Apple baut Apple Music mit der nächsten Software-Generation spürbar aus: Songtexte lassen sich künftig in mehr Sprachen übersetzen und mitsingen, AutoMix wandert auf weitere Geräte – und das Apple TV holt bei der Klangqualität deutlich auf. Für deutschsprachige Hörer ist vor allem eine der neuen Übersetzungspaarungen interessant.
Im Rahmen seiner Service-Ankündigungen zur WWDC hat Apple eine ganze Reihe neuer Funktionen vorgestellt, die mit den im Herbst erscheinenden Systemversionen ausgeliefert werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Apple Music, das gleich an mehreren Stellen erweitert wird – von der Songtext-Übersetzung über die Aussprachehilfe bis hin zur Audioqualität auf der Apple TV. Viele dieser Neuerungen sind an tvOS 27 geknüpft, dessen erste Developer Beta sich bereits auf einem kompatiblen Apple TV installieren lässt. Die finalen Fassungen folgen im Herbst gemeinsam mit den übrigen Systemversionen.
Songtext-Übersetzung kommt in sieben neuen Sprachpaaren
Die Übersetzung von Songtexten erweitert Apple um sieben neue Sprachpaare. Künftig lassen sich Liedtexte von Englisch auf Französisch, Englisch auf Deutsch, Englisch auf Italienisch, Englisch auf Koreanisch, Englisch auf Spanisch sowie von Französisch auf Englisch und von Japanisch auf Englisch übertragen.
Für die Übersetzung setzt Apple auf maschinelles Lernen, das zusätzlich von Sprachexperten nachjustiert wird. Ziel ist es laut Apple, die emotionale Wirkung, die kulturellen Feinheiten und die ursprüngliche Absicht eines Textes zu bewahren, statt nur Wort für Wort zu übersetzen.
Aussprachehilfe erweitert das Mitsingen um fünf Paare
Ergänzend dazu wächst die Funktion zur Songtext-Aussprache, die das Mitsingen ermöglicht, wenn ein Text in einer fremden Sprache vorliegt. Sie erhält fünf zusätzliche Paarungen: Arabisch auf romanisiertes Arabisch, Englisch auf Hangul, Englisch auf Katakana, Japanisch auf Hangul sowie Mandarin-Chinesisch (vereinfacht) auf Katakana. Damit lässt sich ein Text in einer vertrauten Schrift darstellen, auch wenn die Originalsprache eine andere ist.
AutoMix erreicht Apple TV und HomePod
Auch AutoMix bekommt ein Update. Die Funktion, die einzelne Titel mit fließenden Übergängen ineinander mischt, soll mit verbesserten und immersiveren Übergängen für ein noch dichteres Hörerlebnis sorgen. Neu ist vor allem, dass AutoMix nicht länger auf einzelne Geräte beschränkt bleibt: Künftig steht die Funktion in Apple Music auch auf Apple TV in tvOS sowie auf dem HomePod zur Verfügung.
Hi-Res Lossless zieht auf das Apple TV
Der wohl größte Sprung bei der Klangqualität betrifft das Apple TV selbst. Apple Music bringt dort künftig nicht nur das reguläre Lossless-Audio, sondern zusätzlich Hi-Res Lossless. Abonnenten mit kompatiblen externen Lautsprecherausgängen können ihre Titel damit in höchster Qualität hören und Studioklang direkt über das Apple TV 4K wiedergeben.
Bislang war das nicht möglich: Mit tvOS 26 unterstützt das Apple TV 4K verlustfreies Apple-Music-Audio nur bis zu 24 Bit bei 48 kHz, während Hi-Res Lossless – also alles oberhalb von 48 kHz bis hinauf zu 24 Bit bei 192 kHz – außen vor blieb. Genau diese Lücke schließt die neue Software-Generation. Lossless bezeichnet dabei eine Kompression, die sämtliche Daten der Originalaufnahme erhält und so ein verbessertes Hörerlebnis ermöglichen kann, auch wenn umstritten ist, wie deutlich der Unterschied im Alltag tatsächlich hörbar ist. Welche Geräte über das Apple TV hinaus für verlustfreie Wiedergabe in Apple Music infrage kommen, hängt nach wie vor stark vom jeweiligen Ausgabeweg und der benötigten Hardware ab.
Verfügbarkeit der neuen Funktionen
Die erste tvOS 27 Developer Beta ist bereits erschienen; registrierte Entwickler können sie über Einstellungen → System → Softwareupdate → Beta-Updates auf einem unterstützten Apple TV einspielen. Die allgemeine Freigabe von tvOS 27 erfolgt im Herbst, parallel zu den übrigen Systemversionen. Die neuen Apple-Music-Funktionen werden im selben Zeitraum für alle Abonnenten ausgerollt.
tvOS 27: Mehr Sprachen, höhere Klangqualität
Die Neuerungen zeigen, in welche Richtung Apple Music sich entwickelt: Auf der einen Seite öffnet Apple den Dienst sprachlich weiter, indem Songtexte über mehr Sprachgrenzen hinweg verständlich und mitsingbar werden. Auf der anderen Seite rückt der Klang stärker in den Mittelpunkt – das Apple TV wird vom reinen Streaming-Empfänger zu einer ernstzunehmenden Quelle für hochauflösendes Audio im Wohnzimmer, sofern die passenden Lautsprecher angeschlossen sind. (Bild: Shutterstock / Masarik)
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