Apple verspricht beim A20 Pro bis zu 40 Prozent mehr Grafikleistung und die doppelte KI-Rechenleistung. Seit dem Marktstart liegen Messungen an Testgeräten vor. Sie zeigen, dass der Zuwachs stark davon abhängt, in welchem Gehäuse der Chip steckt. Beim iPhone 18 Pro Max fällt er größer aus als versprochen, beim kleineren Modell ist er in einem Punkt kaum messbar.
Apple hat den A20 Pro am 9. September mit dem iPhone 18 Pro, dem iPhone 18 Pro Max und dem iPhone Duo vorgestellt. Die beiden Pro-Modelle sind seit dem 18. September im Handel, das Duo folgt am 23. Oktober.
Der Chip wird in 2 Nanometern gefertigt. Er bringt einen zusätzlichen Grafikkern, eine verdoppelte Neural Engine und laut Apples Mitteilung zur Vorstellung 50 Prozent mehr Speicherbandbreite als der A19 Pro im iPhone 17 Pro. Die Eckdaten beider Chips stehen im deutschen Datenblatt des iPhone 18 Pro und im Support-Datenblatt des iPhone 17 Pro.
Schon am Tag nach der Vorstellung hatten Einträge in der Geekbench-Datenbank einen deutlichen Leistungssprung beim A20 Pro angedeutet. Inzwischen hat Tom’s Guide beide Generationen an Testgeräten gemessen, und zwar mit Geekbench 6 und 7, 3DMark, Geekbench AI und einem Stresstest über 20 Durchläufe.
Gemessen sind bislang nur die beiden Pro-Modelle, weil das Duo noch nicht im Handel ist. Die Prozentwerte in diesem Artikel sind aus diesen Messwerten errechnet. Kamera, Laufzeit und Preise der Geräte behandelt der Generationsvergleich von iPhone 18 Pro und iPhone 17 Pro.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Hauptprozessor legt in Geekbench 6 um rund 23 Prozent im Einzelkern und rund 28 Prozent im Mehrkern zu.
- Bei der Grafik übertrifft das iPhone 18 Pro Max mit rund 46 Prozent Zuwachs Apples Angabe von bis zu 40 Prozent. Das iPhone 18 Pro kommt auf rund 33 Prozent.
- In Geekbench AI steigen die Werte um 41 und 48 Prozent. Das ist deutlich mehr, aber nicht das Doppelte, das Apple für die Neural Engine nennt.
- Unter Dauerlast hält das iPhone 18 Pro Max seine Leistung deutlich stabiler als der Vorgänger, beim iPhone 18 Pro ändert sich daran fast nichts.
- Der Chip ist in beiden Pro-Modellen identisch. Die Unterschiede entstehen im Gerät, nicht im Silizium.
Was Apple am Chip verändert hat
Auf dem Papier bleibt der Hauptprozessor bei sechs Kernen. Apple nennt die beiden schnellen Kerne beim A20 Pro jetzt Super-Kerne statt Performance-Kerne und nennt für den Hauptprozessor jetzt integrierte Neural Accelerators, die das Datenblatt des A19 Pro nur für die Grafikeinheit führt. Die größeren Änderungen liegen bei Grafik, Neural Engine und Speicheranbindung.
| Merkmal | A19 Pro | A20 Pro |
|---|---|---|
| Fertigung | 3 nm (TSMC N3P) | 2 nm |
| CPU | 6 Kerne: 2 Performance, 4 Effizienz | 6 Kerne: 2 Super-Kerne, 4 Effizienz, mit Neural Accelerators |
| GPU | 6 Kerne mit Neural Accelerators | 7 Kerne mit Neural Accelerators |
| Neural Engine | 16 Kerne | 2 × 16 Kerne, 32 insgesamt |
| Raytracing | hardwarebeschleunigt | hardwarebeschleunigt |
| Speicherbandbreite | Vergleichsbasis | 50 Prozent mehr als A19 Pro |
| Anbindung an die Kühlung | Arbeitsspeicher im thermischen Pfad | Arbeitsspeicher neben dem Chip, Chip direkt an der Dampfkammer |
Die Fertigung des A19 Pro hatte Apple in der Mitteilung von 2025 nicht genannt. Tim Millet, bei Apple Vice President für Plattformarchitektur, bestätigte das 3-Nanometer-Verfahren N3P von TSMC damals im Interview mit dem taiwanischen Magazin INSIDE.
