Apple hat Entwicklern per Mail mitgeteilt, dass universelle Mac-Apps die Unterstützung für Intel-Rechner ab sofort entfernen dürfen. Bislang war das untersagt. Für Besitzer eines Intel-Macs heißt das: Das System bekommt weiter Sicherheitsupdates, die Apps darauf aber möglicherweise nicht mehr.
Die Nachricht ging am Dienstag an die Entwickler im Mac App Store. Sie betrifft universelle Apps, die mindestens macOS 13 Ventura voraussetzen: Diese dürfen ihre Build-Einstellungen künftig auf „arm64″ umstellen und damit ausschließlich für Apple Silicon ausgeliefert werden. Apple nennt als Vorteile einen einfacheren Entwicklungsprozess und kleinere Downloads. Der Schritt fügt sich in den Fahrplan, den der Konzern für den Abschied von Intel gesetzt hat und den macOS 27 Golden Gate mit dem vollständigen Wegfall der Intel-Unterstützung abschließt.
Das Wichtigste in Kürze
- Universelle Mac-App-Store-Apps ab macOS 13 dürfen die Intel-Unterstützung entfernen; bisher war das nicht erlaubt.
- Betroffene Apps liefern keine Updates mehr an Intel-Macs, die zuletzt kompatible Version bleibt aber nutzbar.
- Zwei getrennte Vorgänge laufen parallel: das Ende der Intel-Apps im Store und das Ende von Rosetta nach macOS 27.
- Apple hat zugesagt, Intel-Macs noch drei Jahre lang mit Sicherheitsupdates zu versorgen.
- macOS 26 Tahoe bleibt die letzte Systemversion, die auf Intel-Rechnern läuft.
Was Apple den Entwicklern schreibt
Universelle Apps enthalten Programmcode für beide Architekturen, also für Intel-Prozessoren und für Apple Silicon. Wie eine solche universelle Binärdatei aufgebaut ist, beschreibt Apple in der eigenen Entwicklerdokumentation. Fällt der Intel-Teil weg, schrumpft die Datei entsprechend – beim Download wie auf der Festplatte.
Die Bedingung ist die Systemanforderung: Nur Apps, die ohnehin mindestens macOS 13 verlangen, dürfen den Schritt gehen. Wer seine App noch für ältere Systeme anbietet, muss die Intel-Unterstützung weiterhin mitliefern.
Für Nutzer bleibt die bereits geladene App funktionsfähig. Was wegfällt, sind künftige Aktualisierungen: Der Store liefert auf einem Intel-Mac dann dauerhaft die letzte passende Fassung aus.
Zwei Enden, die oft durcheinandergehen
Der Vorgang wird derzeit häufig mit dem Aus für Rosetta in einen Topf geworfen. Es handelt sich aber um zwei verschiedene Dinge, die unterschiedliche Geräte betreffen.
| Vorgang | Wen es betrifft | Was passiert | Ab wann |
|---|---|---|---|
| Intel-Support im Mac App Store | Besitzer eines Intel-Macs | Betroffene Apps liefern keine Updates mehr, die letzte kompatible Version bleibt nutzbar | sofort |
| macOS 27 Golden Gate | Besitzer eines Intel-Macs | Kein Update auf die neue Systemversion, macOS 26 ist Endstation | mit dem Release im Herbst |
| Ende von Rosetta | Besitzer eines Apple-Silicon-Macs | Reine Intel-Apps starten nicht mehr, Ausnahme sind bestimmte ältere Spiele | ab macOS 28 |
Die Übersetzungsschicht Rosetta betrifft also nicht die alten Rechner, sondern die neuen. Sie erlaubt es Macs mit Apple-Chip, für Intel geschriebene Software auszuführen, und steht laut Apples deutschsprachigem Support-Dokument noch bis einschließlich macOS 27 in vollem Umfang bereit. Ab macOS 28 bleibt nur ein Rest für ältere, nicht mehr gepflegte Spiele übrig, die auf Intel-Frameworks aufsetzen. Der Countdown dafür läuft seit macOS 26.4, das beim Start solcher Programme einen Systemhinweis einblendet.
Wer jetzt betroffen ist
Auf einem Intel-Mac läuft macOS 26 Tahoe als letzte Systemversion. Vier Modelle hatten den Anschluss schon mit dem Sprung auf macOS 27 verloren, und welche Rechner die neue Generation überhaupt aufnimmt, steht in der Kompatibilitätsübersicht zu iOS 27, iPadOS 27 und macOS Golden Gate.
Der letzte Intel-Mac verschwand 2023 aus dem Sortiment. Wer heute noch einen im Einsatz hat, arbeitet also mit Hardware, die mindestens drei Jahre auf dem Buckel hat – bei den meisten Modellen deutlich mehr.
Sicherheitsupdates ja, App-Updates nein
Apple hat den Besitzern von Intel-Macs drei weitere Jahre Sicherheitsupdates zugesagt. Diese Zusage gilt für das Betriebssystem. Die Apps darauf hängen an den Entwicklern, und die dürfen ab sofort aussteigen.
Ein Intel-Mac kann damit in eine Lage geraten, in der das System noch gepflegt wird, der Browser, der Passwortmanager oder die Videosoftware darauf aber auf einem alten Stand einfrieren. Für sicherheitsrelevante Programme ist das der kritischere Teil, weil Angriffe überwiegend über Anwendungen laufen und nicht über den Systemkern.
Praktisch heißt das: Wenn du noch einen Intel-Mac produktiv nutzt, ist die Frage nicht mehr, wie lange Apple das System pflegt, sondern wie lange deine wichtigsten Apps mitziehen. Die Antwort darauf gibt nicht Apple, sondern der jeweilige Anbieter – und sie kann bei jeder App anders ausfallen.
Wie lange Intel-Macs noch mithalten
Von den sechs Jahren Übergangszeit, die sich Apple seit der Ankündigung von Apple Silicon im Jahr 2020 genommen hat, ist der letzte Abschnitt angebrochen. Die Reihenfolge ist dabei umgekehrt zur Wahrnehmung: Zuerst hört die Software auf, dann das System. Bis zum Erscheinen von macOS 27 dürfte sich zeigen, wie viele Entwickler die Erlaubnis tatsächlich nutzen – bei früheren Architekturwechseln haben große Anbieter meist noch eine Weile weitergeliefert, während kleinere Studios schneller umgestellt haben.
Nutzt du noch einen Intel-Mac, und wenn ja: Welche App würde dich am ehesten zum Wechsel zwingen, wenn sie keine Updates mehr bekommt? Schreib uns in die Kommentare, woran es bei dir hängt.
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