In der vierten Entwickler-Beta von iOS 27 sind Textbausteine aufgetaucht, die ein iPhone mit Fingerabdrucksensor und Ultrabreitband-Funk beschreiben. Diese Kombination gibt es bei Apple bislang nicht – und das faltbare iPhone wird morgen erwartet.
Dass das iPhone Ultra auf Face ID verzichten könnte, gehört seit Monaten zu den stabileren Annahmen im Vorfeld: Die Gehäusehälften eines faltbaren Geräts gelten als zu dünn für die TrueDepth-Kamera samt Punktprojektor. Der Fingerabdrucksensor in der Seitentaste wäre der naheliegende Ersatz. Neu ist, dass sich diese Annahme jetzt an ausgeliefertem Code festmachen lässt – rechtzeitig vor der Vorstellung, die für den 9. September erwartet wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Die vierte Entwickler-Beta von iOS 27 enthält neue Lokalisierungstexte im Bereich der Autoschlüssel-Funktion.
- Einer davon beschreibt ein iPhone, das Touch ID und Ultrabreitband gleichzeitig unterstützt.
- Diese Kombination existiert bei Apple bisher nicht: Jedes iPhone mit Ultrabreitband-Chip seit dem iPhone 11 nutzt Face ID.
- Ein Beweis ist der Fund nicht – er zeigt, dass die Software auf eine solche Gerätekombination vorbereitet wird, nicht welches Gerät gemeint ist.
- Für Träger einer Apple Vision Pro hätte der Wechsel einen konkreten Vorteil, den ich am Gerät nachvollzogen haben.
Was im Code steht
Gefunden hat die Textbausteine der Entwickler pdfu, der die Beta-Versionen von iOS regelmäßig auf neue Zeichenketten durchsucht und seinen Fund auf X dokumentiert hat. Die betreffenden Zeilen stammen aus dem Abschnitt zur Autoschlüssel-Funktion, mit der sich Fahrzeuge über iPhone oder Apple Watch öffnen und starten lassen.
Dort liegen die Hinweistexte getrennt nach Entsperrverfahren vor: eine Fassung für Geräte mit Face ID, eine für Geräte mit Touch ID. Neu hinzugekommen ist eine Zeile, die den passiven Zugang – also das Öffnen, ohne das Gerät in die Hand zu nehmen – für ein iPhone mit Touch ID und Ultrabreitband beschreibt. Genau diese Verbindung ist der Punkt, denn passiver Zugang setzt den Ultrabreitband-Funk voraus, und den führt Apple im iPhone bislang ausschließlich zusammen mit Face ID.
Es ist nicht der erste Hinweis dieser Art in derselben Beta-Generation. Bereits zuvor waren Textbausteine zum Batteriezustand aufgetaucht, die von mehreren Batterien in einem iPhone sprechen – passend zu Berichten über zwei getrennte Zellen in den beiden Gehäusehälften des faltbaren Modells. Wie sich diese Bausteine in das übrige Bild einfügen, steht in unserer Übersicht zum iPhone Ultra.
Wo der Fund an seine Grenzen stößt
Der Code belegt, dass Apple die Autoschlüssel-Funktion für ein iPhone mit Fingerabdrucksensor und Ultrabreitband vorbereitet. Er benennt kein Modell, kein Erscheinungsdatum und keine Sensortechnik. Dass es sich um das faltbare iPhone handelt, ist ein Schluss aus dem Umstand, dass kein bestehendes Gerät diese Merkmale vereint – und Schlüsse aus Abwesenheit sind schwächer als ein direkter Beleg.
Denkbar bleibt auch eine andere Erklärung: Textbausteine werden in Apples Systemen geräteübergreifend gepflegt, und eine Formulierung kann für eine Klasse von Geräten vorbereitet sein, ohne dass ein konkretes Modell dahintersteht. Am Mittwoch dürfte sich die Frage ohnehin erledigt haben.
Touch ID war nie ganz verschwunden
Face ID kam 2017 mit dem iPhone X und ist seither das Standardverfahren in Apples Telefonen geblieben. Der Fingerabdrucksensor überlebte in der iPhone-SE-Reihe, bis diese ausgelaufen ist, und beim iPad Air, wo Apple ihn in die Standby-Taste verlegt hat.
