Die EU steht bislang auf keiner dieser Listen. Ein Gesetz nach dem Muster, das von der Leyen skizziert hat, wäre der Auslöser, sie dort einzutragen. Die Grundlage jeder dieser Prüfungen ist die Altersangabe, die im Geburtsdatum des Apple Accounts hinterlegt ist.

Für die Schweiz gälte die Regel nicht

Deutschland und Österreich wären als EU-Mitglieder unmittelbar betroffen. Die Schweiz gehört nicht zur EU und fiele damit nicht unter eine Brüsseler Altersgrenze – Schweizer Nutzer blieben von einer solchen Vorgabe zunächst unberührt, unabhängig davon, wie die Kommission den Vorschlag am Ende zuschneidet.

Für Eltern in allen drei Ländern ändert sich kurzfristig ohnehin nichts. Die Werkzeuge, um Alter und Inhalte auf dem Gerät deines Kindes zu begrenzen, liegen unabhängig von der Gesetzgebung bereits in der Kindersicherung von iPhone und iPad – von Bildschirmzeit über Inhaltsfilter bis zu Kommunikationslimits.

Im September wird aus dem Vorstoß ein Vorschlag

Die Kommission will die Empfehlungen des Gremiums prüfen und danach einen konkreten Gesetzentwurf vorlegen. Erwartet wird die Ankündigung zur Rede zur Lage der Union im September. Bis daraus geltendes Recht wird, müssen Parlament und Mitgliedstaaten zustimmen – ein Prozess, der sich über Jahre ziehen kann, und bei dem die Zahl 13 angesichts der Präferenzen vieler Hauptstädte kaum unangetastet bleiben dürfte.

Für Apple ist das weniger ein technisches als ein politisches Problem. Die Schnittstelle existiert, sie läuft in fünf Rechtsräumen produktiv, und sie ist bewusst so gebaut, dass sie sich per Region aktivieren lässt. Was in Brüssel verhandelt wird, ist nicht, ob das iPhone Alter erkennen kann – sondern wer am Ende dafür geradesteht, dass es stimmt. (Bild: Shutterstock / antoniodiaz)

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Tags: EUiOSiPhoneTechPatient
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