Eine Woche lang durften ausgewählte Redaktionen das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max im Alltag nutzen, jetzt sind die ersten ausführlichen Tests erschienen. Das Bild ist erstaunlich einheitlich: viel Lob für Kamera, Akku und Kühlung, aber kaum ein Grund zum Wechsel für alle, die schon ein iPhone 17 Pro besitzen. Bei einem Punkt widersprechen sich die Tester allerdings deutlich – und eine Funktion, die in den Tests eine große Rolle spielt, fehlt in Deutschland und Österreich auf dem iPhone.
Apple hat das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max mit variabler Blende und A20 Pro am 9. September vorgestellt, in den Handel kommen beide Modelle am Freitag, 18. September. Am 16. September sind die ersten ausführlichen Tests erschienen. Besonders gründlich fallen die Berichte von 9to5Mac, Engadget und TechRadar aus, die beide Modelle jeweils rund eine Woche als Alltagstelefon genutzt haben.
Die technischen Eckdaten stehen in der Übersicht mit allen Daten und Preisen zum iPhone 18 Pro und Pro Max. Hierzulande beginnen die Preise bei 1.449 Euro für das iPhone 18 Pro und 1.599 Euro für das Pro Max, jeweils mit 256 GB.
Das Wichtigste in Kürze
- Die variable Blende überzeugt vor allem nachts und im Zusammenspiel mit den neuen Pro-Reglern. Wie oft die Automatik die Blende tatsächlich schließt, beschreiben die Tests gegensätzlich.
- 9to5Mac misst beim A20 Pro 22 bis 27 Prozent mehr CPU- und 40 bis 45 Prozent mehr GPU-Leistung, die Kühlung gilt als deutlich verbessert.
- Die Akkulaufzeit wird durchweg gelobt, das Mehrgewicht des Pro Max stößt dagegen an Grenzen.
- Siri AI wird getestet, steht auf dem iPhone in der EU aber nicht zur Verfügung.
- Einig sind sich alle drei: Wer ein iPhone 17 Pro hat, muss nicht wechseln.
Variable Blende: Die Automatik entscheidet unterschiedlich
Die Hauptkamera hat erstmals eine mechanische Blende, die zwischen f/1,48, f/1,8, f/2,8 und f/4,0 wechselt. Wie die Automatik damit umgeht, beschreiben die Tests überraschend unterschiedlich. 9to5Mac beobachtete, dass das iPhone nachts auf f/1,48 öffnet, bei nahen Motiven auf f/4 schließt und auch bei Tageslicht oft f/4 wählt. Engadget stellte beim Durchsehen der eigenen Automatikaufnahmen dagegen fest, dass fast immer die offenste Blende genutzt wurde.
Den messbarsten Vorteil sehen beide nachts. 9to5Mac verglich identische Szenen mit dem iPhone 17 Pro Max: Bei gleicher Verschlusszeit von 1/15 Sekunde kam das iPhone 18 Pro Max mit ISO 10.000 statt ISO 12.500 aus, was sich in weniger Rauschen zeigte. TechRadar beobachtet im Nachtmodus deutlich kürzere Wartezeiten von meist ein bis drei statt fünf bis acht Sekunden.
Bei Tageslicht und Landschaftsmotiven macht die Blende laut 9to5Mac kaum einen sichtbaren Unterschied, die Fotos wirken dort vor allem durch die überarbeitete Bildverarbeitung etwas heller. Bei nahen Motiven zeigt sich dagegen echte optische Schärfentiefe: Bei f/4 bleiben Vorder- und Hintergrund scharf, bei f/1,48 wird der Hintergrund weich – ohne die rechnerische Unschärfe des Porträtmodus.
Richtig interessant wird die Blende laut allen drei Tests zusammen mit den neuen Pro-Reglern für Verschlusszeit, Weißabgleich und Histogramm. Engadget nutzte Verschlusszeiten zwischen 1/6000 und einer Sekunde für kontrollierte Aufnahmen bei wenig Licht, 9to5Mac erzeugte bei f/4 sechsstrahlige Lichtsterne an Straßenlaternen. TechRadar lobt die frei anordnbaren Regler, vermisst aber Voreinstellungen mit festen Werten.
Gemischt fällt das Urteil zu den nachträglich angewendeten Effekten des Kinomodus aus. 9to5Mac hält die Möglichkeit, erst nach der Aufnahme zu entscheiden, für eine große Verbesserung. Engadget fand die Ergebnisse je nach Abstand zum Motiv unvorhersehbar und konnte den Effekt nur auf Videos anwenden, die mit dem iPhone 18 Pro entstanden sind.
