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Siri AI: Apple stellt die runderneuerte Assistentin vor

by Milan
8. Juni 2026
in News
Apple Siri AI Apple Intelligence

Bild: Apple

Nach monatelangem Warten ist es offiziell: Apple hat Siri AI vorgestellt – eine von Grund auf neu gebaute Assistentin, die Gespräche führt, persönlichen Kontext versteht und weiß, was gerade auf dem Bildschirm passiert. Für Entwickler steht die neue Siri ab heute zum Testen bereit, als Beta für alle Nutzer kommt sie später im Jahr. Einen entscheidenden Haken gibt es allerdings für iPhone und iPad in der EU.

Auf der WWDC-Keynote am 8. Juni 2026 hat Apple den wohl am sehnlichsten erwarteten Software-Baustein der vergangenen anderthalb Jahre gezeigt: die vollständig überarbeitete Siri, die das Unternehmen unter dem Namen Siri AI führt. Schon vor der Keynote hatten sich die Konturen einer eigenständigen Siri-App samt systemweiter Such-Geste abgezeichnet – heute bestätigt Apple diese Richtung und legt in mehreren Bereichen noch nach. Angetrieben von der nächsten Generation von Apple Intelligence soll die Assistentin deutlich gesprächiger, sachkundiger und tiefer ins System integriert sein als alles, was Siri bisher konnte. Software-Chef Craig Federighi beschrieb sie als spürbar leistungsfähigere und gesprächigere Assistentin, die Nutzern hilft, Informationen zu finden und Dinge über Apps hinweg natürlicher zu erledigen als je zuvor.

Persönlicher Kontext, Weltwissen und Bildschirm-Bewusstsein

Siri AI stützt sich auf drei Fähigkeiten, die Apple in den Mittelpunkt stellt. Über das Verständnis für persönlichen Kontext greift die Assistentin auf Inhalte aus Nachrichten, E-Mails, Fotos und mehr zu, um im richtigen Moment das Passende zu finden. Sie kann etwa eine Restaurant-Empfehlung heraussuchen, die eine Freundin per Nachricht geschickt hat, eine Hotel-Bestätigungsnummer aus einer alten E-Mail zeigen oder Fotos von einer kürzlichen Reise mit Familie und Freunden zusammenstellen. Bei Dritt-Apps funktioniert das, sobald Entwickler ihre Anwendungen über Spotlight anbinden.

Hinzu kommen deutlich mehr systemweite App-Aktionen: Siri AI kann eine E-Mail von Grund auf verfassen oder eine Reihe von Fotos bearbeiten und teilen. Dank Bildschirm-Bewusstsein beantwortet sie außerdem Fragen zu dem, was gerade angezeigt wird. Wer beispielsweise eine Nachricht zu einem gemeinsamen Essen mit Freunden erhält, kann mit der Assistentin überlegen, was sich mitbringen lässt, und anschließend ein Rezept in die Notizen-App übernehmen.

Bild: Apple

Über ihr Weltwissen liefert Siri AI zudem aktuelle Informationen aus dem Web zu praktisch jedem Thema und formuliert daraus eine hilfreiche Antwort – von der Frage, wann und wo die nächste Sonnenfinsternis zu sehen ist, bis zum nächsten Konzerttermin eines Musikers. Nahezu jede Antwort lässt sich in ein ausführliches Gespräch mit Rückfragen verlängern.

Siri an jeder Ecke des Systems

Die neue Siri ist von überall im System erreichbar. Auf dem iPhone lässt sie sich weiterhin per „Hey Siri“ aufrufen, zusätzlich über die Seitentaste oder durch ein Wischen von der Dynamic Island nach unten, um direkt ein Gespräch zu starten und eine ausführliche Antwort zu erhalten. Auf iPad und Mac ist Siri AI in Spotlight integriert, sodass sich dort Antworten auf nahezu jede Frage suchen lassen. Über systemweite Kontextmenüs genügt ein Control-Klick, um sie zu Bildern, Dateien oder Text auf dem Bildschirm zu befragen.

Auf der Apple Vision Pro nutzt die Assistentin räumliches Computing: Eine 3D-Darstellung lässt sich frei im Raum platzieren, und ein Blick darauf samt gesprochener Eingabe genügt, um sie zu aktivieren. Unterwegs steht Siri AI außerdem über iPhone, Apple Watch, CarPlay und AirPods bereit. Auf der Apple Watch beginnt ein Gespräch direkt vom Handgelenk aus, oder ein neuer Vorschlag im Smart Stack hilft dabei, eine kürzliche Unterhaltung fortzusetzen.

