Die neue Systemgeneration ist da, die neuen iPhones stehen im Handel – und das Versprechen, mit dem Apple beides beworben hat, erreicht deutsche iPhones nicht. Siri AI läuft hierzulande nur auf dem Mac und der Apple Vision Pro, und auch dort nur auf Englisch. Dazu kamen eine neue Tracking-Abfrage und ein Gesetzesvorschlag zum Jugendschutz, die Apples Plattformen auf ganz andere Weise betreffen.
Am Montag hat Apple sechs Systeme auf einmal ausgeliefert, von iOS 27 bis visionOS 27. Am Mittwoch folgten bereits die ersten Betas der nächsten Punktversion, am Freitag der Verkaufsstart von iPhone 18 Pro, Apple Watch Series 12, Apple Watch Ultra 4 und AirPods 5.
Dazwischen lagen ein Gesetzesvorschlag aus Brüssel, eine Anhörung in London und neue Marktzahlen zu Apples Ohrhörern. Das war die Apple-Woche vom 14. bis 20. September 2026.
🔥 Story der Woche: Siri AI startet – auf deutschen iPhones nicht
Was Apple im Juni als Neustart der Assistenz angekündigt hatte, ist seit Montag verfügbar – als Beta und zunächst nur auf Englisch. In der EU läuft Siri AI zum Start weder auf dem iPhone noch auf dem iPad oder der Apple Watch. Ausgenommen sind macOS 27 und visionOS 27: Auf dem Mac und der Apple Vision Pro startet die Assistenz auch hier. In der Schweiz greift die Einschränkung nicht.
Apple begründet den Aufschub mit den Interoperabilitätspflichten des Digital Markets Act. Die knüpfen an iOS und iPadOS an, die beide als zentrale Plattformdienste benannt sind, und die Apple Watch fällt über ihre Bindung an das gekoppelte iPhone mit darunter. macOS und visionOS sind nicht benannt – die Sperre folgt damit genau der Linie, die sich aus den DMA-Pflichten für iPhone und iPad ergibt.
Für den deutschsprachigen Raum wiegt die Sprache mindestens so schwer. Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch sollen im Oktober folgen und stecken bereits in der ersten Beta von iOS 27.2. Für Deutsch nennt Apple keinen Termin. Apple Intelligence selbst bleibt davon unberührt und funktioniert weiter auf Deutsch.
Der Code zeigt eine offene Architektur
Parallel zum Release ist in iOS 27 und macOS 27 Code aufgetaucht, der zeigt, wie weit sich Siri AI für fremde Modelle öffnen lässt. Nicht öffentliche Systembibliotheken beschreiben zwei Verfahren: Im einen tritt ein Drittanbieter-Modell wie eine Siri-Erweiterung auf und gibt Aufgaben an die Assistenz zurück, sobald Systemfunktionen gebraucht werden.
Im anderen ersetzt ein fremdes Modell Apples Servermodell vollständig – samt Planungsanweisung und Werkzeugliste, während Siri nur noch Oberfläche und Stimme liefert. Bemerkenswert ist der Fund, weil Interoperabilität genau der Punkt ist, an dem der Streit um die Assistenz auf iPhone und iPad hängt.
Eine neue Frage beim Einrichten
Wer Siri AI einrichtet, bekommt zusätzlich eine neue Freigabe für Apples Modelltraining angezeigt. Erhoben wird dasselbe wie bisher, mit Zustimmung fließen Sprachaufnahmen und Texte aber auch in das Training der Foundation Models ein. Wer früher schon zugestimmt hat, wird erneut gefragt.
Weil die Abfrage an Siri AI hängt, erscheint sie hierzulande nur auf Mac und Apple Vision Pro. Dort läuft sie beim Einrichten mit und ist entsprechend schnell übersehen.
💡 Gerücht der Woche: Apple soll 2027 deutlich mehr für Speicher zahlen
Apple soll Samsungs Speicherpreise für das erste Quartal 2027 akzeptiert haben. Genannt werden knapp 2 Dollar pro Gigabit DRAM und knapp 0,33 Dollar pro Gigabit NAND – bis zu 40 Prozent mehr als im dritten Quartal 2026.
Die gemeldeten Konditionen für 2027 gehen auf zwei Häuser zurück: Digitimes aus Taiwan und das chinesische Wirtschaftsportal Jiemian. Beide berichten aus dem Umfeld der asiatischen Zulieferindustrie, ein Vertragsdokument nennen sie nicht. Digitimes erwartet zudem, dass sich das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage im kommenden Jahr weiter verschärft.
