Apple zieht das Vision Pro Travel Case offenbar still und leise aus zahlreichen internationalen Märkten zurück – Deutschland eingeschlossen. Das 199 US-Dollar teure Zubehör (219 Euro) ist aus vielen Online-Stores komplett verschwunden, während die Software-Plattform der Vision Pro gerade erst ein großes Update erhalten hat.
Während Apple mit visionOS 27 frische Funktionen für sein Headset ausliefert und zeigt, dass die Software-Plattform der Vision Pro weiterlebt, deutet sich auf der Hardware-Seite eine gegenläufige Bewegung an. Das offizielle Travel Case für die Vision Pro ist in einer ganzen Reihe von Ländern aus Apples Online-Store verschwunden. Da Apple keinen offiziellen Schritt verkündet hat, lässt sich die Entwicklung nur an den Storefronts ablesen – und die zeichnen ein recht eindeutiges Bild.
Travel Case aus vielen Ländern verschwunden
Das Apple Vision Pro Travel Case wird in mehreren internationalen Stores nicht mehr geführt, darunter in Großbritannien, Japan, Deutschland, Frankreich, Irland und Hongkong. In diesen Ländern taucht das Case weder auf der Zubehörseite der Vision Pro auf, noch existieren die zugehörigen Produktseiten weiterhin – sie wurden vollständig entfernt. Das spricht für eine Einstellung ohne Pläne, das Produkt dort wieder aufzunehmen.

In China und Australien sind die Einträge zwar noch sichtbar, das Case lässt sich dort aber ausgegraut und nicht mehr bestellen. In den USA, in Kanada und den Vereinigten Arabischen Emiraten wird das Zubehör dagegen weiterhin regulär verkauft. Wann genau die Änderungen vorgenommen wurden, ist unklar; sie scheinen erst kürzlich erfolgt zu sein.
Belkin-Tasche bleibt als Alternative
Wer in den betroffenen Märkten eine Transportlösung für das Headset sucht, ist nicht völlig auf sich gestellt: Die Belkin Travel Bag für die Apple Vision Pro bleibt international verfügbar und tritt damit faktisch an die Stelle des hauseigenen Cases. Eine offizielle Änderung an der Verfügbarkeit des Originalprodukts hat Apple bislang nicht angekündigt.
Teil eines größeren Rückzugs bei der Vision Pro
Der Schritt fügt sich in ein Bild ein, in dem Apple seine Ambitionen rund um die Vision Pro spürbar zurückzufahren scheint. Die Modellpflege im Oktober 2025 mit dem M5-Chip konnte das Verbraucherinteresse Berichten zufolge nicht neu beleben, zumal der Preis trotz des schnelleren Chips unverändert bei 3.499 US-Dollar blieb. Insgesamt soll Apple bislang rund 600.000 Einheiten der Vision Pro verkauft haben; Quellen verweisen zudem auf eine ungewöhnlich hohe Rückgabequote im Vergleich zu anderen jüngeren Apple-Produkten.
Nach der schwachen Resonanz auf das M5-Modell soll das Vision-Pro-Team aufgelöst und auf andere Projekte verteilt worden sein. Mike Rockwell, Chef der Vision Products Group, leitet bereits seit März 2025 das Siri-Team. Pläne für eine günstigere und leichtere „Vision Air“ wurden Berichten zufolge im Oktober 2025 verworfen. Mark Gurman erklärte, ein neues Headset sei – sollte es überhaupt erscheinen – angesichts der abgezogenen Entwickler frühestens in rund zwei Jahren zu erwarten.
Was von Apples Headset-Plänen übrig bleibt
Der Analyst Ming-Chi Kuo berichtete in diesem Monat, der designierte Apple-Chef John Ternus habe die Streichung sowohl einer zweiten Vision Pro als auch der Vision Air abgesegnet. Der Fokus liege nun auf smarten Brillen. Laut Kuo befinden sich noch zwei Produkte in Entwicklung: eine KI-Brille als Gegenstück zu Metas Ray-Ban-Modellen, die 2027 erwartet wird, sowie eine mit Display ausgestattete AR-Brille, mit der vor 2029 kaum zu rechnen sei.
Gurman wiederum deutete an, dass eine schlankere und günstigere Vision Pro langfristig durchaus möglich bleibe, aber wohl nicht vor Ende 2028 oder 2029 auf den Markt komme. Die kurzfristigen Aussichten für Apples Mixed-Reality-Hardware fallen damit verhalten aus.
Ein kleines Zubehör mit großer Signalwirkung
Für sich genommen ist das Verschwinden eines Transport-Cases eine Randnotiz. Im größeren Zusammenhang lässt sich das stille Auslaufen aber kaum anders deuten denn als weiteres Indiz für die unsichere Zukunft der Vision Pro. Ob es sich um eine vollständige Einstellung oder lediglich um einen leisen Abverkauf der Restbestände handelt, bleibt offen – das Muster passt jedoch zu einem Produkt, dessen weitere Entwicklung Apple offenbar neu sortiert. (Bild: Apple)
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