Nach Jahren an Gerüchten ist es da: Apple hat das erste faltbare iPhone vorgestellt, und es heißt iPhone Duo. Aufgeklappt misst der innere Bildschirm 7,6 Zoll, zugeklappt bleiben 5,4 Zoll für die Hosentasche. Der Verkauf startet allerdings erst im Oktober – und ohne SIM-Fach.
Das Gerät, das die Berichterstattung monatelang unter wechselnden Namen begleitet hat, trägt offiziell die Bezeichnung iPhone Duo. Apple beschreibt es in der Mitteilung im Newsroom als die größte Veränderung am iPhone seit dem ersten Modell. Die Sammlung dessen, was vorab über das faltbare iPhone bekannt war, lässt sich damit an der Wirklichkeit messen – an einigen Stellen mit überraschendem Ergebnis.
Das Wichtigste in Kürze
- Der innere Bildschirm misst 7,6 Zoll und ist damit 50 Prozent größer als der des iPhone 18 Pro Max, der äußere 5,4 Zoll.
- Statt Face ID sitzt Touch ID im Seitenschalter, entsperren lässt sich das Gerät auch über die Apple Watch.
- Angetrieben wird das Duo vom A20 Pro, demselben Chip wie in den neuen Pro-Modellen.
- Das Gerät hat weltweit kein SIM-Fach mehr und arbeitet ausschließlich mit eSIM.
- Preis in Deutschland: ab 2.299 Euro mit 256 GB, bis 3.799 Euro mit 2 TB. Vorbestellungen ab 16. Oktober, Verkauf ab 23. Oktober.
Zwei Bildschirme, ein Seitenverhältnis
Aufgeklappt ist das iPhone Duo nach Apples Angabe das dünnste iPhone überhaupt. Der innere Super-Retina-XDR-Bildschirm misst diagonal 7,6 Zoll, gemessen als Rechteck 7,58 Zoll, und bietet 50 Prozent mehr Fläche als der Bildschirm des iPhone 18 Pro Max. Zugeklappt bleiben außen 5,4 Zoll – nach Apples Rechnung 90 Prozent der Bildschirmfläche eines iPhone 18 Pro.
Beide Bildschirme haben dasselbe Seitenverhältnis, damit Inhalte beim Auf- und Zuklappen proportional skalieren. Dazu kommen ProMotion, eine Always-On-Anzeige und 3.000 Nits Spitzenhelligkeit im Freien. Eine matte Nanotextur soll Spiegelungen dämpfen und zugleich die Falte im Bildschirm weniger sichtbar machen.
Das Scharnier besteht laut Apple aus mehr als 100 Bauteilen. Das Gehäuse ist aus Titan der Güteklasse 5 gefertigt, die Rückseite trägt Ceramic Shield, die Front Ceramic Shield 2. Als Schutzklasse nennt Apple IP68. Später in diesem Jahr soll das Gerät den Apple Pencil mit USB-C unterstützen – ein passender Prototyp war Ende August aufgetaucht.

Touch ID kehrt zurück
Zur Entsperrung dient Touch ID im Seitenschalter, das damit unabhängig davon funktioniert, ob das Gerät geöffnet oder geschlossen ist. Eine Apple Watch am Handgelenk entsperrt es ebenfalls. Genau darauf hatte ein Fund im Code von iOS 27 hingedeutet, in dem ein iPhone mit Touch ID und Ultrabreitband auftauchte – eine Kombination, die es bei Apple bis heute nicht gab.
Unter dem inneren Bildschirm sitzt eine FaceTime-Kamera, die verschwindet, wenn sie nicht gebraucht wird. Für die Rückseite gibt es weiterhin die Kamerasteuerung, über die sich der neue Siri-Kameramodus starten lässt.
Die Kamera profitiert vom Klappmechanismus
Rückseitig verbaut Apple zwei Kameras: eine 48-Megapixel-Fusion-Hauptkamera mit integriertem Zwei-fach-Tele in optischer Qualität und eine 48-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera, die derselben Bauart entspricht wie im iPhone 18 Pro. Videos nimmt das Gerät in 4K mit 120 Bildern pro Sekunde in Dolby Vision auf.
Interessanter sind die Funktionen, die erst durch die zwei Bildschirme möglich werden. Duo Preview zeigt der fotografierten Person eine Live-Vorschau auf dem äußeren Bildschirm. Smart Take löst automatisch aus, sobald die Motive posieren. Kid Cue spielt Animationen auf dem Außenbildschirm ab, damit Kinder in die Kamera schauen. Und Duo FaceTime blendet Anwesende auf dem zweiten Bildschirm ein, statt alle vor eine Kamera zu drängen.
Selfies lassen sich mit den höher auflösenden rückseitigen Kameras aufnehmen, während die Vorschau außen läuft. Für Zeitraffer stellt man das Gerät einfach auf, ein Stativ entfällt.
Leistung und Batterie
Im Duo arbeitet der A20 Pro, derselbe 2-Nanometer-Chip wie in den neuen Pro-Modellen. Apple nennt hier eine bis zu 35 Prozent bessere Dauerleistung als beim iPhone 17 Pro, dazu einen um bis zu 20 Prozent schnelleren Sechs-Kern-Prozessor gegenüber dem A19 Pro. Eine eigene Display-Einheit treibt beide Bildschirme gleichzeitig an.
Die Batterie ist auf zwei Zellen aufgeteilt, je eine pro Hälfte, die über eine Software-Steuerung wie eine einzige arbeiten. Apple gibt bis zu 31 Stunden Videowiedergabe auf dem inneren Bildschirm an, bis zu 44 Stunden auf dem äußeren und bis zu 24 Stunden Nutzung, wenn beide gleichmäßig zum Einsatz kommen. Auf 50 Prozent lädt das Gerät in rund 20 Minuten per Kabel.
Kein SIM-Fach – und das gilt auch hier
Das iPhone Duo kommt weltweit ausschließlich mit eSIM. Damit ist es das erste iPhone, das auch hierzulande ohne SIM-Fach verkauft wird: Bei den gleichzeitig vorgestellten Pro-Modellen bleibt der Schacht in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhalten, die reinen eSIM-Fassungen gibt es dort nur in zwölf anderen Märkten. Apple gewinnt durch den Wegfall Platz für die Batterie.
Wer sein Gerät bisher mit einer physischen Karte betreibt, muss beim Umstieg also zwingend auf eSIM wechseln. Unterstützt wird der Standard nach Apples Angabe von mehr als 500 Anbietern weltweit. Ebenfalls an Bord: iPhone Handoff, mit dem sich zwei iPhones unter einer Rufnummer abwechselnd nutzen lassen – zum Start mit T-Mobile in den USA und der Telekom in Deutschland.
iOS 27 klappt mit
Für das Duo hat Apple die Bedienung umgebaut. Sperrbildschirm-Steuerung, Dock und App-Navigation wandern an die Seite, um vertikal Platz zu schaffen. Aufgeklappt zeigt der Bildschirm zwei Home-Bildschirm-Seiten samt einer Widget-Spalte. Die Dynamic Island sitzt hochkant an der Seite.
Neu für das iPhone ist echtes Multitasking: Split View stellt zwei Apps nebeneinander, zwei Fenster derselben App sind möglich, App-Paare lassen sich sichern. StandBy funktioniert auf beiden Bildschirmen und auch ohne Ladekabel.