Betroffen wären damit die Geräte, die ab dem Jahreswechsel gefertigt werden – nicht die Preise, die heute im Store stehen.
📊 Zahl der Woche: 16,8 Millionen
So viele True-Wireless-Ohrhörer hat Apple laut Omdia im zweiten Quartal 2026 an den Handel ausgeliefert – 1,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, in einem Gesamtmarkt, der erstmals seit 2023 geschrumpft ist. Mit 20,5 Prozent ist Apples Anteil fast doppelt so groß wie der von Xiaomi auf Platz zwei.
| Segment | Q2 2026 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Apple | 16,8 Mio. | +1,2 % |
| Offene Ohrhörer, alle Anbieter | 11,1 Mio. | +12 % |
| Gesamtmarkt True Wireless | 82,1 Mio. | −0,7 % |
Das Wachstum liegt bei den offenen Ohrhörern, die den Gehörgang frei lassen. Apple taucht in dieser Rangliste nicht auf, weil Omdia die AirPods mit offenem Design zur klassischen Bauform zählt. Apple allein liefert damit mehr aus als alle Anbieter offener Ohrhörer zusammen. Die Zahlen reichen von April bis Juni und liegen damit vor dem Start der AirPods 5 am 18. September.
👎 Flop der Woche: Kein Referenzbild aus der EU
Mit Apple Referenzbild soll sich belegen lassen, dass ein Foto echt ist. Apples Technikdokument vom Mittwoch beschreibt den Ablauf: Der Sensor signiert die Pixel direkt bei der Aufnahme, Private Cloud Compute entwickelt daraus das Referenzbild, zwei Zeitstempel grenzen das Aufnahmefenster ein, und einzelne Fotos oder ganze Sensoren lassen sich widerrufen.
Genau diesen Nachweis kann in der EU zum Start niemand erstellen. Entwickeln und anzeigen lassen sich Referenzbilder zwar mit iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27, die Aufnahme im Referenzmodus ist hier aber gesperrt. In der Schweiz gilt die Einschränkung nicht, in China fehlt die Funktion ganz.
Das trifft ausgerechnet die Kamera der neuen Pro-Modelle, die Apple in der Keynote in den Mittelpunkt gestellt hat – und eine Funktion, deren Nutzen in Zeiten generierter Bilder auf der Hand liegt. Zu den Apple-Funktionen, die in der EU fehlen, kommt damit eine hinzu, die sich nicht als Komfortfrage abtun lässt.
📰 Was sonst wichtig war
Die neuen Geräte sind im Handel und wollen zuerst ein Update. Seit Freitag stehen die neuen Modelle auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Handel. iPhone und Apple Watch kommen mit einer älteren Fassung des Systems ab Werk und laden beim Einrichten gleich die Startversion nach. Die ersten Testberichte zum iPhone 18 Pro zeigen vor allem die Preisspreizung: Von 256 GB auf 2 TB kostet das iPhone 18 Pro 1.500 Euro Aufpreis – mehr als ein zweites Grundmodell für 1.449 Euro. Auch zur Series 12 und Ultra 4 liegen erste Testberichte vor.
iOS 27.2 kommt vor iOS 27.1. Am Mittwoch hat Apple die erste Beta von iOS 27.2 samt der übrigen 27.2-Systeme verteilt, eine Testphase für 27.1 gab es nicht. Hinter dem übersprungenen Test von iOS 27.1 vermuten wir das iPhone Duo, das laut Apple direkt mit dieser Version ausgeliefert wird. Die Beta bringt eine neue Health-App zum Testen, die laut Apple nicht Teil der fertigen 27.2 ist und zunächst nur auf US-Englisch startet, dazu Profile und Kinderprofile in der Apple TV App auf dem iPhone mit den deutschen Altersstufen ab 0, 6, 12, 16 und 18 Jahren.
Die Tracking-Abfrage wird in Deutschland Pflicht. Nach Vereinbarungen mit mehreren europäischen Wettbewerbsbehörden führt Apple mit iOS 27.2 eine alternative Tracking-Abfrage ein. In Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Rumänien müssen App-Anbieter sie verwenden, in Österreich können sie wählen, die Schweiz ist nicht erfasst. Nach einem Jahr dürfen Apps erneut fragen.
