Bei Apple Fitness+ fallen einzelne Stellen weg, und die Audioformate Time to Walk und Time to Run werden zurückgefahren. Über die Zukunft des Dienstes wird intern weiter beraten. Was das für Abonnenten hierzulande heißt, ist überschaubarer, als die Meldung zunächst klingt.
Apple Fitness+ steht seit rund einem Jahr unter Beobachtung: Im November 2025 hieß es erstmals, der Dienst stehe intern auf dem Prüfstand, seither gehören Health und Fitness zum Servicebereich unter Eddy Cue. Im Februar folgte die Meldung, dass aus dem geplanten Health+ nur eine abgespeckte Fassung wird. Im August tauchte dann eine Stellenanzeige auf, die auf Live-Inhalte bei Fitness+ hindeutete.
Jetzt berichtet Mark Gurman in seinem Newsletter bei Bloomberg vom 20. September von Stellenstreichungen beim Dienst. Betroffen ist demnach eine Handvoll Positionen. Parallel sollen die beiden Audioformate des Dienstes zurückgefahren werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei Apple Fitness+ fällt laut Bericht eine Handvoll Stellen weg.
- Die Audioformate Time to Walk und Time to Run sollen zurückgefahren werden.
- Über die Zukunft des Dienstes berät Apple weiter, eine Zusammenführung mit der Health-App gilt als Möglichkeit.
- Am Angebot für Abonnenten ändert sich vorerst nichts, auch nicht am Preis von 9,99 Euro im Monat.
- Deutschsprachige Workouts gibt es erst seit Dezember 2025 – die Produktion in Santa Monica läuft weiter.
Was der Bericht nennt
Im Kern stehen drei Punkte: Stellenstreichungen in geringem Umfang, ein Rückbau der beiden Audioformate und eine weiterhin offene Grundsatzentscheidung über den Dienst. Time to Walk startete im Januar 2021 mit Prominenten, die beim Gehen aus ihrem Leben erzählen, Time to Run kam ein Jahr später mit angeleiteten Laufstrecken dazu. Beide laufen auf der Apple Watch und sind das einzige Angebot des Dienstes, das ohne Bildschirm funktioniert.
Als mögliche Richtung nennt der Bericht eine Zusammenführung von Fitness+ mit der Health-App. Diese Idee ist nicht neu: Sie stand schon im Zusammenhang mit dem Neubau der Health-App im Raum, die Apple im September vorgestellt hat.
Wie belastbar der Bericht ist
Gurman stützt sich auf Quellen innerhalb von Apple und hat die Umbauten im Health- und Fitnessbereich seit einem Jahr als Erster beschrieben. Seine Angaben zu diesem Bereich haben sich bislang als tragfähig erwiesen, etwa beim Wechsel der Zuständigkeit zu Eddy Cue.
Eine konkrete Zahl gestrichener Stellen, eine Liste betroffener Rollen oder ein Zeitplan für den Rückbau der Audioformate stehen nicht im Bericht. Die Zusammenführung mit der Health-App ist eine Erwartung, keine Ankündigung.
Die Chronologie des Umbaus
| Zeitpunkt | Vorgang |
|---|---|
| Dezember 2020 | Start von Apple Fitness+ in sechs Ländern |
| Januar 2021 | Time to Walk kommt dazu |
| November 2021 | Start in Deutschland, Österreich und der Schweiz |
| Januar 2022 | Time to Run kommt dazu |
| November 2025 | Health und Fitness wandern in den Servicebereich, Dienst auf dem Prüfstand |
| Dezember 2025 | Workouts und Meditationen erscheinen auf Deutsch |
| Februar 2026 | Health+ wird auf eine kleinere Fassung zurückgestutzt |
| August 2026 | Stellenanzeige deutet auf Live-Inhalte hin |
| September 2026 | Stellenstreichungen und Rückbau der Audioformate |
Was Abonnenten hierzulande betrifft
Für den deutschsprachigen Raum ist der interessanteste Punkt nicht die Stellenzahl, sondern die Sprache. Seit Dezember 2025 produziert Apple Workouts und Meditationen auf Deutsch, ohne Untertitel – also erst seit neun Monaten. Wer den Dienst hier abonniert hat, nutzt damit Inhalte aus einer Produktion, die zuletzt ausgebaut und nicht eingedampft wurde.
Der Preis liegt unverändert bei 9,99 Euro im Monat oder 79,99 Euro im Jahr, dazu kommt Fitness+ im Paket Apple One Premier. Time to Walk und Time to Run laufen dagegen auf Englisch. Ein Rückbau dieser beiden Formate trifft deutschsprachige Abonnenten damit weniger hart als das Publikum in den USA.
Warum eine Handvoll Stellen wenig über den Dienst verrät
Die Personalie taugt kaum als Beleg für ein Ende des Dienstes. Die teuren Teile von Fitness+ stehen fest und laufen weiter. Alle Inhalte entstehen in einem umgebauten Gebäude in Santa Monica mit rund 2.100 Quadratmetern Fläche, in dem laut Apple 13 robotergeführte Kameras auf Schienen fahren – nach Angaben des Fitnesschefs die größte Installation dieser Art. Dazu kommen rund 27 Trainerinnen und Trainer sowie wöchentlich neue Sessions.
Diese Grundkosten fallen an, egal ob eine Handvoll Produktionsstellen besetzt ist oder nicht. Wer einen Dienst wirklich abwickelt, dreht zuerst an dieser Schraube, nicht an einzelnen Rollen. Dagegen sprechen auch die jüngsten Schritte in die andere Richtung: deutschsprachige Produktionen seit Dezember, eine Stellenanzeige für Live-Produktion im August.
Wir rechnen deshalb damit, dass Fitness+ als Angebot bestehen bleibt und sich eher die Verpackung ändert – etwa als Teil der Health-App oder eines gebündelten Abos. Der Rückbau der Audioformate passt in dieses Bild: Er trifft genau den Teil des Katalogs, der am weitesten von der Studioproduktion entfernt liegt und für den Apple Prominente gewinnen muss.
Nutzt du Time to Walk oder Time to Run auf der Apple Watch, oder sind für dich ohnehin nur die Video-Workouts der Grund für das Abo? Schreib uns in die Kommentare, welchen Teil von Fitness+ du wirklich anmachst.



