Am Tag des Verkaufsstarts kommt Rückenwind von der Wall Street: Die Investmentbank Evercore ISI sieht nach einer großen Verbraucherumfrage einen stärkeren iPhone-Wechsel als erwartet. Getragen wird er weniger von neuen Funktionen als von alternden Geräten – und von deutlich höheren Durchschnittspreisen.
Evercore ISI hat sein Kursziel für die Apple-Aktie von 365 auf 380 Dollar angehoben und die Einstufung „Outperform“ bestätigt. Grundlage ist die jährliche Verbraucherumfrage der Bank unter knapp 4.000 Menschen in den USA, aus der Investing.com unter Berufung auf die Analystennotiz berichtet. Die Notiz fällt auf den Tag, an dem das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max in den Handel kommen. Die letzte Anhebung von Evercore liegt vier Monate zurück: Im Mai hatte die Bank ihr Ziel um 35 Dollar auf 365 Dollar erhöht.
Das Wichtigste in Kürze
- Evercore ISI hebt das Kursziel für die Apple-Aktie um 15 auf 380 Dollar an.
- 53 Prozent der Befragten mit Kaufabsicht wollen ein iPhone 18 Pro oder Pro Max, 32 Prozent gezielt das Pro Max.
- 67 Prozent nennen das Alter ihres bisherigen iPhone als Hauptgrund für den Wechsel, im Vorjahr waren es 48 Prozent.
- Evercore rechnet mit einem Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises um rund 28 Prozent.
- Die Umfrage deckt nur die USA ab und misst Kaufabsichten, keine Verkäufe.
Was die Umfrage zeigt
Die Nachfrage konzentriert sich auf die teuersten Modelle. 32 Prozent der Befragten planen den Kauf eines iPhone 18 Pro Max, beim iPhone 17 Pro Max waren es vor einem Jahr 29 Prozent. Zusammen kommen Pro und Pro Max auf 53 Prozent.
Auffällig ist der Grund für den Wechsel. 67 Prozent der Befragten gaben an, vor allem wegen des Alters ihres bisherigen iPhone umzusteigen, nach 48 Prozent im Vorjahr. Neue Funktionen treiben den Kauf damit weniger an als der Austauschbedarf.
Das iPhone Duo kommt in der Umfrage auf 14 Prozent Kaufinteresse und liegt damit klar hinter der Pro-Reihe. Evercore erwartet, dass der Wert steigt, je näher der Vorbestellstart am 16. Oktober rückt. Auch bei Apple Watch und AirPods lagen die Kaufabsichten mit 38 und 43 Prozent jeweils über dem Vorjahr.
Höhere Preise als eigentlicher Treiber
Für das Kursziel entscheidend ist weniger die Stückzahl als der Preis. Evercore erwartet, dass der durchschnittliche Verkaufspreis des iPhone um rund 28 Prozent steigt. Die Bank begründet das mit drei Effekten: höheren Listenpreisen, einem größeren Anteil teurer Modelle und dem Trend zu mehr Speicher, inklusive der neuen 2-TB-Ausführungen von Pro-Modellen und iPhone Duo.
An anderer Stelle der Wiedergabe ist von einem Preisanstieg um mehr als 20 Prozent die Rede. Beide Angaben stammen aus derselben Notiz, ob sie dieselbe Größe beschreiben, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Für das Geschäftsjahr 2027 sieht Evercore damit Spielraum über die Markterwartung hinaus. Analysten rechnen bislang im Schnitt mit einem Umsatzplus von rund 7 Prozent.
Evercores Kursziel im Jahresverlauf
Die Bank hat ihr Ziel seit dem Start des iPhone 17 mehrfach angehoben. Die Stationen laut den jeweiligen Investorennotizen:
| Zeitpunkt | Kursziel | Anlass |
|---|---|---|
| September 2025 | 290 Dollar | Nachfrage nach iPhone 17 und iPhone Air |
| Oktober 2025 | 300 Dollar | Quartalszahlen, Nachfrage nach iPhone 17 |
| Dezember 2025 | 325 Dollar | Erwartungen an den Umbau von Siri |
| Januar 2026 | 330 Dollar | Nachfrage nach iPhone 17 |
| Mai 2026 | 365 Dollar | Langfristige Perspektiven |
| September 2026 | 380 Dollar | Umfrage zum iPhone 18 Pro |
Gegenposition: Lieferzeiten und Produktionsschätzung
Die Einschätzung steht quer zu einer Analyse vom Wochenbeginn. GF-Securities-Analyst Jeff Pu hatte drei Tage nach dem Start der Vorbestellungen die kurzen Lieferzeiten in den USA als Zeichen verhaltener Nachfrage gewertet und seine Produktionsschätzung für iPhone 18 Pro und Pro Max auf 72 Millionen Einheiten gesenkt.
Die beiden Analysen messen unterschiedliche Dinge. Pu stützt sich auf Lieferzeiten, also auf das Verhältnis von Bestellungen zu verfügbarer Ware. Evercore fragt Kaufabsichten ab, bevor die Geräte im Handel sind. Einen ersten belastbaren Abgleich liefern Apples Zahlen zum Weihnachtsquartal.
Warum die Zahlen nur für die USA gelten
Evercore weist selbst darauf hin, dass die Umfrage auf die USA beschränkt ist. Für den deutschsprachigen Raum fällt schon der Preissprung anders aus. In den USA kostet das iPhone 18 Pro ab 1.199 Dollar, das iPhone 17 Pro startete bei 1.099 Dollar – ein Aufschlag von rund 9 Prozent. Hierzulande stieg der Einstiegspreis von 1.299 auf 1.449 Euro und damit um rund 11,5 Prozent.
Die Umfrage legt nahe, dass viele Käufer nicht wegen einzelner Funktionen wechseln, sondern weil das alte Gerät an seine Grenzen kommt. Für dich heißt das: Willst du vor allem ein altes iPhone ersetzen, zahlst du hierzulande für das Einstiegsmodell der Pro-Reihe 150 Euro mehr als vor einem Jahr – und damit einen größeren Aufschlag, als ihn Käufer in den USA hinnehmen. Ob es für diesen Zweck überhaupt ein Pro-Modell sein muss, hängt am Einsatz, das Sortiment reicht vom iPhone 17e bis zum iPhone 18 Pro Max.
Tauschst du dein iPhone in diesem Herbst aus, weil es in die Jahre gekommen ist – oder hat dich eine bestimmte Neuerung überzeugt? Schreib uns in die Kommentare, was bei dir den Ausschlag gibt.



