Mit iOS 27 lässt sich eine Rufnummer auf zwei iPhones verwenden – aber nur bei einem einzigen deutschen Anbieter. Die Telekom bindet die Funktion in ihr MultiSIM-Angebot ein, das je nach Tarif 6,95 Euro monatlich kostet oder bereits enthalten ist. Österreich und die Schweiz gehen zum Start leer aus.
Anfang September stellte Apple die Funktion vor, mit der sich zwei iPhones dieselbe Mobilfunknummer teilen. Offen blieb damals, welche Anbieter mitziehen. Zwei Tage vor der Freigabe von iOS 27 steht die Antwort für den deutschsprachigen Raum fest: In Apples Support-Dokument zur Einrichtung sind weltweit genau zwei Netzbetreiber gelistet – T-Mobile in den USA und die Telekom in Deutschland.
Das Wichtigste in Kürze
- iPhone Handoff startet mit iOS 27 am 14. September, in Deutschland ausschließlich bei der Telekom.
- Die Funktion läuft über das bestehende MultiSIM-Angebot, ein zweiter Vertrag oder eine zweite Rufnummer sind nicht nötig.
- Eine zugebuchte MultiSIM kostet 6,95 Euro im Monat; im MagentaMobil L ist eine enthalten, im XL zwei.
- Für Österreich und die Schweiz führt Apple keinen unterstützten Anbieter auf.
- Anders als bei der klassischen MultiSIM ist immer nur eines der beiden iPhones aktiv.
Wie der Wechsel funktioniert
Nach der Einrichtung gibt es ein primäres und ein sekundäres iPhone. Der Wechsel besteht darin, das gewünschte Gerät zu entsperren – die Rufnummer springt daraufhin dorthin, und oben auf dem Bildschirm erscheint die Bestätigung „Zu diesem iPhone gewechselt“. Anrufe, Voicemail, Nachrichten über iMessage, RCS und SMS sowie der über „Wo ist?“ geteilte Standort folgen dem aktiven Gerät.
Eingerichtet wird das entweder bei der Konfiguration eines neuen iPhones oder später unter „Einstellungen“ → „Mobilfunk“ → „Mobilfunk konfigurieren“ beziehungsweise „eSIM hinzufügen“, dort über die Option „Nummer auf diesem und dem anderen iPhone verwenden“. Beide Geräte müssen mit iOS 27 laufen, im WLAN sein, denselben Apple Account nutzen, Nachrichten in iCloud aktiviert haben und bei FaceTime und iMessage mit demselben Account angemeldet sein. Die Rufnummer muss als eSIM vorliegen.
Was die Telekom dafür verlangt
Die Telekom behandelt iPhone Handoff als Bestandteil ihres MultiSIM-Angebots, das sich zu allen MagentaMobil-Tarifen hinzubuchen lässt. Nach Angaben des Unternehmens kostet eine zugebuchte MultiSIM 6,95 Euro monatlich, was über ein Jahr auf 83,40 Euro hinausläuft. Im MagentaMobil L ist eine MultiSIM ohne Zusatzkosten enthalten, im MagentaMobil XL sind es zwei.
Ein eigener Preis für iPhone Handoff existiert damit nicht: Wer die MultiSIM ohnehin im Tarif hat, zahlt nichts extra. Wer sie eigens für das zweite iPhone bucht, zahlt den MultiSIM-Preis.
| Klassische MultiSIM | Mit iPhone Handoff | |
|---|---|---|
| Geräte gleichzeitig aktiv | ja, mehrere | nein, immer nur ein iPhone |
| Umschalten | Service-Kurzwahlen oder Einstellungen | Gerät entsperren |
| Eingehende Anrufe | können auf mehreren Geräten klingeln | nur auf dem aktiven iPhone |
| SMS | einem Gerät fest zugeordnet | folgen dem aktiven iPhone |
| Preis | 6,95 Euro im Monat, in L und XL enthalten | derselbe |
Weniger Parallelität für dasselbe Geld
Die Gegenüberstellung zeigt einen Punkt, den beide Unternehmen eher beiläufig erwähnen: Bei der klassischen MultiSIM sind mehrere Geräte parallel im Netz, eingehende Anrufe können auf mehreren davon klingeln. Mit iPhone Handoff ist dagegen immer nur ein iPhone aktiv.
Der Gegenwert liegt im Komfort. Bisher waren für das Umschalten je nach Funktion Service-Kurzwahlen oder Einstellungen nötig; künftig genügt das Entsperren. Und SMS wandern mit, statt fest einem Gerät zugeordnet zu bleiben – das ist die Neuerung, die im Alltag am ehesten auffällt.
Wo die Funktion an Grenzen stößt
Drei Einschränkungen nennt Apple ausdrücklich. Die Apple Watch wandert nicht mit: Sie bleibt an dem iPhone, mit dem sie gekoppelt wurde. Apple empfiehlt deshalb, sie mit dem meistgenutzten Gerät zu koppeln. Einzelne Wallet-Inhalte wie bestimmte Fahrkarten, Ausweise oder Firmenausweise funktionieren nur auf einem der beiden Geräte; Zahlungskarten und Autoschlüssel lassen sich dagegen auf beiden nutzen.
Die dritte Einschränkung betrifft die Verwaltung: Anrufweiterleitung, Anrufer-ID und die Verwaltung des Mobilfunkaccounts laufen ausschließlich über das primäre iPhone. Und wer den Dienst wieder loswerden will, muss sich an den Anbieter wenden – das bloße Löschen der eSIM beendet die Abrechnung laut Apple nicht zwangsläufig.
Immerhin: Mit Dual-SIM funktioniert die Sache. Sind beide eSIMs bei Anbietern registriert, die iPhone Handoff unterstützen, wechseln sie beim Entsperren gemeinsam.
Für wen sich das rechnet
Die Funktion zielt auf eine schmale Gruppe: Leute, die ein zweites iPhone bereits besitzen und es regelmäßig nutzen – das kompakte Gerät fürs Rad, das ältere für den Strand, das getrennte Arbeitsgerät. Wer dafür heute die eSIM hin- und herschiebt, spart künftig echten Aufwand.
Wer dagegen erst eine MultiSIM zubuchen müsste, sollte nachrechnen. 83,40 Euro im Jahr sind eine Ansage für eine Bequemlichkeitsfunktion, zumal das zweite iPhone die meiste Zeit inaktiv im Netz hängt. In den Tarifstufen L und XL ändert sich die Rechnung komplett, weil die nötige Karte dort schon enthalten ist.
Bleibt der blinde Fleck südlich der deutschen Grenze: Für Österreich und die Schweiz führt Apple keinen unterstützten Anbieter auf. Weitere Netzbetreiber sollen folgen, ein Zeitplan dafür steht nicht in den Unterlagen. Wer dort lebt, braucht bis auf Weiteres weiterhin den Umweg über den eSIM-Transfer.
Hast du überhaupt ein zweites iPhone im Einsatz – und wären dir 6,95 Euro im Monat das automatische Umschalten wert, wenn dafür immer nur eines der beiden Geräte erreichbar ist? Schreib uns in die Kommentare, wie du es mit dem Zweitgerät hältst.



