In iOS 27 steckt eine Funktion, die Apple auf der WWDC nur auf einer Übersichtsfolie erwähnt hat: iPhone Handoff. Damit lassen sich zwei iPhones unter derselben Rufnummer betreiben und im Wechsel nutzen. In Deutschland gibt es das Prinzip längst – allerdings zu anderen Bedingungen.
Aufgetaucht ist die Funktion in einem Forumsbeitrag mit einem Video, das den Ablauf anhand zweier simulierter iPhones im Device Hub von Xcode 27 zeigt. Apple hatte den Namen im Juni auf jener Folie untergebracht, die zur WWDC mehrere Hundert kleinere Neuerungen auflistete, danach aber keine Details nachgereicht. Mit dem nahenden Release – iOS 27 hat Ende August die achte und damit letzte Entwickler-Beta erreicht – bekommt der Eintrag jetzt Kontur.
Das Wichtigste in Kürze
- iPhone Handoff erlaubt es, zwei iPhones unter derselben Rufnummer zu betreiben und zwischen ihnen zu wechseln.
- Eingerichtet wird die Funktion in den Einstellungen unter „Mobilfunk“, mit einem Hauptgerät und einem Begleitgerät.
- Das Hauptgerät behält die Haupt-eSIM und verwaltet sämtliche Mobilfunkeinstellungen.
- Die Standortfreigabe richtet sich danach, welches der beiden Geräte die Rufnummer gerade nutzt.
- Die Funktion setzt Unterstützung durch den Mobilfunkanbieter voraus.
So läuft die Einrichtung
Der Ablauf startet in den Einstellungen im Bereich Mobilfunk. Dort legt man fest, welches der beiden iPhones das Hauptgerät sein soll – also das Gerät, das im Alltag überwiegend genutzt wird – und welches als Begleitgerät läuft.
Die Haupt-eSIM bleibt danach auf dem Hauptgerät, das Begleitgerät erhält eine zweite, zugeordnete eSIM. Beide arbeiten unter derselben Rufnummer, und der Wechsel funktioniert in beide Richtungen.
Alle Mobilfunkeinstellungen werden auf dem Hauptgerät verwaltet. Die Standortfreigabe hängt daran, welches Gerät die Nummer gerade aktiv nutzt – wer also mit dem Begleitgerät unterwegs ist, teilt den Standort von diesem Gerät aus.
Was der Nachweis wert ist
Die Darstellung stammt nicht von einem Gerät, sondern aus dem Simulator: Das Video läuft auf zwei virtuellen iPhones in Xcode. Der Ablauf und die Beschriftungen stammen damit aus der ausgelieferten Beta und sind kein Konzept, aber das Zusammenspiel mit einem realen Mobilfunknetz lässt sich auf diesem Weg nicht zeigen.
Der Name selbst ist durch Apples eigene Folie gedeckt. Was fehlt, ist eine Beschreibung des Konzerns, welche Anbieter mitziehen. Im Forumsbeitrag werden T-Mobile in den USA und die Telekom in Deutschland als mögliche erste Anbieter genannt – das ist die Annahme des Verfassers, keine Ankündigung.
In Deutschland gibt es das Prinzip längst
Eine Rufnummer auf mehreren Geräten ist hierzulande seit Jahren buchbar, nur heißt sie anders: MultiSIM bei der Telekom, OneNumber bei Vodafone, Multicard bei o2. Genutzt wird das bislang vor allem für die Apple Watch mit Mobilfunk, funktioniert aber ebenso mit einem zweiten Telefon.
Kostenlos ist das nicht. Vodafone verlangt für OneNumber Flex 5,99 Euro im Monat plus 19,99 Euro Anschlusspreis und erlaubt bis zu neun zusätzliche Karten unter einer Nummer. Bei den übrigen Netzbetreibern hängt der Preis vom Tarif ab; in den größeren Paketen ist mindestens eine Zusatzkarte häufig enthalten.
Wichtiger als der Preis ist der Unterschied in der Funktionsweise. Bei einer MultiSIM klingeln alle Geräte gleichzeitig, und man entscheidet erst beim Abheben. Apples Ansatz ist ein anderer: Ein Gerät ist aktiv, das andere wartet, und der Wechsel wird bewusst ausgelöst.
| iPhone Handoff | MultiSIM der Netzbetreiber | |
|---|---|---|
| Grundprinzip | Wechsel zwischen zwei iPhones | eine Nummer auf mehreren Geräten parallel |
| Eingehender Anruf | landet auf dem aktiven Gerät | alle Geräte klingeln gleichzeitig |
| Zweitgerät | zweites iPhone | Smartwatch, Tablet, Notebook, zweites Telefon |
| Einrichtung | in den iPhone-Einstellungen | Buchung beim Anbieter |
| Laufende Kosten | – | bei Vodafone 5,99 Euro monatlich |
Die Hürde steht beim Netzbetreiber, nicht bei Apple
Technisch ist der Fall überschaubar: zwei eSIM-Profile, eine Rufnummer, eine Umschaltlogik. Alles davon setzt aber voraus, dass der Anbieter ein zweites Profil auf dieselbe Nummer ausstellt – und genau das ist heute eine kostenpflichtige Zusatzoption. Apple kann die Funktion einbauen, freischalten muss sie der Mobilfunkanbieter.
Für wen sich das lohnt, ist damit klar umrissen: Wer beruflich und privat zwei iPhones trägt, spart sich das Jonglieren mit zwei Nummern. Wer nur gelegentlich ein Zweitgerät nutzt, zahlt für eine Bequemlichkeit, die der bloße Wechsel einer eSIM kostenlos leistet – wie das geht, steht in unserem Leitfaden zur eSIM-Aktivierung auf dem iPhone.
Was mit dem Release sichtbar wird
iOS 27 erscheint noch in diesem Monat. Erst dann zeigt sich, ob der Menüpunkt hierzulande überhaupt erscheint oder ob er ohne passenden Tarif ausgegraut bleibt. Die übrigen Neuerungen rund um Telefonie und eSIM sind in unserer Übersicht zu Telefon und FaceTime in iOS 27 zusammengefasst.
Wärst du bereit, für den Wechsel zwischen zwei iPhones knapp sechs Euro im Monat zu zahlen – oder ist dir das den Komfort nicht wert, solange sich eine eSIM auch von Hand umziehen lässt? Schreib uns in die Kommentare, wie du zwei Geräte heute organisierst.


