Mit dem Verkaufsstart wird auch das EU-Datenblatt fällig – und das nennt Zahlen, die auf keiner Produktseite stehen. Der Reparaturindex liegt bei beiden Pro-Modellen bei 3,14 von 5 Punkten und damit knapp über dem Vorgänger. Der Zuwachs kommt aus einer einzigen Kategorie, während eine andere seit Jahren beim Minimum feststeht.
Seit Juni 2025 muss jedes in der EU verkaufte Smartphone ein Energielabel tragen, dazu ein Produktdatenblatt mit Angaben zu Akku, Robustheit und Reparierbarkeit. Für beide neuen Pro-Modelle liegen diese Blätter inzwischen in deutscher Fassung vor, veröffentlicht über Apples eigenes Verzeichnis für Energielabel – eines für das iPhone 18 Pro, eines für das iPhone 18 Pro Max. Die Werte darin stammen nicht von einem Prüflabor, sondern von Apple selbst – die Verordnung schreibt die Selbsteinstufung nach festen Kategorien vor.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Reparaturindex liegt bei beiden Modellen bei 3,14 von 5 Punkten, im Vorjahr waren es 3,04.
- Die Verbesserung stammt fast vollständig aus der Kategorie Werkzeuge, die um einen halben Punkt zulegt.
- Beim Punkt Software-Aktualisierungen steht weiterhin 1,00 von 5 – trotz fünf Jahren garantierter Updates.
- Beide Geräte bleiben in Reparierbarkeitsklasse C auf einer Skala von A bis E.
- Beim Energielabel selbst erreichen sie die Klasse A.
Ein halber Punkt bei den Werkzeugen
Die EU zerlegt die Reparierbarkeit in sechs Kategorien, jede mit 0 bis 5 Punkten, aus denen sich der Gesamtindex zusammensetzt. Vier davon sind unverändert geblieben, zwei haben sich bewegt. Zwischen Pro und Pro Max gibt es dabei keinen einzigen Unterschied – beide Blätter nennen identische Werte.
| Kategorie | iPhone 18 Pro und Pro Max | iPhone 17 Pro und Pro Max |
|---|---|---|
| Gesamtindex | 3,14 | 3,04 |
| Zerlegungstiefe | 2,75 | 2,65 |
| Befestigungselemente | 3,80 | 3,80 |
| Werkzeuge | 2,55 | 2,05 |
| Ersatzteile | 4,00 | 4,00 |
| Software-Aktualisierungen | 1,00 | 1,00 |
| Reparaturinformationen | 5,00 | 5,00 |
Von den 0,10 Punkten Zuwachs trägt die Kategorie Werkzeuge den größten Teil: plus 0,50. Dahinter steht, dass sich mehr Bauteile mit einfacherem Gerät erreichen lassen. Welche das sind, geht aus den Blättern nicht hervor – dort steht nur die Punktzahl, nicht die Begründung.
Der Rest des Aufbaus dürfte weitgehend dem Vorgänger entsprechen. Die Zerlegungstiefe verbessert sich minimal, Befestigungselemente und Ersatzteilversorgung bleiben exakt gleich. Für die Klasse reicht das nicht: Beide Generationen stehen bei C.
Warum ein Punkt bei 1,0 feststeckt
Die auffälligste Zahl ist die niedrigste. Für Software-Aktualisierungen vergibt die Bewertung einen von fünf Punkten, obwohl Apple in denselben Dokumenten fünf Jahre garantierte Sicherheits-, Korrektur- und Funktionsaktualisierungen zusagt.
Der Grund liegt in der Systematik: Fünf Jahre sind das gesetzliche Minimum. Punkte gibt es erst darüber hinaus. Wer also nur die Vorgabe erfüllt, landet zwangsläufig bei 1,00 – unabhängig davon, wie lange die Geräte in der Praxis Updates bekommen. Beim iPhone liegt die tatsächliche Versorgungsdauer regelmäßig über dem Zugesagten, in der Bewertung schlägt sich das nicht nieder.
Diese eine Kategorie kostet damit strukturell Punkte, ohne dass sich an der Reparierbarkeit im Wortsinn etwas ändert.
Wo sich die beiden Modelle unterscheiden
Bei Robustheit und Schutzart sind die Blätter deckungsgleich: mindestens 180 freie Fälle ohne Defekt, Zuverlässigkeitsklasse B, IP68 mit geprüfter Eintauchtiefe von 6 Metern, Ritzbeständigkeit Stufe 5 nach Mohs, Energieeffizienzklasse A und mindestens 1.000 Ladezyklen. Getrennt werden die beiden nur beim Akku.
| Angabe | iPhone 18 Pro | iPhone 18 Pro Max |
|---|---|---|
| Modellkennung | A3714 | A3717 |
| Nennkapazität | 4.056 mAh | 5.391 mAh |
| Laufzeit pro Ladezyklus | 52 Stunden | 62 Stunden |
Der Akku ist bei beiden nicht für den Wechsel durch Nutzer vorgesehen. Als Mindestlaufzeit der Herstellergarantie stehen 12 Monate im Blatt – das ist die gesetzliche Pflichtangabe und sagt nichts über die zweijährige Gewährleistung aus, die hierzulande ohnehin greift.
Was der Index über eine echte Reparatur aussagt
Ein Index von 3,14 klingt nach Mittelmaß, misst aber nicht, was eine Reparatur kostet oder wie lange sie dauert. Bewertet werden Zugang, Befestigung, Werkzeugbedarf, Ersatzteilverfügbarkeit und Dokumentation – nicht der Preis eines Displaytauschs.
Bemerkenswert ist deshalb weniger die Gesamtnote als das Muster dahinter: Bei Dokumentation und Ersatzteilen liegt Apple weit vorn, beim Zugang zum Inneren im unteren Mittelfeld. Wer sein iPhone selbst öffnen will, scheitert eher an der Konstruktion als an fehlenden Anleitungen. Wie sich das im Alltag auswirkt, hängt vor allem am Akku – und warum der beim iPhone auf absehbare Zeit fest verbaut bleibt, steht in unserem Beitrag zur EU-Wechselakku-Pflicht ab 2027.
Wie sich die Konstruktion tatsächlich geändert hat, zeigt sich nach dem Verkaufsstart am 18. September, wenn die ersten Geräte zerlegt werden. Bis dahin bleibt die Punktzahl das einzige Signal – und die stammt vom Hersteller selbst. Sie gilt für beide Modelle gleichermaßen: Display, Gewicht, Akku und Preis trennen Pro und Pro Max deutlich, bei der Reparierbarkeit weicht dagegen kein einziger Wert ab.
Achtest du beim Kauf überhaupt auf den Reparaturindex, oder ist die Zahl für dich eine Formalie neben Kamera, Akku und Preis? Widersprich uns gern in den Kommentaren.



