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Apple kontert Epics Vorstoß gegen die Supreme-Court-Beschwerde

by Milan
11. Juni 2026
in News
Apple Epic Games

Bild: Shutterstock / Kosoff

Im jahrelangen Streit mit Epic Games legt Apple nach: Mit einer knappen, zwölfseitigen Eingabe wehrt sich der Konzern gegen Epics Versuch, die Beschwerde vor dem US Supreme Court im Keim zu ersticken. Apples Kernbotschaft – ausgerechnet Epics eigener Schriftsatz zeige, dass das oberste Gericht den Fall prüfen müsse.

Der Rechtsstreit zwischen Apple und Epic Games hat die höchste juristische Instanz der USA erreicht. Nachdem das Verfahren zuletzt an die Vorinstanz zurückverwiesen worden war, liegt nun Apples Erwiderung auf einen Gegenzug von Epic vor. Der Spieleentwickler hatte am 4. Juni 2026 eine 35-seitige Stellungnahme eingereicht und das Gericht aufgefordert, Apples Beschwerde gar nicht erst anzunehmen. Apple kontert mit einer eigenen, deutlich kürzeren Eingabe und greift darin zwei zentrale Argumente seines Gegners an.

Apples Antwort auf Epics Schriftsatz

In seiner zwölfseitigen Erwiderung dreht Apple Epics Stoßrichtung um: Gerade weil Epic den Fall in seiner Stellungnahme so darstelle, bestätige das den Bedarf einer höchstrichterlichen Klärung. Der erste Streitpunkt betrifft die sogenannten Anti-Steering-Regeln – also die Frage, ob und wie Entwickler innerhalb ihrer Apps auf Zahlungswege außerhalb des App Store hinweisen dürfen.

Nach Apples Lesart stellt Epic die Reichweite der gerichtlichen Anordnung falsch dar. Die Verfügung habe lediglich bestimmte Anti-Steering-Praktiken untersagt, sich aber nicht mit den Provisionen des App Store befasst. Epics Darstellung laufe damit darauf hinaus, das Urteil nachträglich umzuschreiben, statt es korrekt wiederzugeben.

Streit um ein Präzedenzurteil

Der zweite Konflikt dreht sich um ein Grundsatzurteil des Supreme Court aus dem Jahr 2025, „Trump v. CASA, Inc.“. Epic wirft Apple vor, sich zu Unrecht von dessen Wirkung auszunehmen. Apple hält dagegen, dass genau jenes Urteil ausdrücklich festhalte, es habe keine Bedeutung für kartellrechtliche Verfahren – und um ein solches handele es sich hier. Damit, so Apples Schluss, gehe Epics Einwand ins Leere.

Der lange Weg seit 2020

Der Konflikt reicht bis ins Jahr 2020 zurück, als Epic bewusst einen Bruch mit Apples Zahlungsregeln im App Store provozierte. Den Großteil des ursprünglichen Verfahrens entschied Apple 2021 für sich, unterlag aber beim Thema Anti-Steering: Richterin Yvonne Gonzalez Rogers verpflichtete den Konzern, Entwicklern das Verlinken auf externe Zahlungsoptionen zu erlauben. Apple kam dem nach, erhob auf solche Transaktionen außerhalb der App jedoch eine Provision von 27 Prozent – woraufhin kaum ein Entwickler das Angebot nutzte.

Im April 2025 wertete Gonzalez Rogers dieses Vorgehen als vorsätzlichen Verstoß und untersagte Apple, überhaupt eine Provision auf externe Verlinkungen zu verlangen. Die Richterin warf zudem Apples Finanz-Vizepräsident Alex Roman vor, vor Gericht irreführende und unwahre Angaben dazu gemacht zu haben, wann die 27-Prozent-Gebühr intern beschlossen wurde, und verwies sowohl Roman als auch Apple zur Prüfung eines möglichen Verfahrens wegen Missachtung des Gerichts an die Bundesstaatsanwaltschaft. Apple strich die Gebühr und legte Berufung ein.

Im Dezember 2025 bestätigte der zuständige Berufungsgerichtshof zwar den Verstoß gegen die Verfügung, verwies den Fall zur Festlegung einer angemessenen Provisionshöhe aber zurück an das Bezirksgericht – ein Schritt, der auch den Zeitplan für die neue Provisionsverhandlung prägt. Im Mai 2026 rief Apple schließlich den Supreme Court an und stellte zwei Fragen in den Mittelpunkt: ob die Feststellung der Gerichtsmissachtung rechtmäßig war und ob die Verfügung landesweit für alle Entwickler statt nur für Epic gelten dürfe. Ein Versuch, die Provisionsverhandlungen während des Verfahrens auszusetzen, wurde nach einem Einspruch von Epic wieder kassiert. Im selben Monat kehrte Fortnite weltweit – mit Ausnahme Australiens – in den App Store zurück; Epic-Chef Tim Sweeney sprach dabei vom Beginn der „finalen Schlacht“ des Streits.

Entscheidung könnte schon im Juni fallen

Ob der Supreme Court Apples Beschwerde annimmt, könnte sich nach Einschätzung von Beobachtern bereits im Juni entscheiden. Bis zu einem tatsächlichen Urteil dürften allerdings unabhängig davon noch viele Monate vergehen. Die jüngste Eingabe ist damit vor allem ein weiterer Schlagabtausch in einem Verfahren, das die wirtschaftlichen Grundregeln des App Store berührt – und das nach mehr als fünf Jahren noch immer kein Ende gefunden hat. (Bild: Shutterstock / Kosoff)

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