Positiv bewertet Engadget Apple Referenzbild, den neuen Echtheitsnachweis für Fotos: Das Entwickeln ging im Test fast sofort, und ein mit dem Bereinigen-Werkzeug entfernter Text war im Vergleich direkt zu erkennen. In der EU lässt sich ein Referenzbild zum Start allerdings nicht aufnehmen, nur entwickeln und ansehen.
Kleinere Dynamic Island, farbgleiche Rückseite, mehr Gewicht
Äußerlich sind die neuen Modelle kaum von den Vorgängern zu unterscheiden. Neu sind die Farben Burgunder und Polar, Schwarz ist laut 9to5Mac das dunkelste Pro-iPhone bisher. Die Glasfläche auf der Rückseite hat Apple nun farblich an den Aluminiumrahmen angepasst, womit der umstrittene Zweifarben-Look des iPhone 17 Pro weitgehend verschwindet.

Die Dynamic Island ist rund ein Viertel kleiner und zeigt jetzt drei Live-Aktivitäten gleichzeitig. Im Alltag schätzte 9to5Mac vor allem, dass eine zweite Live-Aktivität rechts mehr Informationen anzeigt, ohne dass sie lange gedrückt werden muss. Die unter das Display verlegte Infrarotkamera für Face ID ist laut Test nur in hellem Sonnenlicht zu erkennen.
| Modell | Dicke | Gewicht |
|---|---|---|
| iPhone 17 Pro | 8,75 mm | 206 g |
| iPhone 18 Pro | 8,75 mm | 211 g |
| iPhone 17 Pro Max | 8,75 mm | 233 g |
| iPhone 18 Pro Max | 8,75 mm | 249 g |
Beim Pro Max sind es 16 Gramm mehr als beim Vorgänger, beim kleineren Modell 5 Gramm. Für 9to5Mac ist beim Pro Max damit die Grenze dessen erreicht, was sich noch angenehm halten lässt – für den Tester Grund genug, zum kleineren Modell zu greifen. Engadget weist zudem darauf hin, dass der Aluminiumrahmen anfälliger für Kratzer sein dürfte als die älteren Titanmodelle.
Leistung, Kühlung und Akku
Beim A20 Pro gehen die Eindrücke je nach Messmethode auseinander. 9to5Mac ermittelte in Benchmarks 22 bis 27 Prozent mehr CPU- und 40 bis 45 Prozent mehr GPU-Leistung gegenüber dem A19 Pro und spricht von einem unerwartet großen Sprung. TechRadar sieht den Chip im Alltag dagegen nah am Vorgänger und den Vorsprung eher bei Videoexporten und als Reserve für die kommenden Jahre.
Einig sind sich alle drei bei der Kühlung. 9to5Mac nennt die Wärmeentwicklung, noch beim iPhone 15 Pro und 16 Pro die größte Schwäche, inzwischen eine der größten Stärken. Engadget erlebte das iPhone 18 Pro nur einmal wirklich warm, nach etwa einer Minute war die Wärme wieder verschwunden.
Die Laufzeit gehört zu den stärksten Punkten. 9to5Mac kam mit dem Pro Max auf eineinhalb Tage, mit dem kleineren Modell auf einen vollen Tag. Engadget schaffte mit dem iPhone 18 Pro eineinhalb bis zwei Tage, TechRadar mit beiden Modellen rund 30 Stunden. Im hauseigenen Akkutest von TechRadar hielt das iPhone 18 Pro 16 Stunden und 17 Minuten, das Pro Max 18 Stunden und 27 Minuten – nach Angabe der Redaktion deutlich weniger als Apples Werte von bis zu 36 und 45 Stunden Videowiedergabe.
Für den deutschsprachigen Raum wichtig: Apples Laufzeitangaben beziehen sich laut 9to5Mac auf die reinen eSIM-Modelle, Geräte mit physischem SIM-Kartenfach erreichen rund zwei Stunden weniger Videowiedergabe. Hierzulande verkauft Apple die Pro-Modelle weiterhin mit SIM-Schacht. Wer das Laden auf 50 Prozent in rund 15 Minuten nutzen will, braucht ein passendes Netzteil – TechRadar erreichte den Wert mit Apples 40-Watt-Netzteil und einem 45-Watt-Modell von Anker.
