Apple hat am Mittwochabend fünf neue Geräte gezeigt, und zwei davon kosten spürbar mehr als ihre Vorgänger. Das erste faltbare iPhone heißt iPhone Duo, startet bei 2.299 Euro und kommt erst fünf Wochen nach dem Rest der Neuheiten in den Handel. Bei den beiden Uhren blieb Apple dagegen exakt auf dem Preis des Vorjahres.
Die Keynote am 9. September lief unter dem Motto „Surprise and Shine“ und war die erste Produktvorstellung seit dem Wechsel an der Konzernspitze – John Ternus kommt in den Mitteilungen des Abends als CEO zu Wort. Gezeigt wurden iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max, das faltbare iPhone Duo, Apple Watch Series 12 und Apple Watch Ultra 4, die AirPods 5 sowie eine von Grund auf neu gebaute Health-App. Macs und iPads kamen nicht vor, ebenso wenig mehrere Geräte, die im Vorfeld als Kandidaten gehandelt wurden und schon vor der Keynote nicht auf der Liste für diesen Abend standen. iOS 27 folgt am kommenden Montag.
Das Wichtigste in Kürze
- iPhone 18 Pro ab 1.449 Euro, iPhone 18 Pro Max ab 1.599 Euro – jeweils 150 Euro mehr als die direkten Vorgänger.
- Das iPhone Duo ist Apples erstes faltbares iPhone, startet bei 2.299 Euro und ist erst ab dem 23. Oktober erhältlich.
- Apple Watch Series 12 (ab 449 Euro) und Apple Watch Ultra 4 (ab 899 Euro) kosten exakt so viel wie Series 11 und Ultra 3.
- Die AirPods 5 bringen aktive Geräuschunterdrückung ab 149 Euro.
- iOS 27 erscheint am 14. September. Siri AI startet als Beta auf Englisch und laut Apple zunächst nicht in der EU auf iOS.
Die Pro-Modelle kosten 150 Euro mehr
Das iPhone 18 Pro beginnt laut der deutschen Mitteilung im Apple Newsroom bei 1.449 Euro, das iPhone 18 Pro Max bei 1.599 Euro. Beide gibt es mit 256 GB, 512 GB, 1 TB und 2 TB in den Farben Burgundy, Glacier, Silver und Black. Vorbestellungen laufen ab dem 12. September, im Handel stehen die Geräte ab dem 18. September.

Das iPhone 17 Pro startete bei 1.299 Euro, das iPhone 17 Pro Max bei 1.449 Euro. Der Aufschlag beträgt damit in beiden Fällen 150 Euro bei unveränderter Einstiegsgröße von 256 GB. In den USA fiel er mit 100 Dollar kleiner aus.
Technisch ist die variable Blende der Hauptkamera die auffälligste Neuerung: sechs Lamellen, vier Stufen, dazu neue Pro-Regler in der Kamera-App. Der A20 Pro wird im 2-Nanometer-Verfahren gefertigt, die Dampfkammer wächst auf die dreifache Fläche, und die Dynamic Island fällt kleiner aus. Vieles davon deckt sich mit dem, was über Monate in der Gerüchtesammlung zum iPhone 18 Pro zusammengelaufen war.
Bei der Batterie nennt Apple bis zu 36 Stunden Videowiedergabe für das Pro und bis zu 45 Stunden für das Pro Max. Diese Werte gelten für die reinen eSIM-Modelle, die es nur in zwölf Märkten gibt.
Das erste faltbare iPhone kommt erst im Oktober
Das iPhone Duo hat innen ein 7,6 Zoll großes und außen ein 5,4 Zoll großes Super Retina XDR Display, beide mit demselben Seitenverhältnis. Das Gehäuse besteht aus Titan der Klasse 5, das Scharnier aus mehr als 100 Einzelteilen, die Schutzklasse liegt bei IP68. Touch ID sitzt in der Seitentaste, und mit Split View lassen sich erstmals zwei Apps nebeneinander auf einem iPhone öffnen.
Apple nennt in der Pressemeldung zum iPhone Duo bis zu 31 Stunden Videowiedergabe auf dem inneren Display, bis zu 44 Stunden auf dem äußeren und bis zu 24 Stunden Nutzung, wenn beide Displays gleichermaßen beansprucht werden. Der Einstieg mit 256 GB kostet 2.299 Euro, danach folgen 2.549 Euro für 512 GB, 3.049 Euro für 1 TB und 3.799 Euro für 2 TB.