Ausgeliefert wird das Gerät mit iOS 27.1. Die neue Assistenz Siri AI startet in der EU auf dem iPhone zunächst nicht, was auch für alle Funktionen gilt, die darauf aufbauen. Welche Funktionen hierzulande sonst noch fehlen, steht in der Übersicht zu den EU-Lücken.
Preis und Marktstart
In Deutschland beginnt das iPhone Duo bei 2.299 Euro mit 256 GB. Die 512-GB-Fassung kostet 2.549 Euro, ein Terabyte 3.049 Euro und die größte Variante mit zwei Terabyte 3.799 Euro. In den USA startet das Gerät bei 1.999 Dollar. Die Farben heißen star white und night sky.
Damit liegt das Duo hierzulande 700 Euro über dem iPhone 18 Pro Max, das ab 1.599 Euro zu haben ist. Zwischen der kleinsten und der größten Speicherstufe liegen 1.500 Euro – mehr, als ein komplettes iPhone 18 Pro kostet.
| iPhone Duo | iPhone 18 Pro Max | |
|---|---|---|
| Bildschirm | 7,6 Zoll innen, 5,4 Zoll außen | 6,9 Zoll |
| Rückkameras | zwei | drei |
| Entsperren | Touch ID im Seitenschalter | Face ID |
| SIM | nur eSIM, weltweit | eSIM oder SIM-Fach je nach Markt |
| Videowiedergabe | bis 31 Std. (innen), bis 44 Std. (außen) | bis 45 Std. (eSIM-Modelle) |
| Startpreis Deutschland | 2.299 Euro | 1.599 Euro |
| Startpreis USA | 1.999 Dollar | 1.299 Dollar |
| Verkaufsstart | 23. Oktober | 18. September |
Vorbestellungen laufen ab Freitag, dem 16. Oktober, in mehr als 70 Ländern einschließlich Deutschland, der Verkauf beginnt am Freitag, dem 23. Oktober. 28 weitere Länder folgen am 30. Oktober. Das passende Folio mit Aufsteller kostet in den USA 129 Dollar, die zweiteilige Hülle 79 Dollar.

Sechs Wochen Abstand mit Ansage
Der Termin ist die eigentliche Aussage dieser Ankündigung. Zwischen der Vorstellung heute Abend und dem Verkaufsstart am 23. Oktober liegen sechs Wochen, während die Pro-Modelle bereits am 18. September in den Regalen stehen. Ein Bericht vom Vormittag hatte den Oktober als frühesten Termin genannt, und genau dort liegt er nun – wer das Gerät zum Weihnachtsgeschäft im Laden erwartet, bekommt es also, wer es im September wollte, nicht.
Für den deutschsprachigen Raum ist der Wegfall des SIM-Fachs der praktisch spürbarste Punkt. Er trifft hier stärker als in den USA, wo Apple die eSIM-Umstellung längst vollzogen hat. Wer eine Prepaid-Karte aus dem Urlaub oder eine zweite physische Karte für die Arbeit nutzt, muss seinen Anbieter vorher fragen, ob und wie er eSIM ausgibt.
Ist der große Bildschirm den Aufpreis und den Verzicht auf das SIM-Fach wert, oder wartest du erst einmal ab, wie sich die Falte im Alltag schlägt? Schreib uns in die Kommentare, wie du zum Klappmechanismus stehst.



