Apple hat die neuen Pro-Modelle vorgestellt, und der auffälligste Teil sitzt hinter dem Glas: eine Hauptkamera, deren Blende sich in vier Stufen verstellen lässt. Dazu kommen der erste 2-Nanometer-Chip in einem iPhone und die längste Batterielaufzeit, die Apple je für ein iPhone angegeben hat. Vorbestellungen starten am Samstag, der Verkauf am 18. September.
Mit iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max hat Apple am Abend des 9. September die beiden Geräte gezeigt, die seit Monaten die Gerüchteküche bestimmt haben. Die Mitteilung im Apple Newsroom nennt vier Schwerpunkte: Kamera, Leistung, Batterie und Siri AI. Vieles davon deckt sich mit dem, was über Monate zum iPhone 18 Pro zusammengetragen wurde – an einer entscheidenden Stelle weicht die Ankündigung aber davon ab.
Das Wichtigste in Kürze
- Die 48-Megapixel-Hauptkamera bekommt eine variable Blende mit sechs lasergeschnittenen Lamellen und vier manuell wählbaren Stufen – in beiden Modellen, nicht nur im Pro Max.
- Der A20 Pro wird im 2-Nanometer-Verfahren gefertigt, hat sieben Grafikkerne und eine doppelte Neural Engine mit insgesamt 32 Kernen.
- Apple nennt bis zu 36 Stunden Videowiedergabe für das iPhone 18 Pro und bis zu 45 Stunden für das Pro Max – diese Werte gelten für die reinen eSIM-Modelle.
- Siri AI startet am 14. September als Beta, zunächst nur auf Englisch und in der EU auf dem iPhone gar nicht.
- Preise in den USA: 1.199 Dollar für das iPhone 18 Pro, 1.299 Dollar für das Pro Max, jeweils ab 256 GB.
Die variable Blende kommt in beide Modelle
Sechs lasergeschnittene Lamellen fahren stufenlos zwischen den Blendenöffnungen und stellen Schärfentiefe und Lichtmenge automatisch ein. Wer will, wählt eine der vier Stufen selbst; für Apps steht eine Schnittstelle bereit, die den gesamten Blendenbereich freigibt. Zusammen mit einem neuen Sensor verspricht Apple bessere Aufnahmen bei wenig Licht und mehr Schärfe in der Tiefe eines Gruppenbilds.
Vor drei Wochen stand das noch anders im Raum: Ein Bericht ordnete die variable Blende allein dem Pro Max zu und machte sie zum Trennmerkmal zwischen den beiden Größen. Apples Mitteilung führt die Kamera durchgehend für beide Modelle, ebenso die neuen Pro-Regler in der Kamera-App. Ein Unterschied zwischen Pro und Pro Max bleibt damit nur bei Batterie und Speicherausbau.
Die Pro-Regler geben Blende, Verschlusszeit und Weißabgleich frei und blenden auf Wunsch ein Histogramm ein. Dazu kommen Textur- und Korn-Regler in den fotografischen Stilen, nachträglich anwendbare Kino-Effekte für Aufnahmen bis 60 Bilder pro Sekunde und Zeitraffer in 4K mit Dolby Vision.

Apple Reference Image und die EU
Neu ist eine Funktion, die die Echtheit einer Aufnahme belegen soll: Der Sensor signiert die Bilddaten, Private Cloud Compute entwickelt daraus ein unveränderbares Referenzbild, das sich in der Fotos-App wie ein digitales Negativ neben das eigentliche Foto legen lässt. Die Funktion muss aktiv eingeschaltet werden.
Hierzulande greift sie zum Start nur zur Hälfte. Nach Apples eigener Fußnote lässt sich in der EU mit den iPhone-18-Pro-Modellen zunächst kein Referenzbild aufnehmen; entwickeln und ansehen funktioniert dagegen mit iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27. In China fehlt die Funktion aus regulatorischen Gründen komplett. Ergänzend will Apple später im Jahr den SynthID-Standard unterstützen, mit dem sich KI-bearbeitete Bilder kennzeichnen lassen.
