Für das iPhone Duo war ursprünglich ein eigener, kleinerer Apple Pencil vorgesehen, der an der Scharnierseite Halt finden sollte. Laut einem neuen Bericht kam er über technische Probleme nicht hinaus. Übrig bleibt der Stift mit USB-C, den Apple erst nachträglich freischaltet – und das offenbar ziemlich spät im Jahr.
Als Apple am 9. September das erste faltbare iPhone vorstellte, stand die Stiftunterstützung nur in einem Nebensatz. Später in diesem Jahr soll das iPhone Duo den Apple Pencil mit USB-C unterstützen, auf dem inneren wie auf dem äußeren Display, so steht es in der deutschen Pressemitteilung. Ein eigener Stift für das Gerät kommt darin nicht vor.
Wie es dazu kam, beschreibt Mark Gurman in seinem Newsletter bei Bloomberg vom 20. September. Ende August hatte er bereits berichtet, Apple habe einen kleineren Stift für das faltbare iPhone als Prototyp erprobt, eine Veröffentlichung sei aber unwahrscheinlich. Jetzt liefert er den Grund nach.
Das Wichtigste in Kürze
- Apple soll für das iPhone Duo einen eigenen, kleineren Apple Pencil entwickelt haben, der an der Scharnierseite befestigt werden sollte.
- Vor der Massenfertigung soll das Projekt an technischen Problemen gescheitert sein.
- Unterstützt wird stattdessen der Apple Pencil mit USB-C – laut Apple später in diesem Jahr, laut Bericht eher gegen Ende 2026.
- Zum Verkaufsstart am 23. Oktober ist die Stiftunterstützung damit noch nicht zu erwarten.
- Der USB-C-Stift kostet bei Apple 89 Euro beziehungsweise 79 Franken und reagiert nicht auf Druck.
Ein kleinerer Stift für die Scharnierseite
Nach Gurmans Darstellung war Stifteingabe beim Duo von Beginn an eingeplant, das Gerät wurde entsprechend ausgelegt. Vorgesehen war allerdings ein eigener Apple Pencil, kleiner als die Modelle für das iPad und an der Scharnierseite des Duo befestigt. Schon im August hieß es, der Prototyp solle dort magnetisch haften und laden.
Vor dem Start der Massenfertigung soll dieser Stift an technischen Problemen gescheitert sein. Apple habe ihn daraufhin gestrichen und sich für den vorhandenen Apple Pencil mit USB-C entschieden.
Warum die Freischaltung noch dauert
Der USB-C-Stift war nicht das Modell, auf das das Duo ursprünglich zugeschnitten war. Laut Gurman genügt es deshalb nicht, die Unterstützung einfach einzuschalten: Apple müsse neue Software liefern und zahlreiche interne Tests durchführen, und dieser Prozess laufe inzwischen. Apples Angabe „später in diesem Jahr“ solle man wörtlich nehmen – gemeint sei eher das späte 2026.
Das Duo selbst kommt laut Apple mit iOS 27.1 in den Handel. Die Software für den Stift folgt demnach erst mit einer späteren Version. Auf Apples Auswahlseite für den Apple Pencil stehen unter den kompatiblen Geräten bislang ausschließlich iPads.
Was der Apple Pencil mit USB-C kann
Für das Duo nennt Apple ausschließlich den Apple Pencil mit USB-C. Der Apple Pencil Pro, der an iPad Pro, iPad Air und iPad mini magnetisch koppelt und lädt, kommt in der Ankündigung nicht vor. Die Unterschiede zwischen beiden Stiften laut Apples deutscher Auswahlseite und der Schweizer Fassung:
| Merkmal | Apple Pencil (USB-C) | Apple Pencil Pro |
|---|---|---|
| Preis Deutschland | 89 Euro | 149 Euro |
| Preis Schweiz | 79 Franken | 129 Franken |
| Neigungssensitivität | ja | ja |
| Drucksensitivität | nein | ja |
| Koppeln und Laden | über USB-C | kabellos, magnetisch am iPad |
| Zweimal tippen zum Wechseln der Tools | nein | ja |
| Ortung in der „Wo ist?“ App | nein | ja |
| Für das iPhone Duo angekündigt | ja, später in diesem Jahr | nein |
Die magnetische Halterung beschreibt Apple beim USB-C-Stift nur für die Seite des iPad. Genau diese Aufgabe sollte beim Duo der gestrichene kleinere Stift übernehmen. Beim iPad hängt die Wahl ohnehin am Modell: Den Pencil Pro unterstützen iPad Pro, iPad Air und iPad mini, das Einstiegs-iPad mit A16 gehört nicht dazu.
Wie belastbar der Bericht ist
Gurman stützt sich auf Quellen innerhalb von Apple und lag beim Duo zuletzt richtig: Kurz vor der Vorstellung nannte er Namen und Preisrahmen des Geräts sowie die Unterstützung für den Apple Pencil, die Apple dann bestätigte. Der neue Bericht passt zu seiner Darstellung vom August.
Das ist Konsistenz, aber keine unabhängige Bestätigung – beide Angaben stammen vom selben Reporter. Eine Beschreibung der technischen Probleme, einen Zuliefererhinweis oder ein Dokument enthält der Bericht nicht.
Handschrift auf dem Duo braucht Geduld
Das iPhone Duo kostet hierzulande ab 2.299 Euro, der Stift kommt mit 89 Euro dazu. Dafür gibt es Neigungs-, aber keine Drucksensitivität – für Notizen und Anmerkungen in Dokumenten reicht das, für Zeichnungen mit variabler Strichstärke nicht. Und zum Verkaufsstart schreibt das Duo nach dem Bericht noch gar nicht mit dem Stift.
Willst du das Duo vor allem als digitales Notizbuch nutzen, lohnt es sich für dich, die Freischaltung abzuwarten und erst dann zu entscheiden. Dann lässt sich prüfen, wie sich der Stift auf der faltbaren Fläche schlägt. Beim Vergleich mit dem iPad mini spricht bis dahin ein Punkt klar für das Tablet: Es arbeitet schon heute mit dem Apple Pencil, auch mit dem Pro-Modell.
Wäre ein Stift ohne Druckempfindlichkeit für dich ein Argument für das Duo – oder hättest du lieber auf den kleineren Pencil an der Scharnierseite gewartet? Schreib uns in die Kommentare, wofür du den Stift auf dem faltbaren iPhone nutzen würdest.