Beim iPad Air erfüllte diese Lösung einen Zweck über die Technik hinaus: Das Gerät verlor den Home-Button und bekam eine fast randlose Front, während Face ID dem teureren iPad Pro vorbehalten blieb. Der Sensor markierte damit eine Preisstufe. Beim iPhone Ultra fällt diese Logik weg. Das faltbare Modell wird das teuerste iPhone, das Apple je verkauft hat – der Fingerabdrucksensor wäre dort kein Sparzeichen, sondern eine Konsequenz aus der Bauform.
| Gerät | Verfahren | Position des Sensors |
|---|---|---|
| iPhone 17 Pro | Face ID | TrueDepth-Kamera in der Front |
| iPhone SE (3. Generation) | Touch ID | Home-Button |
| iPad Air (M3) | Touch ID | Standby-Taste am Rand |
| iPhone Ultra (erwartet) | Touch ID | – |
Was der Wechsel für Vision-Pro-Träger ändert
An einer Stelle wäre der Fingerabdrucksensor kein Rückschritt, sondern die bessere Lösung – und das betrifft eine Gerätekombination, die in der bisherigen Berichterstattung zum Thema keine Rolle spielt.
Seit iOS 26 und visionOS 26 lässt sich das iPhone entsperren, während man eine Apple Vision Pro trägt. Die Funktion steht in den Einstellungen unter „Face ID & Code“ bei „Mit Geräten in der Nähe entsperren“; Apple beschreibt sie in seinem Support-Dokument als Möglichkeit, das iPhone bei aufgesetztem Headset anzuzeigen und zu entsperren. Wie sie eingerichtet wird, haben wir in einem eigenen Tipp beschrieben.
Genau darauf beschränkt sie sich aber auch. Ich nutze die Kombination aus iPhone und Vision Pro sehr oft, und der Ablauf ist immer derselbe: Der Sperrbildschirm öffnet sich zuverlässig, doch sobald eine App eine eigene Face-ID-Abfrage stellt – Banking, Passwortverwaltung, geschützte Notizen –, greift die Funktion nicht mehr. Die TrueDepth-Kamera sieht das Headset statt eines Gesichts, und es bleibt die Code-Eingabe. Face ID deckt bei Apple neben dem Entsperren auch Zahlungen, das Ausfüllen von Passwörtern und den Zugriff auf geschützte Apps ab; die Entsperrhilfe über das Headset bedient davon nur den ersten Fall.
Ein Fingerabdrucksensor hat dieses Problem nicht. Er funktioniert unabhängig davon, was vor dem Gesicht sitzt.
Warum ausgerechnet die Rückkehr des Sensors überzeugen könnte
Die verbreitete Lesart lautet, dass Käufer beim teuersten iPhone aller Zeiten mit älterer Technik vorliebnehmen müssten. Das greift zu kurz, weil es Touch ID an Face ID misst statt an der Situation, in der es benutzt wird. Ein Sensor in der Seitentaste arbeitet mit Sonnenbrille, im Dunkeln, mit dem Gerät flach auf dem Tisch und eben auch mit einem Headset auf dem Kopf.
Meine Erwartung: Wenn das faltbare iPhone tatsächlich mit Touch ID kommt, wird der Verzicht auf Face ID in den ersten Testberichten als Kompromiss auftauchen – und in der Alltagsnutzung nach wenigen Wochen kaum jemanden stören. Wer beide Verfahren länger parallel genutzt hat, kennt die Situationen, in denen der Finger schneller ist als der Blick.
Der letzte Hinweis vor der Vorstellung
Bis morgen bleibt der Fund das, was er ist: ein starkes Indiz aus ausgeliefertem Code, kein Datenblatt. Für ein Gerät, das seit Jahren durch Berichte geistert, ist ein Textbaustein im Autoschlüssel-Menü ein bemerkenswert unspektakulärer letzter Hinweis.
Nutzt du Face ID und Touch ID beide im Alltag – und würdest du den Fingerabdrucksensor beim faltbaren iPhone als Rückschritt empfinden oder als das praktischere Verfahren? Schreib uns in die Kommentare, welches der beiden dir öfter im Weg steht.



