Ein Notizbuch aus Papier stand am Anfang des ersten faltbaren iPhone – das erzählen Apples Designer in einem neuen Interview. Die Proportionen sollen sich am internationalen A-Papierformat orientieren, das hierzulande jeder als DIN A4 kennt. Die Rechnung mit Apples eigenen Maßen zeigt, wie nah das Gerät tatsächlich dran ist.
Apple-Chef John Ternus, Molly Anderson, Vice President für Industriedesign, und Steve Lemay, Vice President für Human Interface Design, haben mit der britischen GQ über die Entstehung des iPhone Duo gesprochen. Im Interview mit GQ geht es um Hardware und Software gleichermaßen. Vorbestellungen starten am 16. Oktober, im Handel ist das Gerät ab dem 23. Oktober, in Deutschland ab 2.299 Euro.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein gewöhnliches Notizbuch aus Papier war laut Anderson eine zentrale Inspiration für das iPhone Duo.
- Die Proportionen orientieren sich laut GQ am A-Papierformat, sodass das Gerät offen und geschlossen dasselbe Seitenverhältnis hat.
- Apples offizielle Maße bestätigen das: Beide Zustände liegen bei rund 1,40 zu 1, nur etwa ein Prozent unter dem DIN-Verhältnis.
- Rechnerisch füllt eine A4-Seite das Innendisplay bis auf 14 Pixel aus.
- Die Software soll Erfahrungen aus iPad, Mac und iPhone bündeln, ohne beim Aufklappen wie ein anderes System zu wirken.
Das Notizbuch als Ausgangspunkt
Ternus verbindet das Gerät mit einem bekannten Satz seines Vorvorgängers. Steve Jobs habe von der Verbindung aus Technologie und Geisteswissenschaften gesprochen, und das iPhone Duo sei dafür ein perfektes Beispiel. Jobs hatte diese Formel unter anderem bei der Vorstellung des iPad 2 im Jahr 2011 bemüht.
Konkreter wird Anderson. Jeder wisse, wie sich ein Notizbuch in der Tasche anfühlt und wie es sich tragen lässt. Die Leitfrage sei gewesen, wie ein Gerät viel Fläche bieten und sich trotzdem kompakt anfühlen könne.
Viel Aufmerksamkeit galt laut Anderson dem Aufklappen. Das Scharnier folgt einem eigens abgestimmten, variablen Drehmomentverlauf: Es lässt sich leicht öffnen und ist dann so ausgelegt, dass es von selbst offen bleibt und flach aufliegt.
Proportionen nach dem DIN-Prinzip
Laut GQ leiten sich die Proportionen des iPhone Duo vom A-Papierformat ab. Dessen Kern ist ein Seitenverhältnis von 1 zu Wurzel 2, also rund 1 zu 1,414. Halbiert man ein solches Blatt, bleibt das Verhältnis erhalten – aus A4 wird A5, aus A5 wird A6. Genau diese Eigenschaft braucht ein Gerät, das offen und geschlossen dieselbe Form haben soll.
Das System hat einen deutschen Ursprung. Das Deutsche Institut für Normung veröffentlichte die Norm DIN 476 am 18. August 1922, entwickelt von dem Ingenieur Walter Porstmann. Heute ist sie international als ISO 216 festgeschrieben, im deutschsprachigen Raum spricht man trotzdem bis heute von DIN A4.
Die technischen Daten des iPhone Duo erlauben die Nachrechnung. Geöffnet misst das Gerät 164,6 mal 117,8 Millimeter, geschlossen 117,8 mal 84,1 Millimeter.
| Format | Maße (mm) | Seitenverhältnis |
|---|---|---|
| DIN A5 | 210 × 148 | 1,414 |
| iPhone Duo geöffnet | 164,6 × 117,8 | 1,397 |
| DIN A6 | 148 × 105 | 1,414 |
| iPhone Duo geschlossen | 117,8 × 84,1 | 1,401 |
| DIN A7 | 105 × 74 | 1,414 |
Beide Zustände liegen nur etwa ein Prozent unter dem DIN-Verhältnis und fast gleichauf miteinander. Aufgeklappt ist das iPhone Duo größer als eine Postkarte im Format A6 und kleiner als ein A5-Heft, zugeklappt liegt es zwischen A7 und A6.
Software aus drei Welten
Lemay beschreibt die Software als Summe bisheriger Erfahrungen. Man werde darin vieles vom iPad, sogar vom Mac und von den bisherigen iPhones wiederfinden – eine Art Best-of dieser Produkte.
Wichtig war dem Team, dass sich das Aufklappen nicht wie der Wechsel in ein anderes Betriebssystem anfühlt. Bedienelemente behalten ihren Platz, damit niemand nach dem Öffnen den Knopf suchen muss, den er gerade noch gesehen hat. Wie iOS 27 die Oberfläche beim Aufklappen mitnimmt, hatte Apple bereits bei der Vorstellung gezeigt.
Lemay erwartet außerdem, dass Entwickler Anwendungen finden, mit denen das Designteam nicht gerechnet hat. Einige davon könnten das Gerät selbst und die gesamte Branche prägen.
Was das A-Format im Alltag bringt
Für Nutzer im deutschsprachigen Raum hat die Formatwahl einen handfesten Nebeneffekt. Rechnungen, Formulare, Behördenschreiben und die meisten PDFs liegen hier im Format A4 vor. Das Innendisplay löst mit 1.878 mal 2.670 Pixeln auf. Eine A4-Seite auf voller Breite wäre rechnerisch 2.656 Pixel hoch und füllt das Display damit bis auf 14 Pixel aus.
In den USA ist das Letter-Format verbreitet, das mit 8,5 mal 11 Zoll gedrungener ausfällt. Eine Letter-Seite auf derselben Breite käme nur auf rund 91 Prozent der Displayhöhe. Die Werte sind reine Geometrie – abgerundete Ecken und Bedienelemente der jeweiligen App kosten in der Praxis etwas Fläche.
Wenn du viel mit Dokumenten arbeitest, bekommst du damit ein Innendisplay, das auf genau das Seitenformat zugeschnitten ist, in dem hierzulande fast alles Papier vorliegt.
Würdest du das aufgeklappte iPhone Duo eher zum Lesen von Dokumenten nutzen – oder bleibt ein Foldable für dich ein Smartphone mit etwas mehr Fläche für Videos und Apps? Schreib uns in die Kommentare, wofür du die Seite im A-Format nutzen würdest.



