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Apple Watch Series 12 und Ultra 4: Erste Testberichte

Milan Jovicic by Milan Jovicic
17. September 2026 - 15:07 CEST
in Apple News
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Apple Watch Series 12 mit Aluminiumgehäuse und Apple Watch Ultra 4 mit Titangehäuse nebeneinander, auf der Ultra 4 ist ein Readiness-Wert zu sehen

Apple Watch Series 12 (links) und Apple Watch Ultra 4, nicht maßstabsgetreu. (Bild: Apple / Apfelpatient)

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Von außen hat sich kaum etwas verändert, auf der Unterseite dafür umso mehr. Die ersten Tests zur Apple Watch Series 12 und Ultra 4 sind da, und sie drehen sich fast ausschließlich um das neue Sensorsystem. Beim wichtigsten neuen Wert, der Readiness, hatten die meisten Tester nach einer Woche allerdings noch gar nichts zu sehen.

Apple hatte beide Uhren am 9. September vorgestellt, der Verkauf beginnt am Freitag, 18. September. Die Series 12 kostet in Deutschland ab 449 Euro, die Ultra 4 ab 899 Euro. Die ersten Testberichte zum iPhone 18 Pro waren bereits am 16. September erschienen.

Zu den Uhren liegen unter anderem der gemeinsame Test beider Modelle von 9to5Mac, der Series-12-Test von Engadget, die beiden Einzeltests von Tom’s Guide zur Series 12 und zur Ultra 4, der Test von MobileSyrup, der auch die Ultra 4 streift, sowie die Wochenbilanz von TechRadar zur Ultra 4 vor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Alle Tester sehen das neue Sensorsystem als größte Neuerung: Puls alle fünf Sekunden statt alle fünf Minuten in Ruhe, HRV bis zu 24-mal häufiger.
  • Readiness braucht sieben Nächte Daten, nur einer von vier Testern hatte nach der Testphase einen Wert.
  • Engadget vergibt 9,1 von 10 Punkten, Tom’s Guide die Auszeichnung Editor’s Choice.
  • Die Ultra 4 hielt im Alltag der Tester zwischen knapp zwei und mehr als drei Tagen durch, Apple nennt bis zu 50 Stunden.
  • Live Rewind und Siri Recap waren noch nicht testbar und kommen in der EU zunächst nicht, Siri AI startet in der EU vorerst nicht auf watchOS.

Das neue Sensorsystem überzeugt die Tester

Die Rückseite ist neu aufgebaut, mit größeren grünen LEDs, ringförmig angeordneten Fotodioden und mehr Kontaktfläche für die Elektroden. Laut Apples Mitteilung misst die Uhr den Puls damit alle fünf Sekunden, den ganzen Tag über. Bisher lag der Abstand in Ruhe bei fünf Minuten.

Die Messwerte im Test fielen stimmig aus. Tom’s Guide lief mit beiden Uhren und einem Brustgurt, zuletzt mit der Ultra 4 über rund 35 Kilometer, und fand die Werte praktisch deckungsgleich, Engadget lag im Alltag innerhalb von zwei Schlägen pro Minute neben einem Fitbit Air. 9to5Mac nutzt die zusätzlichen Daten vor allem, um zu sehen, wie sich Kleinigkeiten wie ein Nachmittagskaffee oder eine stressige Situation auf den Puls auswirken.

Neu ist auch die Herzfrequenzvariabilität in zwei Varianten. Neben dem bisherigen Wert für die allgemeine Gesundheit misst die Uhr jetzt eine Recovery-HRV für Stress und Erholung, laut Engadget auf Basis einer zweiten Berechnungsmethode, die kürzere Messreihen braucht. HRV-Werte bekam Engadget bereits vor Ablauf der sieben Nächte zu sehen.

Die Vitals-App zeigt Werte jetzt auch tagsüber an und sortiert sie in vier statt zwei Stufen ein. Eine enttäuschte Hoffnung meldet 9to5Mac: Die automatische Trainingserkennung wurde durch die häufigeren Messungen im Test nicht besser.

Readiness: Nur ein Tester bekam einen Wert

Readiness fasst Aktivität, Trainingsbelastung, Vitalwerte und Schlaf zu einer Zahl von 0 bis 10 zusammen, mit den Empfehlungen Recover, Pace Yourself, Ready und Go For It. Dafür braucht die Uhr sieben Nächte Daten. Bei einer Testphase von rund einer Woche hat das die meisten Tester ausgebremst.