A20 Pro: sieben Grafikkerne, doppelte Neural Engine
Der A20 Pro ist der erste iPhone-Prozessor aus der 2-Nanometer-Fertigung. Apple nennt sechs CPU-Kerne mit integrierten Neural Accelerators, 50 Prozent mehr Speicherbandbreite als beim A19 Pro und eine Grafikeinheit mit sieben Kernen, die bis zu 40 Prozent schneller rechnen soll. Die Zahl der Grafikkerne deckt sich mit dem Chipbild, das Anfang September aufgetaucht war.
Dazu kommt eine doppelte Neural Engine mit je 16 Kernen. Apple beziffert die KI-Rechenleistung auf das Doppelte des A19 Pro und zählt insgesamt 32 Kerne. Der Speicher sitzt in einer neuen Bauweise neben dem Chip und damit außerhalb von dessen Wärmepfad, wodurch der A20 Pro direkt an einer überarbeiteten Dampfkammer anliegt – die soll mit dreifacher Fläche bis zu 40 Prozent mehr Dauerleistung ermöglichen.

Für die Funkverbindung sorgt wie beim Vorgänger der N1-Chip mit Wi-Fi 7, Bluetooth 6 und Thread. Neu ist das Modem C2, das laut Apple spürbar schneller hochlädt als das C1X und dabei 15 Prozent weniger Energie verbraucht. Die mmWave-Unterstützung des C2 betrifft ausschließlich die USA.
Batterie: Warum die Spitzenwerte hier nicht gelten
Die genannten 36 Stunden Videowiedergabe beim iPhone 18 Pro und 45 Stunden beim Pro Max beziehen sich auf die Modelle ohne SIM-Fach. Verkauft werden die reinen eSIM-Fassungen in Bahrain, Kanada, Guam, Japan, Kuwait, Mexiko, Oman, Katar, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, den USA und auf den Amerikanischen Jungferninseln – Deutschland, Österreich und die Schweiz stehen nicht auf der Liste.
Der frei werdende Platz des SIM-Fachs bringt nach Apples Angabe zwei zusätzliche Stunden Videowiedergabe. Für die hier verkauften Geräte bedeutet das gerechnet bis zu 34 Stunden beim iPhone 18 Pro und bis zu 43 Stunden beim Pro Max. Wie viel das Fach tatsächlich kostet, zeigt sich am Vorgänger: Für das iPhone 17 Pro nennt Apple auf der deutschen Produktseite bis zu 31 Stunden, für das 17 Pro Max bis zu 37 Stunden. Wer sich für die Technik dahinter interessiert, findet die Grundlagen im Überblick zum eSIM-Umbau.
| iPhone 17 Pro | iPhone 18 Pro | iPhone 17 Pro Max | iPhone 18 Pro Max | |
|---|---|---|---|---|
| Chip | A19 Pro | A20 Pro (2 nm) | A19 Pro | A20 Pro (2 nm) |
| Grafikkerne | – | 7 | – | 7 |
| Videowiedergabe (eSIM-Modelle) | – | bis 36 Std. | – | bis 45 Std. |
| Videowiedergabe (deutsche Produktseite) | bis 31 Std. | – | bis 37 Std. | – |
| Speicher | 256 GB – 1 TB | 256 GB – 2 TB | 256 GB – 2 TB | 256 GB – 2 TB |
| Startpreis Deutschland | 1.299 Euro | 1.449 Euro | 1.449 Euro | 1.599 Euro |
Geladen wird bei beiden Modellen auf 50 Prozent in rund 15 Minuten per Kabel oder in 30 Minuten kabellos. Für das Pro Max nennt Apple zusätzlich rund sieben Stunden Videowiedergabe nach fünf Minuten am Kabel.
