Einen Tag vor Apples Keynote legt ein Marktforschungshaus neue Zahlen zum Markt für faltbare Smartphones vor. Sie sehen Apple im ersten Jahr auf Platz zwei – und ein Jahr später an einer Marke, die bislang nur ein Hersteller erreicht hat.
Counterpoint Research hat sein Foldable-Marktmodell aktualisiert und rechnet für Apples erstes faltbares iPhone mit bis zu sechs Millionen ausgelieferten Geräten im laufenden Jahr. Das entspräche einem Anteil von 25 Prozent und Rang zwei hinter Samsung. Bemerkenswerter ist aber die Zahl für das Folgejahr: 40 Prozent. Die Prognose ordnet sich damit in eine Reihe von Erwartungen ein, die wir in der Übersicht zum iPhone Ultra zusammengeführt haben.
Das Wichtigste in Kürze
- Counterpoint erwartet für 2026 bis zu sechs Millionen ausgelieferte faltbare iPhones – 25 Prozent des Marktes und Platz zwei hinter Samsung mit 38 Prozent, vor Huawei mit 22 Prozent.
- Für 2027 rechnet das Haus mit einer mehr als verdoppelten Stückzahl und einem Apple-Anteil von 40 Prozent.
- Die Marke von 100 Millionen Foldables bezieht sich auf alle jemals ausgelieferten Geräte seit 2019, nicht auf ein einzelnes Jahr.
- Faltbare Geräte machen weiterhin rund zwei Prozent des gesamten Smartphone-Marktes aus und kosten etwa das Dreifache eines herkömmlichen Modells.
- Die Anfangsmenge bleibt knapp; die Verfügbarkeit soll sich schrittweise über die Märkte ausweiten.
Was die Prognose konkret sagt
Die Kernaussage der Mitteilung betrifft nicht Apple, sondern den Gesamtmarkt: Bis Jahresende sollen weltweit mehr als 100 Millionen faltbare Smartphones ausgeliefert worden sein. Diese Zahl ist kumulativ und zählt alles seit dem ersten kommerziell erhältlichen Foldable von 2019 zusammen – die Kategorie steht damit in ihrer achten Generation.
Für ein einzelnes Jahr liegt die Größenordnung deutlich darunter. Aus Apples sechs Millionen Geräten bei einem Anteil von 25 Prozent ergibt sich ein Marktvolumen von rund 24 Millionen Stück für 2026. Anders gerechnet: Knapp ein Viertel aller jemals ausgelieferten Foldables entfällt damit auf dieses eine Jahr.
| Hersteller | Anteil 2026 (Prognose) |
|---|---|
| Samsung | 38 % |
| Apple | 25 % |
| Huawei | 22 % |
| Übrige | 15 % |
Für 2027 erwartet Counterpoint ein Marktwachstum von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr – die stärkste Rate seit 2022. Getragen werden soll sie von der Galaxy-Z-Fold8-Reihe und einem vollen Verkaufsjahr des faltbaren iPhone.
Warum die 40 Prozent keinen Führungswechsel belegen
Der Wert für 2027 wird in der Mitteilung ohne Gegenstück genannt: Counterpoint beziffert Apples künftigen Anteil, nennt für dasselbe Jahr aber keine Zahl für Samsung. Wer die 40 Prozent gegen Samsungs 38 Prozent stellt, vergleicht zwei verschiedene Jahre miteinander. Ob Apple die Spitze übernimmt, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben nicht ableiten.
