Apple hat die Apple Watch Series 12 vorgestellt, und der Schwerpunkt liegt auf den Sensoren: Die Uhr misst den Puls jetzt rund um die Uhr alle fünf Sekunden und leitet daraus einen täglichen Formwert ab. Der Preis bleibt bei 449 Euro, verkauft wird ab dem 18. September.
Zusammen mit den neuen iPhone-Modellen hat Apple die zwölfte Generation der Apple Watch gezeigt. Im Mittelpunkt der Mitteilung im deutschen Apple Newsroom stehen ein überarbeitetes System zur Gesundheitserkennung, der neue S11-Chip und ein Wert namens Tagesform. Vieles davon deckt sich mit dem, was vorab zur Series 12 zusammengetragen wurde – der Preis allerdings nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Der optische Sensor misst die Herzfrequenz den ganzen Tag über alle fünf Sekunden, die Herzfrequenzvariabilität bis zu 24-mal häufiger als bisher.
- Neu ist Tagesform: ein Wert zwischen 0 und 10 mit einer von vier Empfehlungen für den Tag.
- Bei Outdoor-Trainings hält die Uhr bis zu zehn Stunden durch, 25 Prozent länger als das Vorgängermodell.
- Das Keramikgehäuse kehrt zurück, die Aluminiummodelle bekommen Ceramic Shield 2.
- Preis unverändert ab 449 Euro, Vorbestellung ab sofort, Verkauf ab 18. September.
Herzfrequenz alle fünf Sekunden
Der optische Herzsensor arbeitet mit größeren grünen LEDs und misst den Puls tagsüber durchgehend im Fünf-Sekunden-Takt. Bisher geschah das nur in größeren Abständen oder beim Training. Auf dem Zifferblatt zeigt eine neue Komplikation den aktuellen Wert in Echtzeit an. Genau diese dauerhafte Messung hatte sich Ende August in Berichten abgezeichnet.
Die Herzfrequenzvariabilität misst die Uhr bis zu 24-mal häufiger als zuvor und trennt dabei zwei Werte: die Variabilität bei Erholung als Tagessignal für Stress und Erholung sowie einen allgemeinen Wert für den längerfristigen Blick. In der Vitalzeichen-App lässt sich jetzt zwischen nachts und tagsüber erfassten Messungen wechseln.

Apple stützt die Genauigkeitsangabe auf eine eigene Studie mit über 1.000 Teilnehmern, in der die Uhr gegen andere Wearables antrat. Für die Schrittzählung nennt Apple ebenfalls neue Bestwerte, hier sorgen überarbeitete Algorithmen und der S11-Chip für die Auswertung.
Tagesform: ein Wert zwischen 0 und 10
Der neue Wert bündelt Aktivität, Trainingsbelastung, Vitalzeichen und Schlafindex zu einer Zahl zwischen 0 und 10, dazu kommt eine von vier Empfehlungen: Erholen, Kräfte einteilen, Bereit oder Leg los. Der Wert wird im Tagesverlauf angepasst, wenn neue Daten hinzukommen, etwa nach einem harten Training.

Entwickelt wurde der Algorithmus laut Apple mit Daten aus der Apple Heart and Movement Study, zusammen mit Sportwissenschaftlern und Ärzten im Haus. Wichtig für die Einstufung: Die Vitalzeichen-App ist nach Apples eigener Fußnote ausdrücklich für den Wellness-Bereich gedacht und nicht für medizinische Zwecke.
Batterie, Laden und Schutzglas
An der Alltagslaufzeit ändert sich nichts, Apple nennt weiterhin bis zu 24 Stunden. Deutlich zugelegt hat die Uhr bei Outdoor-Trainings: bis zu zehn Stunden, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorgänger. Und beim Laden reichen 15 Minuten jetzt für bis zu zwölf Stunden zusätzliche Laufzeit, 50 Prozent mehr als bisher.
Die Aluminiummodelle tragen erstmals Ceramic Shield 2, das nach Apples Angabe 60 Prozent härter ausfällt als das Ion-X-Glas der Series 11. Damit rückt die Aluminiumfassung beim Kratzschutz näher an die teureren Gehäuse heran.