Beim Modem gibt es eine US-Besonderheit: Das in den USA getestete Pro Max arbeitet laut TechRadar mit einem Qualcomm-Modem, außerhalb der USA setzt Apple auch beim Pro Max auf den eigenen C2.
Die Aufpreise wachsen mit dem Speicher
9to5Mac weist darauf hin, dass die Preiserhöhung in den USA vor allem die großen Speicherstufen trifft: Die Einstiegsmodelle kosten 100 Dollar mehr, der Schritt von 512 GB auf 1 TB ist mit 400 Dollar doppelt so groß wie im Vorjahr. Die deutschen Preise zeigen dasselbe Muster:
| Speicher | iPhone 18 Pro | Aufpreis zur Stufe davor | iPhone 18 Pro Max |
|---|---|---|---|
| 256 GB | 1.449 € | – | 1.599 € |
| 512 GB | 1.699 € | + 250 € | 1.849 € |
| 1 TB | 2.199 € | + 500 € | 2.349 € |
| 2 TB | 2.949 € | + 750 € | 3.099 € |
Wer von 256 GB auf 2 TB geht, zahlt hierzulande also 1.500 Euro mehr – mehr als ein zweites iPhone 18 Pro in der Grundausstattung kostet.
Siri AI: im Test ein Thema, hierzulande nicht auf dem iPhone
Engadget und TechRadar haben Siri AI ausführlich ausprobiert, mit unterschiedlichem Ergebnis. TechRadar sieht in der neuen Assistenz das lange versprochene, deutlich fähigere System: schneller, mit sichtbaren Zwischenschritten und Zugriff auf App-Inhalte, wenn auch mit gelegentlichen Fehlgriffen. Engadget kritisiert dagegen Verständnisprobleme bei Folgefragen und listet die Beta-Kennzeichnung als einzigen Nachteil des Geräts.
Für Leser in Deutschland und Österreich ist dieser Teil der Tests nur bedingt aussagekräftig. Siri AI startet laut Apple zunächst nur auf Englisch und steht in der EU vorerst nicht auf iOS, iPadOS und watchOS zur Verfügung. Die Schweiz ist davon ausgenommen: Die Sperre betrifft laut einem Apple-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur AWP nur die EU-Staaten. Damit reiht sich Siri AI in die Apple-Funktionen ein, die in der EU fehlen.
Engadget erwähnt außerdem iPhone Handoff, das zwei iPhones mit einer Nummer nutzbar macht. Die Funktion ist allerdings nicht an das iPhone 18 Pro gebunden, und hierzulande bietet sie zum Start nur die Telekom in Deutschland an.
Ein S-Jahr mit der besten iPhone-Kamera
Engadget fühlt sich an die früheren S-Jahre erinnert, in denen Apple ein bestehendes Design gezielt verbesserte, statt es neu zu erfinden. 9to5Mac beschreibt das iPhone 18 Pro als konsequente Fortsetzung dessen, was Apple mit dem iPhone 17 Pro begonnen hat. Engadget vergibt 9 von 10 Punkten, TechRadar die Höchstwertung in allen Kategorien außer dem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Bei der Frage nach dem Umstieg ziehen die Tests die Grenze fast gleich. 9to5Mac und Engadget sehen einen lohnenden Schritt ab einem iPhone 16 Pro oder älter, TechRadar spricht erst ab dem iPhone 15 Pro von einem wirklich großen Sprung. Für Besitzer eines iPhone 17 Pro ist die Rechnung aus unserer Sicht klar: Die Unterschiede zwischen iPhone 18 Pro und iPhone 17 Pro liegen fast ausschließlich bei Kamera, Akku, Leistung und Kühlung.
Hast du ein iPhone 16 Pro oder älter und fotografierst gern selbst, bekommst du mit der variablen Blende und den Pro-Reglern echten Mehrwert. Den Ausschlag geben dann eher Kamera und Akku als Siri AI, die du in Deutschland und Österreich auf dem iPhone ohnehin noch nicht nutzen kannst. Beim Speicher lohnt sich ein genauer Blick, weil die Aufpreise ab 1 TB kräftig steigen – welches Modell insgesamt zu dir passt, klärt die iPhone Kaufberatung.
Reichen dir Kamera-Regler und längere Laufzeit als Grund für ein neues iPhone, oder wartest du lieber auf eine Generation mit mehr sichtbaren Neuerungen? Schreib uns in die Kommentare, mit welchem Modell du gerade unterwegs bist und ob sich der Sprung für dich rechnet.



