Steuerelemente an der Seite statt am unteren Rand, zwei Homescreen-Seiten nebeneinander und eine Dynamic Island, die hochkant läuft: Apple hat beschrieben, wie sich iOS 27 auf dem faltbaren iPhone verhält. Vier Kamerafunktionen gibt es dabei ausschließlich auf diesem Gerät.
Das iPhone Duo kommt am 23. Oktober in den Handel, vorbestellen lässt es sich ab dem 16. Oktober, der Einstieg liegt bei 2.299 Euro. Wie sich die Systemoberfläche an ein Gerät anpasst, das mal 5,4 und mal 7,6 Zoll misst, hat Apple in der Mitteilung zum iPhone Duo im Detail beschrieben. Die Grundlage dafür ist iOS 27, dessen Release Candidate seit dieser Woche vorliegt – ausgeliefert wird das Duo allerdings mit iOS 27.1.
Das Wichtigste in Kürze
- Steuerelemente auf dem Sperrbildschirm, das Dock und die App-Navigation sitzen an der Seite statt am unteren Rand.
- Geöffnet zeigt das Display zwei Homescreen-Seiten, links davon die Ansicht „Heute“.
- Split View bringt erstmals zwei Apps nebeneinander auf ein iPhone.
- Vier Kamerafunktionen setzen das zweite Display voraus und laufen auf keinem anderen iPhone.
- Ausgeliefert wird das Duo mit iOS 27.1, nicht mit der Fassung vom 14. September.
Bedienelemente wandern an den Rand
Der auffälligste Eingriff betrifft die Anordnung. Was bisher am unteren Bildschirmrand lag, sitzt auf dem Duo an der Seite: die Steuerelemente des Sperrbildschirms, das Dock und die Navigation innerhalb von Apps. Der Grund ist schlicht Platz – vertikal bleibt dadurch mehr Fläche für Inhalte.
Die Statusleiste ist keine Leiste mehr, sondern ein rundes, flexibles Element in der Ecke des Displays, das WLAN, Mobilfunkstärke und Batteriestand anzeigt. Die Dynamic Island läuft hochkant am Rand, sowohl außen als auch innen, und klappt für Live-Aktivitäten auf.
Geöffnet zeigt das innere Display zwei Homescreen-Seiten gleichzeitig, wobei die Ansicht „Heute“ mit ihren Widgets links steht. Das System reagiert dabei nicht nur auf offen und geschlossen: Inhalte passen sich beim Falten an, drehen sich beim Kippen und wechseln auf das jeweils sichtbare Display, wenn das Gerät umgedreht wird.
Split View kommt aufs iPhone
Zwei Apps nebeneinander gab es auf dem iPhone bisher nicht. Auf dem inneren Display lassen sich zwei Anwendungen gleichzeitig öffnen, auch zwei Fenster derselben App – Apple nennt als Beispiel zwei Safari-Fenster für einen Produktvergleich. App-Paare lassen sich sichern und später wieder aufrufen.
Für DACH-Leser hängt an dieser Stelle eine Einschränkung, die Apple in den Fußnoten der Mitteilung selbst benennt: Siri AI startet zunächst nicht in der EU auf iOS. Wer die Assistenz auf einer Displayhälfte laufen lassen will, während auf der anderen Inhalte stehen, kann das hierzulande vorerst nicht.
Vier Kamerafunktionen nur für das Duo
Weil ein Display nach außen zeigt, während die Hauptkameras auf das Motiv gerichtet sind, entstehen Anwendungen, die kein anderes iPhone bietet.
| Funktion | Was sie macht |
|---|---|
| Smart Foto | Modelle auf dem A20 Pro werten die Szene aus und lösen aus, sobald alle in Position sind |
| Duo Preview | Live-Vorschau auf dem äußeren Display, damit die fotografierte Person den Ausschnitt sieht |
| Blickfang | Peanuts-Animationen auf dem äußeren Display, um die Aufmerksamkeit von Kindern zu holen |
| Duo FaceTime | Personen in der Nähe steigen über das äußere Display in einen laufenden Videoanruf ein |
Dazu kommt ein Selfie über die Rückkameras mit Vorschau auf dem äußeren Display – höhere Auflösung als über die Frontkamera, ohne auf den Bildausschnitt verzichten zu müssen.
Standby wird zum zweiten Zuhause
Wird das Gerät abgestellt, wechselt jeweils das nach oben zeigende Display in Standby, unabhängig davon, ob geladen wird. Neue Zifferblätter für Kalender und Wetter ergänzen die bestehenden Varianten „Uhr“ und „Modular“, das Fotos-Zifferblatt zeigt inzwischen geteilte Alben. Farben, Schriften und Komplikationen lassen sich weiter anpassen als bisher.
Netflix, Zoom und Slack haben ihre Apps bereits angepasst. Für alle anderen Entwickler gibt es neue Schnittstellen in den aktuellen SDKs, und das Duo zieht demnächst in den Geräte-Hub in Xcode ein.
Warum der 14. September hier nicht das Datum ist
iOS 27 erscheint am Montag – die Duo-Anpassungen kommen damit aber nicht auf bestehende Geräte, weil es sie ohne zweites Display schlicht nicht gibt. Das Duo selbst wird mit iOS 27.1 ausgeliefert. Zwischen dem Systemstart und dem Gerät liegen also nicht nur fünf Wochen, sondern auch eine Versionsnummer.
Praktisch heißt das: Wer die Oberfläche in Aktion sehen will, muss bis Ende Oktober warten. Und es heißt, dass Apple sich für den Feinschliff der Faltmechanik im System bewusst Zeit über den regulären Systemstart hinaus genommen hat.
Ein Detail für hiesige Kunden steckt in einer anderen Fußnote: iPhone Handoff, mit dem sich zwei iPhones dieselbe Rufnummer teilen, startet in Deutschland zunächst nur bei der Telekom. Wie die Funktion arbeitet, haben wir bei ihrer Ankündigung beschrieben.
iPhone Duo: Was ab dem 23. Oktober zählt
Die eigentliche Frage bei einem faltbaren Gerät ist nie die Hardware, sondern ob die Software den Formwechsel mitmacht, ohne dass es umständlich wird. Apples Beschreibung liest sich schlüssig – ob das Umsortieren an den Rand im Alltag trägt, entscheidet sich erst am Gerät.
Welche der vier Duo-Funktionen würdest du tatsächlich nutzen – oder ist Split View auf einem 7,6-Zoll-Display der einzige Punkt, der den Aufpreis rechtfertigt? Schreib uns in die Kommentare, worauf es bei dir ankommt.



