Mit iOS 27 führt Apple unter dem Namen „Tap to Share“ eine neue Funktion ein, die das Bezahlen am Verkaufstresen um einen Datenaustausch per NFC erweitert. Für Nutzer in Deutschland und der übrigen EU gibt es allerdings einen Haken: Verfügbar ist die Neuerung zum Start nicht.
Apple baut sein kontaktloses Bezahlsystem auf dem iPhone weiter aus. Tap to Share ist Teil von iOS 27, dessen erste Entwickler-Beta im Zuge der zur WWDC gestarteten Beta-Welle bereitsteht. Die Funktion richtet sich an Händler und erlaubt es, das iPhone per NFC-Tipp mit dem Gerät eines Kunden zu verbinden – nicht nur, um zu kassieren, sondern um beim Kauf gezielt Daten auszutauschen. Apple beschreibt das Feature bereits in der offiziellen Entwicklerdokumentation.
Was hinter Tap to Share steckt
Tap to Share ist eine Erweiterung von Tap to Pay on iPhone. Diese bereits etablierte Funktion verwandelt ein iPhone in ein Kassenterminal: Händler können kontaktlose Zahlungen direkt auf dem Gerät annehmen, ganz ohne zusätzliche Hardware. Kunden tippen dafür mit ihrem iPhone, ihrer Apple Watch, einer kontaktlosen Karte oder einem anderen kontaktlosen Zahlungsmittel auf das Händler-iPhone, die Abwicklung erfolgt sicher über NFC – ähnlich wie bei Apple Pay.
Tap to Share setzt genau hier an: Während einer aktiven Tap-to-Pay-Sitzung lässt sich über denselben Tipp ein Datenaustausch anstoßen. Nötig sind dafür lediglich ein iPhone und eine unterstützte Zahlungs-App, die Tap to Pay on iPhone nutzt. Gedacht ist das vor allem für kleine Unternehmen, Marktstände und ähnliche Verkaufssituationen, in denen sich keine aufwendige Kassentechnik lohnt.
Drei Funktionen am Verkaufstresen
Apple gliedert Tap to Share in drei Einsatzbereiche. Erstens lassen sich Kundendaten direkt am Point of Sale anfordern: Mit einem einzigen Tipp teilen Kunden genau die Informationen, die sie freigeben möchten – Kontaktdaten, eine Lieferadresse oder eine E-Mail-Adresse für den digitalen Beleg. Verfügt das Kundengerät nicht über die native Unterstützung, aktiviert derselbe Tipp eine Web-App als Rückfalllösung, über die sich Daten ebenso sicher übermitteln und der Warenkorb prüfen lassen.
Zweitens unterstützt die Funktion Wallet-Pässe: Händler können Kunden direkt am iPhone für Mitgliedschafts- oder Treueprogramme anmelden und deren Pässe an der Kasse akzeptieren. Kunden wiederum können die Pässe sicher zu ihrer Wallet hinzufügen. Drittens zeigt Tap to Share den vollständigen Warenkorb auf dem Kundengerät an – inklusive Rabatten und reduzierter Preise. Zum Abschluss kann die Zahlung per Apple Pay erfolgen, wahlweise als vollständige oder als Teilzahlung.
Sicherheit und Systemvoraussetzungen
Für den Datenaustausch greift Tap to Share auf die integrierten Sicherheits- und Datenschutzfunktionen des iPhones zurück. Die zwischen den Geräten übertragenen Informationen sind nach Apples Angaben ausschließlich für die Kundin oder den Kunden sowie für die genutzte App sichtbar. Vorausgesetzt werden iOS 27 oder neuer und mindestens ein iPhone 12. Außerdem ist eine aktive Tap-to-Pay-Sitzung erforderlich, da Tap to Share auf diese aufsetzt.
In der EU vorerst nicht verfügbar
Für den deutschsprachigen Raum entscheidend: Tap to Share ist im Europäischen Wirtschaftsraum vorerst nicht nutzbar. Dieser umfasst neben allen EU-Staaten – darunter Deutschland und Österreich – auch Island, Liechtenstein und Norwegen. Einen Grund für die Zurückhaltung oder einen Zeitrahmen für einen möglichen späteren Start nennt Apple nicht.
Damit reiht sich Tap to Share in eine wachsende Liste an Funktionen ein, die europäischen Nutzern zum Start fehlen. Das prominenteste aktuelle Beispiel ist die runderneuerte Assistentin, deren Verzögerung in der EU Apple ausdrücklich mit dem Digital Markets Act begründet. Ob hinter dem EWR-Ausschluss von Tap to Share ähnliche regulatorische Erwägungen stehen, lässt das Unternehmen offen – bei der Assistentin verläuft die Trennlinie hingegen exakt entlang der vom DMA erfassten Plattformen. (Bild: Apple)
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