Die neue Anordnung übernimmt Apple nach eigener Aussage von den Chips der M-Serie. Arbeitsspeicher und Chip liegen nebeneinander statt übereinander, dadurch sitzt der A20 Pro direkt auf der Dampfkammer. Deren Fläche ist laut Apple dreimal so groß wie beim iPhone 17 Pro. Zusammen soll das bis zu 40 Prozent mehr Dauerleistung ergeben.
Hauptprozessor: Gut ein Fünftel mehr pro Kern
Tom’s Guide hat beide Generationen mit Geekbench 6 und mit dem neueren Geekbench 7 gemessen. Die beiden Versionen skalieren unterschiedlich, ihre Punktzahlen lassen sich deshalb nur innerhalb derselben Version vergleichen.
| Gerät | Geekbench 6 Einzelkern / Mehrkern | Geekbench 7 Einzelkern / Mehrkern |
|---|---|---|
| iPhone 18 Pro (A20 Pro) | 4.735 / 12.800 | 4.022 / 11.543 |
| iPhone 18 Pro Max (A20 Pro) | 4.741 / 12.789 | 4.025 / 11.525 |
| iPhone 17 Pro (A19 Pro) | 3.834 / 9.988 | 3.138 / 8.692 |
| iPhone 17 Pro Max (A19 Pro) | 3.871 / 9.968 | 3.285 / 8.999 |
In Geekbench 6 liegt der Zuwachs im Einzelkern bei 23,5 Prozent beim Pro und 22,5 Prozent beim Pro Max, im Mehrkern bei jeweils rund 28 Prozent. Beide neuen Modelle liegen dabei fast punktgleich. Für den Hauptprozessor spielt das Gehäuse bei einem einzelnen Durchlauf also keine Rolle.
Unter Geekbench 7 fällt der Abstand je nach Modell unterschiedlich aus: 28,2 Prozent im Einzelkern beim Pro, 22,5 Prozent beim Pro Max. Das liegt am Vorgänger. Schon die beiden A19-Pro-Geräte liegen in Geekbench 7 fast 150 Punkte auseinander, in Geekbench 6 sind es keine 40.
Grafik: Das Pro Max übertrifft Apples Angabe
Für die Grafik nennt Apple bis zu 40 Prozent mehr Leistung gegenüber dem A19 Pro. Im 3DMark-Test Solar Bay Unlimited, der Raytracing einbezieht, landet nur eines der beiden neuen Modelle in diesem Bereich.
| Modell | A19 Pro (iPhone 17) | A20 Pro (iPhone 18) | Zuwachs |
|---|---|---|---|
| Pro | 46,4 Bilder/s | 61,93 Bilder/s | 33,5 Prozent |
| Pro Max | 46,6 Bilder/s | 67,9 Bilder/s | 45,7 Prozent |

Beim A19 Pro lagen beide Modelle praktisch gleichauf. Beim A20 Pro liefert das Pro Max rund 10 Prozent mehr Bilder pro Sekunde als das kleinere Modell, obwohl beide Geräte denselben Chip mit sieben Grafikkernen haben. 9to5Mac hatte in den ersten Testberichten zum iPhone 18 Pro 40 bis 45 Prozent mehr Grafikleistung gemessen.
Neural Engine: Deutlich mehr, aber kein Doppel
Die Neural Engine besteht beim A20 Pro aus zwei Blöcken mit je 16 Kernen. Apple leitet daraus die doppelte KI-Rechenleistung gegenüber dem A19 Pro ab. Geekbench AI 1.7 misst dagegen im quantisierten Test, wie schnell konkrete KI-Aufgaben über Core ML auf der Neural Engine durchlaufen. Das ist eine andere Messgröße, die Werte stehen deshalb nicht im Widerspruch zu Apples Angabe.
| Modell | A19 Pro (iPhone 17) | A20 Pro (iPhone 18) | Zuwachs |
|---|---|---|---|
| Pro | 49.050 | 69.245 | 41,2 Prozent |
| Pro Max | 48.549 | 71.974 | 48,3 Prozent |
Auch hier liegt das Pro Max vorn, der Abstand zum kleineren Modell ist mit rund 4 Prozent aber geringer als bei der Grafik.
Dauerlast: Beim kleinen Modell bleibt fast alles beim Alten
Für die Dauerleistung ließ Tom’s Guide den 3DMark-Stresstest Wild Life Extreme 20-mal hintereinander laufen. Der Stabilitätswert gibt an, wie viel Prozent der Leistung des besten Durchlaufs im schwächsten Durchlauf noch übrig sind.
| Gerät | Stabilität im Stresstest |
|---|---|
| iPhone 18 Pro Max | 79,4 Prozent |
| iPhone 17 Pro Max | 65,2 Prozent |
| iPhone 18 Pro | 62,8 Prozent |
| iPhone 17 Pro | 61,1 Prozent |
Das Pro Max gewinnt 14,2 Prozentpunkte, das Pro nur 1,7. Das kleinere Modell fällt unter Dauerlast also fast genauso stark von seinem Spitzenwert ab wie der Vorgänger, allerdings von einem höheren Ausgangsniveau. Apples bis zu 40 Prozent mehr Dauerleistung widerspricht das nicht zwingend, denn Apple beziffert die Leistung selbst und nicht, wie gleichmäßig sie bleibt.