Dynamic Island, Farben und Zubehör
Die Dynamic Island fällt kleiner aus und zeigt trotzdem mehr: Bis zu drei Live-Aktivitäten laufen gleichzeitig, Face ID arbeitet unverändert weiter. Die vier Ausführungen heißen black, silver, glacier und – neu in der Reihe – burgundy.
Beim Zubehör kommt ein Wrist Strap dazu, eine Handschlaufe aus recyceltem Polyester mit eingelassenen Magneten, die auch AirPods Pro 2 und AirPods Pro 3 hält. Das Clear Case ist überarbeitet und arbeitet jetzt mit Crossbody- und Wrist Strap zusammen.
iOS 27 und Siri AI: Der Start hat zwei Haken
iOS 27 erscheint am Montag, dem 14. September, Apple Intelligence startet am selben Tag und unterstützt Deutsch. Siri AI ist davon getrennt zu betrachten: Die überarbeitete Assistenz läuft ab dem 14. September als Beta und zunächst ausschließlich auf Englisch. Für Oktober kündigt Apple Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch an – Deutsch steht in dieser Aufzählung nicht.
Der zweite Haken betrifft die Verfügbarkeit: In der EU startet Siri AI auf iOS, iPadOS und watchOS nicht, und dasselbe gilt für alle Funktionen, die darauf aufbauen. Die Schweiz gehört nicht zur EU und steht damit auf der verfügbaren Seite – nur eben vorerst mit englischer Bedienung. Welche Funktionen hierzulande sonst noch fehlen, steht in der Übersicht zu den EU-Lücken.
Eine gute Nachricht gibt es für Mobilfunkkunden in Deutschland: iPhone Handoff, mit dem sich zwei iPhones unter derselben Rufnummer abwechselnd nutzen lassen, startet laut Apple mit genau zwei Anbietern – T-Mobile in den USA und der Telekom in Deutschland.
Preise und Marktstart
In Deutschland beginnt das iPhone 18 Pro bei 1.449 Euro, das Pro Max bei 1.599 Euro, beide ab 256 GB und wahlweise mit 512 GB, 1 TB oder 2 TB. Zum Marktstart im September 2025 riefen iPhone 17 Pro und 17 Pro Max 1.299 beziehungsweise 1.449 Euro auf – jeweils ebenfalls ab 256 GB. Der Aufschlag beträgt also bei beiden Geräten 150 Euro bei gleicher Einstiegsgröße. Neu ist, dass auch das kleinere Modell bis 2 TB konfigurierbar ist.
Vorbestellungen starten am Samstag, dem 12. September, um 14 Uhr MESZ, der Verkauf beginnt am Freitag, dem 18. September in mehr als 65 Ländern einschließlich Deutschland. Zwanzig weitere Länder folgen am 25. September.
Der Sprung liegt in der Kamera, nicht im Gehäuse
Wer vom iPhone 17 Pro kommt, bekommt kein neues Design, sondern zwei Bauteile, die den Unterschied machen: den Sensor mit verstellbarer Blende und den 2-Nanometer-Chip samt größerer Dampfkammer. Das ist ein handfestes Kamera-Upgrade – aber eines, das seinen Wert erst zeigt, wenn man die Blende auch manuell nutzt. Für alles, was automatisch abläuft, bleibt der Abstand zum Vorgänger überschaubar.
Der eigentliche Dämpfer für den deutschsprachigen Raum liegt woanders. Das Gerät wird mit Siri AI beworben, die hier auf dem iPhone zum Start nicht läuft – und in der Schweiz, wo sie läuft, vorerst kein Deutsch versteht. Wer wegen der neuen Assistenz wechselt, kauft eine Zusage und keine Funktion. Wer wegen der Kamera wechselt, bekommt sofort etwas dafür.
Reicht dir die variable Blende als Grund für den Wechsel, oder wartest du ab, bis Siri AI hier auch auf Deutsch anläuft? Schreib uns in die Kommentare, was bei dir den Ausschlag gibt.