Der Termin ist der eigentliche Bruch: Vorbestellungen starten am 16. Oktober, ausgeliefert wird ab dem 23. Oktober, weitere 28 Länder folgen am 30. Oktober. Zwischen der Vorstellung und dem Verkaufsstart liegen damit 44 Tage – und zwischen dem Start der Pro-Modelle und dem des Duo genau fünf Wochen. Das Gerät kommt außerdem nicht mit iOS 27, sondern bereits mit iOS 27.1. Wie sich das Konzept über die Jahre entwickelt hat, steht in der Sammlung zum faltbaren iPhone.
Bei den Uhren bleibt der Preis stehen
Die Apple Watch Series 12 startet bei 449 Euro und damit exakt dort, wo die Series 11 im Vorjahr eingestiegen ist. Neu ist das System zur Gesundheitserkennung: Die Herzfrequenz wird tagsüber alle fünf Sekunden erfasst, die Herzfrequenzvariabilität bis zu 24-mal häufiger, dazu kommt ein Tagesformwert von 0 bis 10. Bei Outdoor-Trainings hält die Uhr bis zu zehn Stunden durch, ein Viertel länger als die Vorgängerin.

Die Apple Watch Ultra 4 bleibt bei 899 Euro, ebenfalls unverändert gegenüber der Ultra 3. Apple gibt bis zu 50 Stunden im Alltag an, gegenüber 42 Stunden beim Vorgängermodell, und bis zu 84 Stunden im Stromsparmodus statt bisher 72.
Bemerkenswert ist eine Zahl aus dem Kleingedruckten der Mitteilung zur Ultra 4: Die beworbenen 45 Stunden Trainingslaufzeit gelten nur im maximal verlängerten Modus, in dem die Uhr in den Stromsparmodus schaltet, Mitteilungen und Zwischenzeiten abschaltet und bestimmte Trainingsdaten nicht erfasst. Wer die volle Erfassung braucht, landet bei 25 Stunden. Beide Uhren lassen sich seit dem Keynote-Abend vorbestellen und kommen am 18. September in den Handel; die technischen Grundlagen stehen in der Mitteilung zur Series 12.
Auch hier hatte sich vieles vorher abgezeichnet – nachzulesen in den Übersichten zur Series 12 und zur Ultra 4.
AirPods 5 und eine neu gebaute Health-App
Die AirPods 5 kosten ab 149 Euro, die Fassung mit kabellosem Ladecase und längerer Laufzeit liegt bei 169 Euro. Beide bringen aktive Geräuschunterdrückung im offenen Design mit, laut Apple mit bis zu 50 Prozent mehr herausgefilterten Umgebungsgeräuschen als bei den AirPods 4 mit Geräuschunterdrückung. Deren Startpreis lag bei 199 Euro – der Aufpreis für die Funktion entfällt damit vollständig.

Parallel dazu baut Apple die Health-App neu. Ein Insights-Bereich bündelt Herzgesundheit, Schlaf, Tagesform, Fitness und Vitalwerte, ein Longevity-Bereich rechnet daraus ein Health Age, das Messwerte wie VO2max, Ruhepuls, Schlaf und Herzfrequenzvariabilität dem tatsächlichen Alter gegenüberstellt. Laborwerte wie A1c und LDL lassen sich ergänzen. Geführte Bewegungstests laufen über die iPhone-Kamera und werden komplett auf dem Gerät ausgewertet, ohne dass ein Video gespeichert wird. Der Longevity-Bereich wertet Herzgesundheit, Schlaf, mentale Gesundheit, Bewegung, Stoffwechsel, Hören und Ernährung gemeinsam aus; die Grundlagen dazu beschreibt Apple in seiner Mitteilung zu den neuen Gesundheitsfunktionen.
iOS 27 erscheint am 14. September
Auf den Release Candidate vom Keynote-Abend folgt die fertige Fassung am Montag, dem 14. September. Apple Intelligence steht ab diesem Tag bereit, Siri AI startet als Betaversion und zunächst ausschließlich auf Englisch. Unterstützung für Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch folgt im Oktober – Deutsch steht nicht auf dieser Liste.
Was hierzulande anders läuft
Ein Detail aus den Fußnoten fällt zugunsten deutscher Nutzer aus: iPhone Handoff, mit dem sich dieselbe Rufnummer zwischen zwei iPhone-Modellen wechseln lässt, startet weltweit mit genau zwei Anbietern – T-Mobile in den USA und der Telekom in Deutschland. Für Österreich und die Schweiz nennt Apple keinen Partner.