Bild: Apple

Eine neue Architektur unter der Haube

Apple betont, Siri sei von Grund auf neu gebaut worden, mit leistungsfähiger KI im Kern. Die Assistentin setzt auf die neue Architektur für Apple Intelligence, darunter die nächste Generation der Apple Foundation Models, die sowohl auf dem Gerät als auch auf Servern über Private Cloud Compute laufen. Verarbeitet Private Cloud Compute eine Anfrage, werden die persönlichen Daten laut Apple weder gespeichert noch für Apple oder Dritte zugänglich; unabhängige Fachleute können dieses Versprechen jederzeit überprüfen. Über einen System-Orchestrator greift Siri AI zudem auf Kernfunktionen wie den Spotlight-Index und die App Toolbox zu, die vollständig auf dem Gerät arbeiten und die Kontrolle über die eigenen Daten bei den Nutzern belassen sollen. Damit bleibe Siri, so Apple, die privateste digitale Assistentin der Welt.

Ausdrucksstärkere Stimmen und präzisere Diktierfunktion

Auf Geräten, die Apples bislang fortschrittlichstes On-Device-Modell unterstützen, bietet Siri AI ausdrucksstärkere Stimmen und einen deutlichen Genauigkeitsschub bei der systemweiten Diktierfunktion. Ausdruckskraft und Sprechtempo der Stimme lassen sich anpassen, sodass sie zum eigenen Geschmack passen. Beim Diktieren wird Gesprochenes präziser als ausgearbeiteter Text erfasst, inklusive automatischer Groß- und Kleinschreibung, Zeichensetzung und Formatierung während des Sprechens. So sollen Wörter klar und wie beabsichtigt erscheinen, auch wenn man ganz natürlich spricht.

Die eigene Siri-App für fortlaufende Gespräche

Wer ein früheres Gespräch fortsetzen oder ein neues beginnen möchte, findet dafür eine eigenständige Siri-App. Vorab war bereits eine eigenständige App mit Beta-Kennzeichnung durchgesickert. Sie synchronisiert den Gesprächsverlauf über iCloud privat zwischen den Geräten – ein auf dem Mac begonnenes Gespräch lässt sich auf iPhone, iPad, Apple Watch oder Apple Vision Pro nahtlos weiterführen, sodass reichhaltige Unterhaltungen an einem Ort zusammenlaufen.

Visual Intelligence kommt auf iPad, Mac und Vision Pro

Siri beherrscht nun Bildverständnis und multimodale Fähigkeiten, sodass sich Fragen zu visuellen Inhalten stellen lassen. Auf dem iPhone steckt diese Fähigkeit direkt in der Kamera-App: Der bereits vorab beschriebene Siri-Modus in der Kamera-App wird damit offiziell. Ein Tippen auf den Auslöser genügt, damit Siri sieht, was man selbst sieht, und passende Antworten liefert. Der Kamera-Modus bringt zudem neue Aktionen mit – darunter das Aufteilen einer Rechnung mit Freunden über Apple Cash sowie Nährwert-Hinweise zu einem Teller Essen. Das Aufteilen per Apple Cash ist allerdings auf die USA beschränkt und steht in Deutschland nicht zur Verfügung.

Bild: Apple

Erstmals kommt Visual Intelligence mit Siri auch auf iPad und Mac. Auf dem iPad ist die Funktion in die Screenshot-Funktion integriert, auf dem Mac lässt sie sich über ein eigenes Tastaturkürzel aufrufen, um etwas auf dem Bildschirm auszuwählen und Siri direkt per Texteingabe zu befragen. Auf der Apple Vision Pro genügt der Blick auf Dinge – ob Inhalte in App-Fenstern oder physische Objekte in der Umgebung –, um sie dazu zu befragen.

Schreiben und Überarbeiten mit Siri AI

Siri bringt nun integrierte Schreibwerkzeuge mit, die sich praktisch überall dort nutzen lassen, wo getippt wird. Auf Wunsch erzeugt die Assistentin einen ersten Entwurf von Grund auf; wer das Geschriebene anpassen will, beschreibt die gewünschte Änderung, und Siri setzt sie um. In Mail und Nachrichten orientiert sie sich daran, wie man mit dem jeweiligen Empfänger üblicherweise kommuniziert – inklusive der typischen Zeichensetzung und des gewohnten Tonfalls. Wer dem Vorgesetzten normalerweise kurze Stichpunkte schickt, erhält beim Entwurf genau das. Zusätzlich gibt Siri Hinweise und Vorschläge zur Verbesserung von Texten und liest beim Tippen automatisch systemweit Korrektur – auch in den meisten Dritt-Apps.