Die EU will Social-Media-Konten erst ab 15. Mit dem KIDS Act hat die Kommission am Donnerstag ihren Vorschlag vorgelegt: kein Konto unter 15 auf Diensten mit Risikomerkmalen, für 13- und 14-Jährige nur ein von den Eltern eingerichtetes Mini-Konto mit einem Zeitlimit von höchstens einer Stunde. App Stores müssten jede App mit einer Altersfreigabe versehen und die EU-App zur Altersprüfung zulassen. Apples eigene Grenzen für einen Apple Account liegen bei 16 Jahren in Deutschland, 14 in Österreich und 13 in der Schweiz, die vom Vorschlag nicht erfasst ist. In 17 Mitgliedstaaten liegen laut Kommission bereits eigene Gesetzesentwürfe vor, Parlament und Rat müssen dem Vorschlag noch zustimmen.
Ein Gericht prüft Londons Schweigen zur iCloud-Hintertür. Vor dem Investigatory Powers Tribunal ging es am Donnerstag darum, ob die britische Regierung weiter weder bestätigen noch dementieren darf, dass sie Apple zu einem Zugang zu verschlüsselten iCloud-Daten verpflichtet hat. WhatsApp und Google haben per Zeugenaussage offengelegt, keine solche Anordnung erhalten zu haben. Die Entscheidung fällt später, die Hauptverhandlung dürfte erst 2027 stattfinden.
iOS 27 räumt bei der Sicherheit auf. Das Sicherheitsdokument zu iOS 27 reicht vom Kernel bis zur Kamera: Eine Lücke konnte einer App Root-Rechte verschaffen, eine andere erlaubte über Bluetooth das Ausführen fremden Codes. Die Umgehung der IPSec-Authentifizierung in der Telefonie meldete ein Team der Ruhr-Universität Bochum, an einem Fehler im Netzwerkdienst mDNSResponder wirkte eine Gruppe der TU Graz mit. In der Danksagung stehen diesmal auch KI-Werkzeuge, und wer bei iOS 26 bleibt, bekommt die meisten Korrekturen mit iOS 26.7.
💬 Meine Meinung
Rechnet man zusammen, was von iOS 27 hierzulande ankommt, bleibt ein ordentliches Pflegeupdate. Das Aushängeschild läuft dagegen ausgerechnet auf den Geräten, die niemand aus der Hosentasche zieht – und nur, wenn man sie auf Englisch umstellt.
Aus meiner Sicht ist die Sprache dabei der härtere Haken als der DMA. Selbst wenn Apple und die Kommission sich morgen einigten, bliebe Siri AI für deutschsprachige Nutzer ohne Termin. Die fünf Sprachen, die im Oktober folgen sollen, laufen bereits in der Beta – Deutsch ist nicht darunter, und das hat mit Brüssel nichts zu tun.
Unterm Strich hat die Woche hierzulande mehr neue Abfragen gebracht als neue Funktionen: eine Freigabe fürs Modelltraining, eine Tracking-Abfrage, die jährlich wiederkommen darf, und die Aussicht auf Altersprüfungen im App Store. Gefehlt haben dagegen die Assistenz auf dem iPhone und der Echtheitsnachweis in der Kamera – also genau die beiden Dinge, mit denen Apple diese Generation verkauft.
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🔭 Was nächste Woche kommt
Am Dienstag kommen der Mac mini mit M6 und M5 Pro sowie der Mac Studio mit M5 Max und M5 Ultra in den Handel. Erste Grafikwerte beider Chips liegen bereits vor, mit den ersten Handelsgeräten dürften weitere Messungen folgen. Im aktuellen Mac-Sortiment beginnt der Mac mini bei 1.049 Euro, der Mac Studio bei 2.999 Euro.
Am Donnerstag eröffnet das Everest-Drama „Tenzing“ das Zurich Film Festival mit seiner Europapremiere, bei Apple TV startet der Film am 16. Oktober. Bis Ende September will Apple außerdem die Entwicklerwerkzeuge für das iPhone Duo bereitstellen.
Eine Woche mit neuer Systemgeneration, einer Handvoll neuer Geräte im Handel und der nächsten Beta obendrauf – und trotzdem hat sie hierzulande vor allem gezeigt, was fehlt.
Hast du deinen Mac schon auf Englisch umgestellt, um Siri AI auszuprobieren, oder wartest du, bis die Assistenz auf Deutsch und auf dem iPhone ankommt? Schreib uns in die Kommentare, welche Sprache dein Mac gerade spricht.
Bis nächsten Sonntag wünscht Apfelpatient eine entspannte Lektüre und einen guten Wochenstart.