Beim SIM-Fach laufen die beiden neuen iPhones auseinander. Die Pro-Modelle sind nur in zwölf Märkten reine eSIM-Geräte, in Deutschland, Österreich und der Schweiz behalten sie den Kartenschacht. Das iPhone Duo arbeitet dagegen weltweit ausschließlich mit eSIM, hierzulande also ebenfalls. Der Wegfall des Kartenschachts verändert dabei mehr als die Bauform – er betrifft die Einrichtung, den Anbieterwechsel und den Umgang mit zwei Rufnummern.
Bei Siri AI bleibt die Lage gespalten: Apple schreibt in der Fußnote zur Duo-Mitteilung ausdrücklich, dass Siri AI zunächst nicht in der EU auf iOS verfügbar sein wird. Die Schweiz gehört nicht zur EU und ist von dieser Einschränkung nicht betroffen – nur fehlt dort die deutsche Sprachunterstützung genauso. Der Überblick über die Funktionen, die hier fehlen, wächst damit um einen weiteren Eintrag.
Die neue Health-App erscheint später im Jahr und startet in US-Englisch; ein Termin für Deutsch steht nicht im Raum. Labortests lassen sich nur in den USA über die App buchen: mehr als 50 Biomarker für 119 Dollar an rund 2.000 Standorten von Quest Diagnostics.
Und ein Punkt betrifft auch ältere Geräte: Apple verlängert den kostenlosen Zugang zu den Satellitenfunktionen um ein weiteres Jahr für alle, die ein iPhone 14, iPhone 15 oder iPhone 16 vor Mitternacht pazifischer Zeit am 9. September aktiviert haben.
Preise und Termine im Überblick
| Gerät | Preis ab | Vorgänger | Vorbestellung | Verkaufsstart |
|---|---|---|---|---|
| iPhone 18 Pro | 1.449 Euro | 1.299 Euro | 12. September | 18. September |
| iPhone 18 Pro Max | 1.599 Euro | 1.449 Euro | 12. September | 18. September |
| iPhone Duo | 2.299 Euro | – | 16. Oktober | 23. Oktober |
| Apple Watch Series 12 | 449 Euro | 449 Euro | 9. September | 18. September |
| Apple Watch Ultra 4 | 899 Euro | 899 Euro | 9. September | 18. September |
| AirPods 5 | 149 Euro | 199 Euro (AirPods 4 mit ANC) | 9. September | 18. September |
Wo der Aufpreis in diesem Jahr landet
Die Preislinie des Abends ist ungewöhnlich klar gezogen. Der komplette Aufschlag liegt auf den iPhones, während Uhren und Kopfhörer ihn nicht mittragen – die AirPods werden bei gleicher Ausstattung sogar günstiger. Die Erhöhung trifft damit ausgerechnet die Produktgruppe mit dem höchsten Durchschnittspreis und lässt die günstigeren Kategorien unangetastet.
Praktisch heißt das für dich: Beim Pro zahlst du 150 Euro mehr für dieselbe Einstiegsgröße von 256 GB, bei den Uhren rechnest du dagegen mit denselben Zahlen wie im Vorjahr. Wer ohnehin auf eine neue Apple Watch schaut, hat in diesem Herbst also den unkomplizierteren Fall vor sich.
Der zweite Punkt betrifft das Duo. Ein Einstieg bei 2.299 Euro liegt 850 Euro über dem des iPhone 18 Pro und 700 Euro über dem des Pro Max. Für dieses Geld gibt es das größte iPhone-Display, das Apple je gebaut hat, und mit Split View eine Funktion, die es auf keinem anderen iPhone gibt – aber eben auch ein Gerät, das erst im Spätherbst in den Regalen steht.
Zwischen Keynote und Ladentheke liegen gut sechs Wochen
Auf der Bühne standen an diesem Abend ausschließlich iPhones, Uhren und Kopfhörer. Die 37 Gerätekennungen, die Apple vor der Keynote neu hinterlegt hatte, verteilten sich auch auf Mac, iPad und Apple TV – diese Einträge blieben unaufgelöst und deuten damit auf weitere Termine in diesem Jahr.
Der nächste feste Punkt ist der 14. September mit iOS 27, danach der 18. September mit den Pro-Modellen, den beiden Uhren und den AirPods. Das iPhone Duo schließt die Reihe am 23. Oktober ab.
Steht bei dir der 18. September im Kalender – oder wartest du die zusätzlichen fünf Wochen auf das iPhone Duo ab? Schreib uns in die Kommentare, welcher der beiden Termine für dich zählt.



