Apple hat den Release Candidate von iOS 27 freigegeben – jene Fassung, die in aller Regel unverändert zur öffentlichen Version wird. Der Beta-Zyklus ist damit beendet, und die Freigabe für alle iPhones steht unmittelbar bevor. Wer welches Gerät besitzt, entscheidet allerdings darüber, wie viel vom Update tatsächlich ankommt.
Nach acht Testrunden seit dem WWDC-Auftakt im Juni schließt Apple die Erprobung ab. Der Release Candidate folgt auf die letzte reguläre Beta und markiert den Punkt, an dem am Funktionsumfang nichts mehr geändert wird. Findet sich in dieser Fassung kein schwerwiegender Fehler, wandert exakt dieser Build in die Verteilung an alle kompatiblen Geräte.
Das Wichtigste in Kürze
- Apple hat den Release Candidate von iOS 27 für Entwickler und Teilnehmer der öffentlichen Beta freigegeben.
- Der Release Candidate entspricht in aller Regel dem finalen Build; die öffentliche Freigabe erfolgt in der kommenden Woche.
- Die Gerätekompatibilität bleibt unverändert: iOS 27 läuft auf dem iPhone 11 und neuer sowie dem iPhone SE der zweiten Generation und aufwärts.
- Der volle Funktionsumfang hängt am Gerät – die neuen Siri-AI-Funktionen setzen mindestens ein iPhone 15 Pro voraus.
- Siri AI ist auf iPhone und iPad in der EU per Digital Markets Act blockiert; die Schweiz ist davon ausgenommen.
Was der Release Candidate bedeutet
Der Release Candidate ist die Fassung, die Apple für auslieferungsreif hält. Neue Funktionen kommen nicht mehr hinzu, und auch Fehlerkorrekturen fließen nur noch ein, wenn ein gravierendes Problem auftaucht. Für Entwickler ist das der Stand, gegen den sie ihre Apps final testen; für Beta-Nutzer bedeutet es, dass der Wechsel auf die öffentliche Version ohne Rückspielen gelingt – wer den Release Candidate installiert hat, erhält die finale Fassung als reguläres Update. Welche Änderungen die Fassung mitbringt, hält Apple in den offiziellen Release Notes zu iOS 27 fest.
Der Termin steht bereits fest: iOS 27 erscheint am 14. September für alle kompatiblen iPhones. Genannt hat Apple das Datum auf der Keynote am 9. September, auf der auch die neuen iPhones vorgestellt wurden. Der kurze Abstand zwischen Release Candidate und Freigabe entspricht dem gewohnten Ablauf – bei iOS 26 lagen ebenfalls nur wenige Tage dazwischen.
Diese iPhones bekommen iOS 27 – und wie viel davon
Apple streicht in diesem Jahr kein Gerät von der Liste: Wer iOS 26 installieren konnte, bekommt auch iOS 27. Der Funktionsumfang teilt sich allerdings in drei Stufen, und dieser Unterschied fällt größer aus als die Frage nach der Kompatibilität selbst.
| Gerätegruppe | Was ankommt |
|---|---|
| iPhone 11 und neuer, iPhone SE (2. Generation) und neuer | Das Grundsystem mit überarbeiteten Apps, Jugendschutz-Funktionen und Tempo-Verbesserungen |
| iPhone 15 Pro und neuer | Zusätzlich die Apple-Intelligence-Funktionen samt Siri AI |
| iPhone 17 Pro, iPhone 17 Pro Max, iPhone Air | Zusätzlich die Funktionen, die die höchste Rechenleistung verlangen |
Wer ein älteres Gerät nutzt, bekommt also ein solides, aber deutlich abgespecktes iOS 27. Der Sprung liegt hier nicht in der Kompatibilitätsliste, sondern in der Hardware-Anforderung der KI-Funktionen.
Der DMA-Haken bleibt
Für Nutzer in Deutschland und Österreich kommt eine zweite Einschränkung hinzu, die unabhängig vom Gerät gilt: Siri AI ist auf iPhone und iPad in der EU wegen des Digital Markets Act blockiert. Selbst wer ein iPhone 17 Pro besitzt, bekommt die Assistenz hierzulande zum Start nicht. Dass Apple sie zurückhält, liegt an den Interoperabilitätsvorgaben des DMA.
Die Schweiz steht auf der anderen Seite: Sie gehört weder zur EU noch zum EWR und fällt nicht unter den DMA – dort läuft Siri AI vom ersten Tag an. Was Siri AI im Detail leisten soll, lässt sich in Deutschland vorerst nur aus der Ferne beobachten.
Warten oder gleich installieren
Für den Release Candidate gilt dasselbe wie für jede Testfassung: Er ist noch kein finales Produkt, auch wenn er dem sehr nahe kommt. Wer ohnehin nur wenige Tage überbrücken müsste, gewinnt durch die Installation wenig. Sinnvoll ist der Schritt vor allem für Entwickler, die ihre Apps prüfen, und für Beta-Nutzer, die den Zyklus zu Ende gehen wollen.
Vor der Installation empfiehlt sich in jedem Fall ein vollständiges Backup – auch bei einem Release Candidate.
Zwei Stufen der Enttäuschung
Für den deutschsprachigen Raum trifft dieses Update auf eine ungewöhnliche Konstellation: Erst filtert die Hardware, dann filtert die Regulierung. Wer kein iPhone 15 Pro oder neuer besitzt, bekommt vom KI-Teil ohnehin nichts – und wer eines besitzt, bekommt ihn hierzulande trotzdem nicht. Übrig bleibt ein grundsolides Systemupdate mit besseren Apps, mehr Tempo und erweiterten Jugendschutz-Funktionen. Das ist keine schlechte Bilanz, nur eben nicht die, mit der Apple das Update im Juni angekündigt hat. Wer den Wechsel auf ein neues iPhone allein wegen Siri AI plant, hat weiterhin keinen Grund zur Eile.
iOS 27: So geht es weiter
Nach der Freigabe folgen erfahrungsgemäß binnen weniger Wochen die ersten Korrektur-Updates, bevor mit iOS 27.1 die nächste Funktionsrunde ansteht. Für Nutzer in der EU ist das der eigentlich interessante Zeitpunkt: Dort entscheidet sich, ob Apple die Siri-AI-Sperre im Laufe des Zyklus auflöst oder ob sie über die gesamte Generation Bestand hat.
Installierst du iOS 27 direkt am Tag der Freigabe – oder wartest du das erste Korrektur-Update ab, weil dir die KI-Funktionen hierzulande ohnehin fehlen? Schreib uns in die Kommentare, wie du es diesmal planst.