Geräuscherkennung kommt später im Jahr
Zwei Funktionen nutzen das Mikrofon der Uhr. Shazam erkennt laufende Musik und zeigt Titel und Interpret im Widget an. Die Geräuscherkennung, die auf Sirenen, Alarme, Türklingeln oder ein weinendes Baby aufmerksam macht, soll gehörlosen und schwerhörigen Menschen helfen, auch ohne iPhone in der Nähe. Sie kommt nach Apples Angabe später in diesem Jahr.
Beide Funktionen laufen über die Secure Enclave des S11-Chips, einem hardwareseitig abgetrennten Bereich. Aufnahmen entstehen dabei nicht: Die Audiodaten werden getrennt vom restlichen System verarbeitet und sofort gelöscht.
Keramik ist zurück
Neben Aluminium in Dark Bronze, Black, Light Gold und Space Gray sowie Titan in Radiant Gold und Natural gibt es die Uhr wieder mit Keramikgehäuse, in Pearl White und Night Blue. Das war zuletzt bei der Apple Watch Edition der Fall und hatte sich im August angedeutet. Die Größen bleiben bei 42 und 46 Millimetern.
Bei den Armbändern kommen neue Farben für Sportarmband und Sport Loop dazu, letzterer erstmals mit einem gedruckten Schachbrettmuster. Das Milanaise-Armband gibt es passend zu den neuen Gehäusen in Radiant Gold und Dark Bronze.
watchOS 27 und die Sache mit Siri AI
watchOS 27 erscheint am Montag, dem 14. September, und bringt ein dynamisches App-Raster, eine einhändige Tippgeste für den Smart Stapel sowie die Unterstützung für Perimenopause und Menopause im Zyklusprotokoll. Der Workout Buddy funktioniert nun auch ohne iPhone in der Nähe.
Für Siri AI gilt auf der Uhr dasselbe wie auf dem iPhone: Die neue Assistenz startet als Beta zunächst nur auf Englisch, und in der EU steht sie auf watchOS zum Start nicht zur Verfügung. Die Schweiz gehört nicht zur EU und ist davon nicht betroffen – dort fehlt vorerst nur die deutsche Sprachunterstützung. Apple Intelligence selbst kommt am 14. September mit Deutsch. Welche Funktionen hierzulande sonst noch fehlen, steht in der Übersicht zu den EU-Lücken.
Preis und Marktstart
| Apple Watch Series 11 | Apple Watch Series 12 | |
|---|---|---|
| Preis ab | 449 Euro | 449 Euro |
| Chip | S10 mit 4-Kern Neural Engine | S11 |
| Optischer Herzsensor | 3. Generation | neues System zur Gesundheitserkennung, Messung alle fünf Sekunden |
| Laufzeit Alltag | bis 24 Std. | bis 24 Std. |
| Laufzeit Stromsparmodus | bis 38 Std. | – |
| Laufzeit Outdoor-Training | rund 8 Std. (aus Apples Prozentangabe gerechnet) | bis 10 Std. |
| Schnellladen, 15 Minuten | bis 8 Std. | bis 12 Std. |
| Glas Aluminiummodelle | Ion-X mit zweifacher Kratzfestigkeit | Ceramic Shield 2, 60 Prozent härter als Ion-X |
| Glas Titanmodelle | Saphir | Saphir |
| Gehäuse | Aluminium, Titan | Aluminium, Titan, Keramik |
| Größen | 42 und 46 mm | 42 und 46 mm |
Die Vergleichswerte der Series 11 stammen aus Apples technischem Datenblatt. Für die Trainingslaufzeit des Vorgängers nennt Apple dort keinen eigenen Wert – die rund acht Stunden ergeben sich aus der Angabe, dass die Series 12 hier 25 Prozent länger durchhält.
Die Apple Watch Series 12 kostet ab 449 Euro und damit genauso viel wie die Series 11. Vorbestellungen laufen ab sofort in Deutschland und mehr als 50 weiteren Ländern, der Verkauf beginnt am Freitag, dem 18. September. watchOS 27 läuft auf der Series 9 und neuer, der SE 3 sowie der Ultra 2 und neuer.
Ein Abend, zwei Preisrichtungen
Bemerkenswert an dieser Ankündigung ist, was nicht passiert ist. Während die neuen Pro-Modelle des iPhone hierzulande 150 Euro mehr kosten als ihre Vorgänger, bleibt die Uhr exakt beim Preis der Series 11 – und bekommt trotzdem neue Sensoren, ein härteres Glas und eine dritte Gehäusevariante.
Das passt zur Marktlage: Die Apple Watch legte im zweiten Quartal um 14 Prozent zu, während der Gesamtmarkt schrumpfte. Wer wächst, hat wenig Anlass, an der Preisschraube zu drehen.
Beim Nutzen lohnt eine nüchterne Betrachtung. Die dauerhafte Pulsmessung liefert mehr Datenpunkte, aber der Tagesformwert bleibt eine Empfehlung fürs Wohlbefinden, kein medizinischer Befund – Apple sagt das in den Fußnoten selbst. Wer von einer Series 10 oder älter kommt, bekommt hier trotzdem den größten Sprung seit Jahren.
Würdest du einem Wert zwischen 0 und 10 die Entscheidung über dein Training überlassen, oder hörst du dabei lieber auf dein eigenes Gefühl? Schreib uns in die Kommentare, wie du das handhabst.