Mehr Apple Intelligence in den täglichen Apps

Die nächste Generation von Apple Intelligence bringt auch neue Funktionen in viel genutzte Apps. Dazu zählen erweiterte Bearbeitungsmöglichkeiten in Fotos, Werkzeuge, die das Surfen in Safari verändern sollen, sowie neue Wege, in Image Playground eigene Ideen umzusetzen.

Verfügbarkeit, Geräte und der EU-Vorbehalt

Für Entwickler stehen die neuen Siri-AI-Funktionen ab heute über das Apple Developer Program zum Testen bereit – über iOS 27, iPadOS 27, macOS 27 und visionOS 27. Für watchOS 27 folgt die Entwickler-Beta zu einem späteren Zeitpunkt. Als Beta für alle Nutzer erscheint Siri AI später im Jahr, zunächst für Geräte mit der Spracheinstellung Englisch; weitere Sprachen will Apple zügig nachreichen. Deutsch gehört grundsätzlich zu den von Apple Intelligence unterstützten Sprachen.

Für Nutzer in Deutschland ist ein Detail entscheidend: In der EU wird Siri AI auf iOS und iPadOS zunächst nicht verfügbar sein. iPhone und iPad bleiben hierzulande also vorerst außen vor. Auf Mac, Apple Watch und Apple Vision Pro lässt sich Siri AI in der EU dagegen nutzen, sofern eine unterstützte Sprache eingestellt ist. Apple erklärt, an einem Weg zu arbeiten, der die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer wahrt. In China stehen Siri AI und die weiteren neuen Apple-Intelligence-Funktionen vorerst ebenfalls nicht bereit, solange regulatorische Anforderungen offen sind.

Plattform in der EUSiri AI zum Start
iPhone (iOS)zunächst nicht verfügbar
iPad (iPadOS)zunächst nicht verfügbar
Mac (macOS)verfügbar bei unterstützter Sprache
Apple Watch (watchOS)verfügbar bei unterstützter Sprache
Apple Vision Pro (visionOS)verfügbar bei unterstützter Sprache

Apple Intelligence und Siri AI setzen ein iPhone 16 oder neuer, iPhone 15 Pro, iPhone 15 Pro Max, iPad mini (A17 Pro), iPad-Modelle mit M1 oder neuer, Mac mit M1 oder neuer, Apple Vision Pro, Apple Watch Series 10 oder neuer, Apple Watch Ultra 2 oder neuer sowie die Apple Watch SE 3 voraus – letztere, wenn sie mit einem Apple-Intelligence-fähigen iPhone in der Nähe gekoppelt ist.

Die anspruchsvollsten Funktionen – die ausdrucksstärkeren Stimmen und die fortschrittlichere Diktierfunktion – verlangen Apples leistungsfähigstes On-Device-Modell. Es läuft auf iPhone Air, iPhone 17 Pro und iPhone 17 Pro Max, auf iPad (M4) oder neuer mit mindestens 12 GB vereinheitlichtem Speicher, auf Mac (M3) oder neuer mit mindestens 12 GB Speicher sowie auf der Apple Vision Pro (M5).

Apples KI-Versprechen wird greifbar

Mit Siri AI löst Apple ein Versprechen ein, das seit der ursprünglichen Apple-Intelligence-Ankündigung über dem Konzern schwebte und für etliche Verzögerungen sowie einen sichtbaren Umbau in der Software-Sparte sorgte. Auffällig ist, dass Apple die Architektur konsequent um die eigenen Foundation Models und Private Cloud Compute herum erzählt und den Datenschutz erneut zum zentralen Verkaufsargument macht. Die eigentliche Bewährungsprobe steht allerdings noch aus: Erst die öffentliche Beta später im Jahr wird zeigen, ob die neue Siri im Alltag hält, was die Demo verspricht. Für deutsche iPhone- und iPad-Nutzer verlängert sich das Warten zusätzlich, weil die EU-Fassung auf diesen beiden Plattformen vorerst ohne die neue Assistentin startet. (Bild: Apple)

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