Hinzu kommt, dass dieselbe Prognose in kurzer Zeit deutlich bewegt wurde. Im Juli sah das Haus Samsung noch bei 32 Prozent und Huawei bei 24 Prozent – Werte, die wir damals in unserer Berichterstattung zur Foldable-Prognose wiedergegeben haben. Inzwischen steht Samsung sechs Punkte höher und Huawei zwei Punkte tiefer.
| Hersteller | Juli-Prognose | August-Aktualisierung |
|---|---|---|
| Samsung | 32 % | 38 % |
| Apple | 25 % | 25 % |
| Huawei | 24 % | 22 % |
Apples Wert ist als einziger unverändert geblieben. Die Bewegung geht auf die Konkurrenz zurück, insbesondere auf eine offenbar stärker als erwartete Nachfrage nach Samsungs neuer Falt-Generation.
Die Menge begrenzt der Nachschub, nicht die Nachfrage
Counterpoint schreibt ausdrücklich, dass der Hochlauf in der Anfangsphase durch die Fertigung begrenzt wird und nicht durch das Interesse der Käufer. Die Obergrenze von sechs Millionen Geräten für 2026 leitet sich genau daraus ab, zusammen mit dem kurzen Verkaufsfenster von nur einem Quartal.
Das deckt sich mit dem, was zuletzt aus der Lieferkette berichtet wurde. Ende August sollen täglich nur einige Hundert Einheiten vom Band gelaufen sein, weil Scharnier- und Display-Tests länger dauern als geplant.
Wo die Geräte zuerst ankommen
Zur Verteilung äußert sich die Prognose nur allgemein: Die Verfügbarkeit soll sich mit steigender Produktion schrittweise über die Märkte ausweiten. Konkreter wird ein Beitrag des chinesischen Leakers Instant Digital auf Weibo, wonach das faltbare iPhone in Festlandchina später starten könnte als in anderen Märkten. Der Account hat in der Vergangenheit mehrfach zutreffende Angaben zu Apple-Produkten gemacht, liefert hier aber weder einen Zeitrahmen noch einen Beleg – die Angabe steht als Einzelbehauptung. Sie fügt sich allerdings in die bereits berichteten Hinweise auf einen gestaffelten Marktstart über mehrere Monate ein.
Für den deutschsprachigen Raum ist das der eigentlich relevante Teil der Meldung. Bei einer knappen Anfangsmenge entscheidet die Reihenfolge der Marktfreigaben darüber, ob ein Gerät hier im Herbst überhaupt zu bekommen ist. Wie das bei einem knappen Start aussehen kann, zeigte zuletzt die Vision Pro: Sie kam 2024 zunächst nur in den USA auf den Markt und erreichte den deutschsprachigen Raum erst Monate später.
Der Preis bleibt die eigentliche Bremse
Bei aller Wachstumsdynamik relativiert Counterpoint die Bedeutung der Kategorie selbst: Faltbare Geräte kommen weiterhin auf etwa zwei Prozent des gesamten Smartphone-Marktes. Der Grund steht in derselben Mitteilung – die Preise liegen rund dreimal so hoch wie bei herkömmlichen Modellen, und eine Verbreitung im Massenmarkt sieht das Haus deshalb noch einige Jahre entfernt.
Das relativiert auch Apples 25 Prozent. Ein Viertel von zwei Prozent des Weltmarktes ist ein starker Einstand in einer Nische, kein Umbruch im Smartphone-Geschäft. Für dich als Käufer heißt das vor allem eines: Das faltbare iPhone wird auf absehbare Zeit ein Gerät für Leute bleiben, die den Aufpreis bewusst zahlen wollen – nicht der nächste Standard.
Was die Keynote an den Zahlen ändern kann
Am Mittwoch wird sich zeigen, welche der Annahmen trägt. Preis, Startmärkte und Liefertermin sind die drei Angaben, an denen sich jede dieser Prognosen sofort messen lassen muss – und alle drei nennt Apple üblicherweise noch im Anschluss an die Vorstellung.
Traust du der Rechnung zu, dass Apple im ersten vollen Verkaufsjahr auf 40 Prozent kommt – oder rechnest du damit, dass die knappe Fertigung diese Zahl schon 2027 wieder kassiert? Schreib uns deine Prognose in die Kommentare.