Für die Wahl zwischen den beiden Größen ist das der wichtigste Befund aus den Messungen. In den übrigen Punkten unterscheiden sich die Modelle vor allem bei Display, Laufzeit und Gewicht, wie der Vergleich von iPhone 18 Pro und Pro Max zeigt.
Wo der Vorsprung im Alltag ankommt
Die Zahlen sind groß, im Alltag schrumpfen sie. TechRadar beschrieb das iPhone 18 Pro im eigenen Test als nah am Vorgänger und sah den Vorteil vor allem bei Videoexporten und als Reserve für die kommenden Jahre. Das deckt sich mit den Messwerten: Der größte Abstand zeigt sich unter anhaltender Last, und dort vor allem im großen Gehäuse.
Unsere Einschätzung: Wegen des Chips allein lohnt der Wechsel vom iPhone 17 Pro nicht. Spielst du viel oder schneidest Videos direkt am iPhone, ist das iPhone 18 Pro Max das Modell, bei dem der A20 Pro seinen Vorsprung tatsächlich ausspielt. Das iPhone 18 Pro kostet bei Apple ab 1.449 Euro, das Pro Max ab 1.599 Euro; das iPhone 17 Pro stand zuletzt mit 1.299 Euro in Apples Preisliste und ist inzwischen nur noch im Handel erhältlich. Die übrigen Neuerungen der Generation fasst die Übersicht mit allen Daten und Preisen zum iPhone 18 Pro zusammen, den Vergleich aller aktuellen Modelle die iPhone Kaufberatung.
Beim Umstieg lassen sich die Daten per Schnellstart oder Backup auf das neue iPhone übertragen. Soll das alte Gerät verkauft werden, gehört es vorher vollständig zurückgesetzt und vom Apple Account abgemeldet.
Ein Chip, der im großen Gehäuse mehr zeigt
Der A20 Pro legt bei Grafik und KI stärker zu als beim Hauptprozessor. Wie viel davon ankommt, entscheidet diesmal das Gerät: Im Pro Max hält der Chip Apples Versprechen, im kleineren Pro bleibt er unter Dauerlast nah am Vorgänger.
Wäre dir die stabilere Leistung des Pro Max den größeren und schwereren Formfaktor wert – oder bleibt das kleine Pro für dich die richtige Wahl, auch wenn es unter Last früher nachgibt? Schreib uns in die Kommentare, welches Modell du gewählt hast und warum.
Häufige Fragen: A20 Pro vs. A19 Pro
In Geekbench 6 liegt der Hauptprozessor im Einzelkern rund 23 Prozent vorn, im Mehrkern rund 28 Prozent. Bei der Grafik reicht der Zuwachs in Solar Bay von 33,5 Prozent beim iPhone 18 Pro bis 45,7 Prozent beim Pro Max.
Ja, beide nutzen den A20 Pro mit sechs CPU-Kernen, sieben Grafikkernen und einer Neural Engine mit 32 Kernen. Unter Last schneidet das Pro Max trotzdem besser ab. Das liegt am Gerät, nicht am Chip.
Der A20 Pro hat sieben Grafikkerne, einen mehr als der A19 Pro im iPhone 17 Pro. Apple nennt bis zu 40 Prozent mehr Grafikleistung.
Laut Apple in 2 Nanometern. Der A19 Pro entsteht im 3-Nanometer-Verfahren N3P von TSMC.
Im 3DMark-Stresstest hält das iPhone 18 Pro 62,8 Prozent seiner Spitzenleistung, kaum mehr als das iPhone 17 Pro mit 61,1 Prozent. Das Pro Max kommt auf 79,4 Prozent, sein Vorgänger auf 65,2 Prozent.
Das iPhone 18 Pro, das iPhone 18 Pro Max und das iPhone Duo. Das Duo kommt am 23. Oktober in den Handel.
Wegen des Chips allein eher nicht. Den größten Vorsprung zeigt der A20 Pro unter anhaltender Last, etwa beim Spielen oder beim Videoschnitt am iPhone, und dort vor allem im iPhone 18 Pro Max.



