Während die weltweite Smartphone-Produktion im ersten Quartal leicht schrumpfte, hat Apple seine iPhone-Fertigung um fast ein Fünftel hochgefahren. Ein neuer Marktbericht zeigt, wie stark sich der Konzern vom Rest der Branche abkoppelt – und warum ihm die steigenden Speicherkosten weniger anhaben als der Konkurrenz.
Dass die iPhone-17-Reihe sowohl die eigenen Erwartungen als auch den Gesamtmarkt übertrifft, zieht sich seit Monaten durch die Quartalszahlen und unabhängige Branchenanalysen – das aktuelle iPhone-Lineup gilt mittlerweile als das meistverkaufte Smartphone der Welt. Ein neuer Bericht des Marktforschers TrendForce fügt diesem Bild nun eine weitere Kennzahl hinzu: Apple steigerte seine iPhone-Produktion im ersten Quartal 2026 um 19,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die globale Smartphone-Produktion im selben Zeitraum um 1,7 Prozent zurückging. Der Konzern bewegt sich damit klar gegen den allgemeinen Trend.
Apple koppelt sich vom Gesamtmarkt ab
Laut TrendForce wurden im ersten Quartal weltweit rund 284 Millionen Smartphones gefertigt – ein Minus von 1,7 Prozent im Jahresvergleich. Inmitten dieses Rückgangs sticht Apples zweistelliges Wachstum hervor. An der Spitze blieb allerdings Samsung: Der koreanische Hersteller produzierte mit rund 62,6 Millionen Einheiten weiterhin die meisten Geräte, ein Plus von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getragen vom Lageraufbau für die neuen Galaxy-S-Modelle.
Apple folgt mit etwa 60,2 Millionen produzierten Einheiten auf dem zweiten Platz – und liegt damit nur noch gut zwei Millionen Geräte hinter Samsung, bei einem deutlich höheren Wachstumstempo.
| Hersteller | Produktion Q1 2026 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Samsung | ca. 62,6 Mio. Einheiten | +2,3 % |
| Apple | ca. 60,2 Mio. Einheiten | +19,7 % |
| Markt gesamt | ca. 284 Mio. Einheiten | −1,7 % |
Das iPhone 17e als zusätzlicher Treiber
Den kräftigen Zuwachs führt TrendForce auf zwei Faktoren zurück. Zum einen läuft die Fertigung der neuen iPhone-Modelle weiter hoch, zum anderen sorgte der Marktstart des iPhone 17e für zusätzlichen Schub. Das günstigere Einsteigermodell erweitert die Reihe nach unten und erschließt Käufergruppen, die das Lineup zuvor nicht in dieser Form abgedeckt hat. In Kombination mit der anhaltend hohen Nachfrage nach den teureren Modellen ergibt sich daraus das Produktionsplus von 19,7 Prozent.
Steigende Speicherkosten treffen Apple weniger hart
Eine zentrale Belastung für die gesamte Branche sind die seit der zweiten Jahreshälfte 2025 stark gestiegenen Speicherpreise. Im ersten Quartal blieb ihr Effekt auf die Produktion noch gering, weil die Hersteller auf Lagerbestände günstigerer Speicherkomponenten zurückgreifen konnten. Hinzu kam, dass viele Käufer mit weiter steigenden Preisen rechneten und Anschaffungen vorzogen, was die kurzfristige Nachfrage stützte.
Apple steht in diesem Umfeld besser da als viele Wettbewerber, die bereits in eine Phase des reinen Margenschutzes übergegangen sind. Der Konzern zählt zu den wenigen Smartphone-Herstellern, die seit Beginn der Speicherknappheit ihre Preise nicht angehoben haben – schließt künftige Erhöhungen aber nicht aus, falls sich die Lage nicht entspannt. Wie heikel diese Rechnung ist, zeigt sich an den Überlegungen rund um die Preisstrategie kommender Modelle unter dem Druck der Speicherkosten.
Düstere Aussichten für den Gesamtmarkt
Für das Gesamtjahr fällt die Prognose deutlich pessimistischer aus als die Q1-Zahlen vermuten lassen. TrendForce erwartet, dass die weltweite Smartphone-Produktion 2026 um rund 16,2 Prozent auf 1,051 Milliarden Einheiten zurückgeht. In einem ungünstigeren Szenario könnte der Rückgang sogar noch stärker ausfallen, sollten die Speicherpreise hoch bleiben und die Marken gezwungen sein, ihre Verkaufspreise wiederholt anzuheben.
Der Wendepunkt zeichnet sich bereits im zweiten Quartal ab: Sobald die günstigen Speicherreserven aufgebraucht sind und die anhaltenden Preissteigerungen die Gewinne schmälern, beginnen die meisten Hersteller, ihre Produktion zurückzufahren.
Gewinner und Verlierer driften auseinander
Wie gut die einzelnen Anbieter durch diese Phase kommen, hängt stark von ihrer Positionierung ab. Marken mit starker Preissetzungsmacht im Premiumsegment und breiter finanzieller Rückendeckung auf Konzernebene dürften ihren Marktanteil eher halten oder ausbauen. Chinesische Hersteller mit Schwerpunkt im Mittel- und Einstiegssegment fahren dagegen vorsichtigere Produktionspläne, weil sie zugleich unter den steigenden Kosten und der wachsenden Konkurrenz durch Huawei leiden.
Samsung sieht TrendForce dank der Finanzkraft der Gesamtgruppe und eines großen Premiumportfolios vergleichsweise robust aufgestellt, verweist aber auf die erhebliche Abhängigkeit von günstigeren Modellen als Risikofaktor – gerade bei sich eintrübender Konsumstimmung. Als Hersteller, die sich gegen den allgemeinen Abwärtstrend behaupten dürften, nennt der Bericht Samsung, Apple und Huawei.
Warum Apple den Abschwung besser übersteht
Apples Produktionsplus ist mehr als eine günstige Momentaufnahme. Es zeigt, dass der Konzern in einem schrumpfenden Markt gleich zwei Hebel besitzt, die der Masse der Wettbewerber fehlen: eine Produktpalette, die vom iPhone 17e bis zu den teuersten Pro-Modellen reicht, und genügend Spielraum bei den Margen, um steigende Kosten vorerst nicht an die Kunden weiterzugeben. Apples kürzlich erreichter Anteil von rund 48 Prozent am weltweiten Smartphone-Umsatz unterstreicht, wie stark sich diese Position in barer Münze auszahlt. Sollte sich die Speicherlage zuspitzen, wird sich allerdings auch bei Apple zeigen, wie lange die Preise stabil bleiben. (Bild: Shutterstock / Anna Hoychuk)
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