TestTestdauerReadiness-Wert nach der Testphase
9to5Maceine Wocheein Wert, 8 von 10
Engadgetsieben Nächtekein Wert, Handgelenktemperatur nicht erfasst
Tom’s Guide (beide Modelle)eine Wochekein Wert, eine Reisenacht nur mit zwei Stunden Schlaf erfasst
MobileSyrupsechs Nächtekein Wert, Frist noch nicht erreicht

Laut Tom’s Guide verlangt Readiness zudem mindestens vier Stunden Schlaf pro Nacht. Engadget kritisiert genau diese Abhängigkeit von durchgehenden Nächten grundsätzlich: Wer die Uhr nicht jede Nacht trägt, bekommt am nächsten Morgen keinen Wert. Nach Erfahrung der Testerin gilt das allerdings für alle Wearables mit vergleichbarer Funktion, die sie getestet hat.

Der einzige direkte Vergleich stammt von 9to5Mac. Am selben Tag zeigte die Apple Watch 8 von 10, der Oura Ring 85 von 100. Belastbar ist das nach einem einzigen Wert noch nicht.

Series 12: Keramik, eine neue Geste und schnelleres Laden

Äußerlich fällt vor allem die Rückkehr des Keramikgehäuses auf, in einer weißen und einer blauen Variante. Zuletzt hatte Apple Keramik 2019 bei der Series 5 angeboten. Die Aluminiummodelle bekommen Ceramic Shield 2, das laut Apple 60 Prozent widerstandsfähiger ist als das bisherige Ion-X-Glas.

Engadget hebt eine unscheinbare Neuerung als Lieblingsfunktion hervor: Neben Doppeltippen erkennt die Uhr jetzt ein einfaches Tippen mit Daumen und Zeigefinger, womit sich Widgets im Smart Stack nicht nur durchblättern, sondern auch öffnen lassen. Exklusiv für die Series 12 ist das allerdings nicht. Apple führt die Geste in den Fußnoten als Funktion von watchOS 27 für die Series 9 und neuer, die SE 3 sowie die Ultra 2 und neuer.

Der neu entwickelte Schrittzähler samt Komplikation für die Schritte hängt dagegen am S11-Chip und kommt nicht auf ältere Modelle. Kritik gibt es bei Engadget für das neue App-Raster von watchOS 27, das statt aller Apps nur eine Auswahl zeigt und die gesuchte App nicht immer trifft.

Bei der Laufzeit nennt Apple unverändert bis zu 24 Stunden, im Outdoor-Training jetzt 10 statt 8 Stunden. Tom’s Guide hält Apples Angaben im eigenen Alltag für zutreffend. Engadget ging an Tagen mit wenig Aktivität mit rund 50 Prozent Restladung ins Bett. MobileSyrup kam mit allen Gesundheitssensoren, vielen Siri-Anfragen und der Uhr als Fernbedienung fürs Apple TV auf mehr als zwei Tage. Das Schnellladen bestätigen alle drei: Bei Engadget brachten 12 Minuten den Akku von 51 auf 79 Prozent.

Ultra 4: Mehr Laufzeit im Alltag

Die Ultra 4 sieht aus wie die Ultra 3 und kommt weiter in Natur und Schwarz. Neu ist neben dem Sensorsystem vor allem ein laut TechRadar um 5 Prozent größerer Akku.

LaufzeitUltra 3Ultra 4
normale Nutzung42 Stunden50 Stunden
Stromsparmodus72 Stunden84 Stunden
Training (Standard)14 Stunden18 Stunden
nach 15 Minuten Laden12 Stunden18 Stunden

Die Werte stammen von Apple, wiedergegeben in den Tests von 9to5Mac, Tom’s Guide und TechRadar.

9to5Mac kam auf 48 Stunden mit 90 Minuten Training, drei Stunden ohne iPhone und zwei Nächten Schlaftracking. Tom’s Guide erreicht nach eigener Angabe problemlos zwei Tage: An einem Testtag mit dreieinhalb Stunden Training sank der Akku von 6 bis 17 Uhr von 82 auf 61 Prozent.

TechRadar erreichte bislang knapp zwei Tage und will die Laufzeit länger beobachten, MobileSyrup kam auf mehr als drei Tage.

