Auf dem Mac hellt der Bildschirmrand seit Dezember das Gesicht auf, wenn im Raum das Licht fehlt. In der finalen Fassung von iOS 27 steckt derselbe Effekt jetzt für ein iPhone – hinterlegt mit einer Gerätekennung, die auf das faltbare Modell zeigt. Abgeschlossen ist die Arbeit daran nicht: Einer der beiden Regler greift noch nicht.
Videoanrufe am späten Abend scheitern selten an der Kamera, sondern am Licht im Raum. Apple hat dafür auf dem Mac eine Lösung gebaut, die ohne Zubehör auskommt: Seit macOS 26.2 verwandelt ein heller Rahmen das Display in ein virtuelles Ringlicht, das sich in Breite und Farbton anpassen lässt. Ein Fund im Release Candidate von iOS 27 deutet darauf hin, dass dieselbe Technik den Sprung auf das iPhone schafft – zunächst aber nur auf ein einziges Modell.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Code des iOS-27-Release-Candidate liegt der Edge-Light-Effekt bereit, gebunden an einen Gerätetyp, der auf das iPhone Duo hindeutet.
- Die Einstellung für die Farbtemperatur ist laut dem Fund noch nicht vollständig umgesetzt.
- Apple selbst führt den Effekt auf Deutsch unter der Bezeichnung „Kantenlicht“.
- Auf dem Mac setzt die Funktion einen Apple-Chip und macOS Tahoe 26.2 voraus, die automatische Aktivierung zusätzlich ein Modell ab Jahrgang 2024.
- Das iPhone Duo kommt am 23. Oktober in den Handel und wird mit iOS 27.1 ausgeliefert, nicht mit der Fassung, in der der Fund steckt.
Was im Code der finalen iOS-Fassung steckt
Gefunden hat den Hinweis der Nutzer pdfu, der die Vorabversionen von iOS 27 seit Wochen durchsucht. Nach seiner Darstellung auf X ist der Effekt in der finalen Testfassung an einen Gerätetyp gekoppelt, der auf das faltbare iPhone verweist. Die Einstellung für die Farbtemperatur sei dort noch nicht fertig implementiert. Dazu veröffentlichte er eine Aufnahme aus dem Simulator, die den Effekt auf einer iPhone-Oberfläche zeigt.
Zur Belastbarkeit der Quelle: Es handelt sich um einen einzelnen Nutzer ohne Verbindung zur Lieferkette, dessen Funde sich aber an ausgeliefertem Code prüfen lassen. Zwei Tage vor der Keynote fielen ihm Textbausteine für ein iPhone mit Touch ID und Ultrabreitband auf – eine Kombination, die es bis dahin nicht gab. Apple stellte das Duo anschließend mit Touch ID im Seitenschalter vor. Der Fund selbst ist damit belastbar, was Apple daraus macht, bleibt offen.
So arbeitet das Kantenlicht auf dem Mac
Wer nach der Funktion in den deutschen Systemeinstellungen sucht, findet sie nicht unter ihrem englischen Namen: Apple führt sie in seinem Support-Dokument zum Kantenlicht durchgehend unter dieser Bezeichnung. Aufgerufen wird sie über das Menü „Video“ in der Menüleiste, das während eines laufenden Videoanrufs erscheint.
Zwei Regler steuern das Ergebnis. Der erste verändert die Breite des leuchtenden Rahmens und damit die Menge des abgegebenen Lichts, der zweite die Farbtemperatur zwischen wärmeren und kühleren Tönen. Nähert sich der Mauszeiger dem Rand, dämpft das System den Effekt, damit Bedienelemente sichtbar bleiben.
| Voraussetzung | Anforderung auf dem Mac |
|---|---|
| Prozessor | Mac mit Apple-Chip |
| Betriebssystem | macOS Tahoe 26.2 oder neuer |
| Automatisches Einschalten | Mac-Modelle ab 2024 |
| Kamera | integrierte Kamera, Integrationskamera oder externe Kamera |
Warum die Kennung auf das faltbare Modell zeigt
Das iPhone Duo bringt für diesen Effekt die passende Fläche mit. Aufgeklappt misst das innere Display 7,6 Zoll, das äußere 5,4 Zoll – und die Frontkamera für Videoanrufe sitzt innen unter dem Display. Eine Kamera hinter der Anzeige bekommt weniger Licht als eine in einer Aussparung, und ein leuchtender Rahmen rund um eine 7,6-Zoll-Fläche liefert deutlich mehr davon als der schmale Rand eines gewöhnlichen iPhone-Displays.
Unsere Erwartung: Die Bindung an das faltbare Modell hält länger, als sie nach einem reinen Software-Effekt aussieht. Der Effekt lebt von der Fläche – die Helligkeit wird laut Apple über die Breite des leuchtenden Rahmens geregelt, mehr Licht bedeutet also mehr belegte Bildfläche. Auf einem gewöhnlichen iPhone-Display bliebe entweder wenig Fülllicht übrig oder wenig Platz für das Gegenüber. Dazu passt, dass die Funktion bis heute nicht einmal auf dem iPad angekommen ist: Apples Handbuch zu den Videokonferenzfunktionen des iPad führt Porträtmodus, Studiolicht, Folgemodus und Reaktionen auf – ein Kantenlicht steht dort nicht.
Was der Zeitplan hergibt
iOS 27 erscheint am 14. September, das iPhone Duo folgt am 23. Oktober und wird ab Werk mit iOS 27.1 geliefert. Der Effekt liegt also in einer Fassung im Code, die auf dem betreffenden Gerät gar nicht zum Einsatz kommt. Zwischen dem Start auf dem Mac im Dezember und dem Verkaufsstart des Duo liegen gut zehn Monate – Zeit genug, um den fehlenden Regler nachzuziehen.
Ob die Funktion zum Verkaufsstart hierzulande bereitsteht, entscheidet damit die Fassung, die ab Werk auf dem Gerät liegt. Regionale Hürden nennt Apple für den Mac keine: Als Voraussetzung führt das Support-Dokument allein den Chip, die Systemversion und eine Kamera auf.
Ein Ringlicht taugt nur so viel wie seine Fläche
Am Mac fällt die Wirkung überschaubar aus, weil ein Display ohnehin Licht abstrahlt und der zusätzliche Rahmen nur einen Teil der Fläche einnimmt. Am iPhone kehrt sich die Rechnung um: Die Kamera sitzt näher am Gesicht, der Abstand zur Lichtquelle ist kleiner, und aufgeklappt steht mehr leuchtende Fläche zur Verfügung als bei jedem anderen iPhone. Für schlecht beleuchtete Videoanrufe unterwegs ist das der interessantere Anwendungsfall – vorausgesetzt, der Akku macht mit, denn ein großflächig hell leuchtendes Display ist keine sparsame Lichtquelle.
Praktisch heißt das für dich: Telefonierst du abends viel per FaceTime, kommst du am Mac sofort an die Funktion, am iPhone frühestens im Herbst und dann nur mit dem teuersten Modell der Reihe. Schneller hilft, was ohne neues Gerät funktioniert – etwa die Möglichkeiten der Center-Stage-Frontkamera auszureizen und sich mit dem Gesicht zur hellsten Lichtquelle im Raum zu setzen.
Würdest du dein iPhone-Display im dunklen Zimmer als Lampe für Videoanrufe einsetzen – oder ist dir der Akkuverbrauch das nicht wert? Schreib uns in die Kommentare, wie du bei schlechtem Licht telefonierst.



