Ein Vorgeschmack auf die nächste Emoji-Generation: Neun neue Symbole hat das für Emoji zuständige Gremium jetzt gezeigt, darunter eine Essiggurke, ein Leuchtturm und ein zerspringendes Gesicht. Bis sie auf dem iPhone landen, dauert es allerdings – und ganz sicher sind sie noch nicht.
Kurz vor dem Welt-Emoji-Tag am 17. Juli hat die Vorsitzende des zuständigen Unicode-Gremiums einen frühen Blick auf die kommende Emoji-Runde gewährt. Es geht um neun neue Motive, die Teil von Emoji 18.0 werden sollen – der jährlichen Erweiterung, die das Unicode-Konsortium festlegt und die Apple anschließend als eigene Zeichnungen auf iPhone, iPad und Mac bringt. Wie schon bei der Emoji-Auslieferung mit iOS 26.4 trennt zwischen der Ankündigung und dem fertigen Symbol auf dem Sperrbildschirm ein längerer Weg.
Diese neun Motive sind geplant
Nicht alle Neuzugänge sind komplett neu. Ein Teil der Arbeit besteht darin, bestehende Symbole zu entwirren, die über die Jahre uneinheitlich dargestellt wurden. Das prominenteste Beispiel ist der Komet ☄️: Ursprünglich als blauer Eisball durchs All gedacht, wurde er auf manchen Plattformen zu einem glühenden Gesteinsbrocken umgezeichnet. Mit dem neuen Meteor bekommt dieser feurige Brocken ein eigenes Zeichen, während der Komet plattformübergreifend wieder zum blauen Eisstreif zurückkehren soll.
Nach demselben Muster werden zwei weitere Dopplungen aufgelöst: Neben die allgemeine Schmetterlings-Darstellung 🦋 tritt ein eigener Monarchfalter, neben die Gurke 🥒 eine eigenständige Essiggurke.
Dazu kommen echte Neuzugänge. Ein Leuchtturm zählt dazu, ein Radiergummi, ein Kescher mit Griff sowie zwei Handzeichen mit nach links und nach rechts zeigendem Daumen. Das auffälligste neue Gesicht ist das zerspringende lächelnde Gesicht – ein Lächeln mit Rissen, das die Lücke zwischen nach außen getragener Fassung und innerer Anspannung ausdrückt. Zusammen mit den fünf Hautton-Varianten für jedes der beiden Daumen-Zeichen ergeben sich formal 19 neue Zeichenpositionen.
Vom Entwurf bis zum iPhone dauert es
Die Symbole sind ausdrücklich noch nicht in Stein gemeißelt. Sie sind Entwurfskandidaten für Emoji 18.0, über die Unicode erst im September 2026 endgültig abstimmt. Bis dahin sind Änderungen möglich – dass ein Motiv es nicht schafft, ist keine reine Theorie: Der wiederholt vorgeschlagene Apple-Core-Emoji, ein angebissener Apfelrest, wurde erst aus der Emoji-17.0-Liste und später auch aus dem 18.0-Entwurf gestrichen.
Selbst nach der finalen Abstimmung erscheinen die Zeichen nicht sofort auf dem iPhone. Unicode legt nur die Bedeutung fest; das konkrete Aussehen zeichnet jeder Anbieter selbst. Apple gestaltet also eigene Glyphen und setzt dabei häufig eigene Produkte ein – das Kopfhörer-Emoji zeigt AirPods Max, das Laptop-Symbol einen MacBook mit Apple-Logo. Dieser Gestaltungsschritt kostet Zeit.
Wie groß der Abstand ausfällt, zeigt die aktuelle Runde: Die 163 Symbole aus Emoji 17.0, die Unicode im September 2025 beschloss, kamen erst mit iOS 26.4 im Frühjahr 2026 auf die iPhones. Für die neue Runde ist mit demselben Rhythmus zu rechnen: Nach der Freigabe im Herbst 2026 dürften die neun Motive frühestens im Frühjahr 2027 über ein iOS-Update erscheinen.
Zwischen Unicode-Beschluss und Apple-Zeichnung
Wer schon vorher eigene Symbole gestalten möchte, ist auf die offizielle Emoji-Liste ohnehin nicht angewiesen: Mit Genmoji lassen sich per Beschreibung eigene Motive erzeugen, die zwar nicht zum Unicode-Standard gehören, aber als Bild in Nachrichten verschickt werden können.
Die neun neuen Standard-Emoji nehmen unterdessen den üblichen Weg: erst der Unicode-Beschluss im Herbst, dann Apples eigene Umsetzung, dann das Update. Für iPhone-Nutzer heißt das vor allem Geduld – der Meteor und die Essiggurke sind noch ein gutes Stück entfernt. (Bild: Unicode)
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