Tom’s Guide hält die Ultra 4 für die bislang beste Ultra, vermisst aber weiterhin eine eingebaute LED-Taschenlampe und eine kleinere Gehäusegröße. Wer schmale Handgelenke hat, muss das Armband laut Test eng tragen, sonst liefert der Sensor keinen Puls. TechRadar gibt noch kein abschließendes Urteil ab und will vor allem Readiness länger beobachten. 9to5Mac empfindet die Ultra 4 im direkten Vergleich zur Ultra 3 beim Öffnen von Apps und in den Menüs als schneller.

Audio Intelligence und Siri AI: Was hierzulande fehlt

Von den vier Audio-Intelligence-Funktionen waren im Test nur zwei nutzbar: Geräuscherkennung und das schnellere Shazam. Engadget bestätigt, dass beide schnell reagieren. Live Rewind und Siri Recap, die für die meiste Diskussion gesorgt hatten, konnte niemand ausprobieren. Die dafür nötigen Audiodaten verarbeitet die Uhr in einem abgeschotteten Bereich des S11-Chips und löscht sie danach.

Für Nutzer in Deutschland und Österreich kommt eine Einschränkung dazu, die in den US-Tests keine Rolle spielt. Live Rewind und Siri Recap starten laut Apples Fußnote Ende 2026 als Beta, zunächst nur auf Englisch, nicht in der EU und nur mit einem iPhone 16 oder neuer ohne das 16e. Die Fußnote nennt ausschließlich die EU, die Schweiz ist von dieser Einschränkung nicht erfasst.

Dasselbe Muster gilt für Siri AI auf der Uhr, das MobileSyrup im Alltag ausgiebig genutzt hat. Apple schreibt, dass Siri AI auf watchOS in der EU zunächst nicht verfügbar ist. Auch hier nennt Apple nur die EU, in der Schweiz setzt Siri AI zum Start aber Englisch als Systemsprache voraus. Deutsch gehört nicht zu den Sprachen, die Apple für Oktober angekündigt hat. Auch die neu gestaltete Health-App mit Health Age startet später im Jahr zunächst in US-Englisch, testbar ist sie bereits in der Beta von iOS 27.2.

Für wen sich der Wechsel jetzt lohnt

Die Einschränkungen treffen vor allem Funktionen, die die Tester selbst noch gar nicht ausprobieren konnten. Der Kern ihres Lobs ist Hardware: das Sensorsystem mit den dichteren Puls- und HRV-Daten und bei der Ultra 4 die längere Laufzeit. Live Rewind, Siri Recap und Siri AI auf der Uhr fallen in Deutschland und Österreich als Kaufargument vorerst weg.

9to5Mac empfiehlt den Wechsel ab einer Series 9 oder Ultra 2 und älter, MobileSyrup kommt beim Umstieg von der Series 9 zum selben Schluss. Tom’s Guide ist beim Schritt von der Ultra 3 unentschieden, weil die Pulsmessung dort nicht schlecht sei, rät aber Besitzern älterer Ultra-Modelle und allen, denen Laufzeit wichtig ist, zum Kauf. Gegenüber der Series 11 geht es vor allem um die neuen Gesundheitsdaten der Series 12, gegenüber der Ultra 3 kommen acht Stunden mehr Laufzeit der Ultra 4 dazu.

Praktisch heißt das für dich: Wenn du dich zwischen den Modellen noch nicht entschieden hast, geht es hierzulande weniger um KI-Funktionen als um Laufzeit, Gehäuse und Preis. Mit der SE 3 ab 269 Euro, der Series 12 ab 449 Euro und der Ultra 4 ab 899 Euro liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten aktuellen Apple-Watch-Modell 630 Euro.

Würdest du für dichtere Puls- und HRV-Daten und einen Readiness-Wert von deiner jetzigen Apple Watch umsteigen, obwohl Live Rewind und Siri AI hier vorerst fehlen? Schreib uns in die Kommentare, welches Modell du gerade trägst.

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Tags: Apple WatchApple Watch Series 12Apple Watch Ultra 4
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Milan hat Apfelpatient 2016 gegründet und verantwortet seit 2018 sämtliche redaktionellen Inhalte – News, Gerüchte, Anleitungen und Produkttests. Apple-Geräte sind hier kein Testmaterial für zwei Wochen, sondern Alltagswerkzeug: Vom iPhone über MacBook Pro, MacBook Air und iMac bis zur Apple Vision Pro läuft aus fast jeder Produktkategorie mindestens ein Gerät im täglichen Einsatz, viele davon jährlich erneuert. Jeder Menüpfad in einer Anleitung wird am Gerät nachgeprüft, bevor er veröffentlicht wird.

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