Der Markt für faltbare Smartphones steht vor seinem stärksten Jahr – und Apple gilt als einer der Gründe dafür, obwohl das erste Gerät noch gar nicht vorgestellt ist. Ausgerechnet das Schlussquartal soll dabei zum entscheidenden Zeitraum werden. Das passt zu einem Zeitplan, der beim iPhone Ultra weiterhin nicht geklärt ist.
Weltweit sollen in diesem Jahr rund 20 Prozent mehr faltbare Smartphones ausgeliefert werden als 2025. Die Zahl stammt aus der Zuliefererkette und wird von Branchenkreisen getragen, die gegenüber DigiTimes auch benennen, woher der Schub kommen soll: aus breiteren Bauformen, aus einer wachsenden Zahl an Herstellern – und aus Apples Eintritt in die Kategorie.
Samsung soll seine Führungsposition behalten. Apple, Huawei und weitere Marken werden als Treiber genannt, wobei die Kategorie nach fast acht Jahren Produktentwicklung inzwischen als ausgereift gilt. Für Apple selbst kursiert bereits eine eigene Prognose: Ein Bericht von Ende Juli sieht das Unternehmen im ersten Jahr bei rund 25 Prozent Marktanteil bei Foldables.
Das Wichtigste in Kürze
- Die weltweiten Auslieferungen faltbarer Smartphones sollen 2026 um etwa 20 Prozent zulegen
- Samsung bleibt Marktführer, Apple und Huawei gelten als Wachstumstreiber
- Das vierte Quartal wird als wichtigster Verkaufszeitraum des Jahres eingestuft
- Knappere Logikchips und steigende Speicherpreise belasten den Gesamtmarkt, sollen die Kategorie aber nicht ausbremsen
- Wann Apple das faltbare iPhone tatsächlich verkauft, ist weiterhin offen
Warum das Schlussquartal zum Schlüssel wird
Die Prognose stützt sich auf eine Beobachtung aus Samsungs eigener Erfahrung: Frühe Vorbestellphasen erzeugen zwar starke Verkäufe rund um den Marktstart, die eigentliche Wachstumsphase setzt aber später ein. Sie beginnt dann, wenn mehrere Hersteller ihre Modelle bereits im Handel haben und Käufer vergleichen können.
Genau dieser Zeitpunkt fällt in diesem Jahr auf das vierte Quartal. Für den deutschsprachigen Markt bedeutet das eine Überschneidung mit dem Weihnachtsgeschäft – der Phase, in der Smartphones hierzulande ohnehin am stärksten verkauft werden.
Ein zweiter Punkt aus dem Bericht betrifft die Preisbereitschaft: Die meisten Käufer rechnen inzwischen ohnehin mit steigenden Preisen. Solange die Aufschläge im erwarteten Rahmen bleiben, soll die Nachfrage deshalb stabil bleiben. Beim faltbaren iPhone kursieren Preisvorstellungen von 2.000 bis 2.500 US-Dollar, und dass die Preise sowohl beim iPhone 18 Pro als auch beim faltbaren Modell steigen, gilt seit Monaten als gesetzt.
Was gegen das Wachstum spricht
Der breitere Smartphone-Markt kämpft derzeit mit zwei Problemen gleichzeitig. Logikchips aus der Vorstufe sind knapper geworden, und die Speicherpreise sind deutlich gestiegen. Beides trifft faltbare Geräte besonders, weil sie ohnehin teurer in der Fertigung sind.
Wie unterschiedlich dieser Druck ankommt, hat sich bereits gezeigt: Die Speicherkrise spaltet den Smartphone-Markt, weil große Hersteller ihre Kontingente langfristig gesichert haben und kleinere Anbieter zu Tagespreisen einkaufen müssen. Apple steht dabei auf der günstigeren Seite.
| Prognose | Wert | Bezug |
|---|---|---|
| Wachstum Foldable-Auslieferungen | rund 20 Prozent | weltweit, 2026 gegenüber 2025 |
| Apples Anteil am Foldable-Markt | rund 25 Prozent | erstes Jahr |
| Bestellte iPhone-Ultra-Einheiten | rund 10 Millionen | für 2026 |
| Wichtigster Verkaufszeitraum | viertes Quartal | Gesamtkategorie |
Die Zahlen stammen aus unterschiedlichen Berichten und Zeitpunkten. Dass Apple bei Zulieferern rund zehn Millionen Einheiten geordert haben soll, wurde Anfang Juli gemeldet und ist seither nicht revidiert worden.
Der offene Punkt bleibt der Verkaufsstart
Hier wird es widersprüchlich. Anfang August hieß es aus der Zuliefererkette, die Produktionslinie stehe und ein Verzug sei vom Tisch. Ming-Chi Kuo hatte dagegen bereits im Juli argumentiert, das Gerät werde zwar im September gezeigt, sei aber möglicherweise erst im vierten Quartal vorbestellbar – die Begründung dafür steht in unserem Bericht dazu, warum der Verkauf später starten könnte als die Vorstellung.
Die neue Marktprognose löst diesen Widerspruch nicht auf, sondern verschiebt das Gewicht leicht: Wenn das vierte Quartal als entscheidendes Verkaufsfenster gilt, passt das zu einem späteren Marktstart genauso gut wie zu einem frühen Start mit anschließendem Nachfrageschub. Beide Lesarten bleiben möglich, und keine der beiden Quellen widerspricht der anderen direkt.
Was eine Prognose aus der Zuliefererkette wert ist
DigiTimes hat bei Apple-Prognosen eine gemischte Bilanz. Zeitpläne und Modellzuordnungen lagen in der Vergangenheit mehrfach daneben, während Angaben zu Fertigungsvolumen und Zuliefererbewegungen häufiger zutrafen. Diese Meldung fällt in die zweite Kategorie – sie beschreibt Auslieferungsmengen, nicht Produktdetails.
Für dich als möglichen Käufer ändert die Zahl selbst wenig. Interessant ist die Richtung dahinter: Eine Kategorie, die jahrelang als Nische galt, wächst zweistellig, bevor Apple überhaupt eingestiegen ist. Der Zuwachs ist also nicht allein Apples Verdienst – aber Apple wird ihn mitnehmen.
Praktisch heißt das vor allem eines: Wer im September auf ein faltbares iPhone hofft, sollte die Vorstellung nicht mit der Verfügbarkeit verwechseln. Der Gesamtstand zum Gerät steht in unserer Übersicht zum iPhone Ultra, und was im September sonst noch erwartet wird, fasst die Vorschau auf das September-Event zusammen.
Die Kategorie wird erwachsen
Nach fast acht Jahren Entwicklung hat sich der Faltbaren-Markt von der technischen Machbarkeitsstudie zu einem Segment mit mehreren ernstzunehmenden Anbietern entwickelt. Dass Apple erst jetzt einsteigt, folgt dem bekannten Muster – das Unternehmen ist selten der erste Hersteller einer Kategorie, aber häufig derjenige, der sie in die Breite trägt.
Ob das auch hier gelingt, wird sich frühestens im Winter zeigen. Bis dahin bleibt der Zeitplan die interessantere Frage als die Marktzahl. (Bild: Apfelpatient)
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