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Apple sagt für das Weihnachtsgeschäft das beste Quartal seiner Geschichte voraus. Beim Gewinn sieht es weniger glänzend aus: Die Marge soll auf 45 bis 46 Prozent fallen, die Betriebsausgaben steigen. Unterm Strich bliebe trotz Rekordumsatz kaum mehr übrig als vor einem Jahr.
In der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen hat Finanzchef Kevan Parekh den Ausblick auf das Dezember-Quartal gegeben, das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027, wie das Transkript der Konferenz zeigt. Es ist der erste Ausblick unter CEO John Ternus und zugleich der Punkt, der in den Erwartungen der Analysten als entscheidend galt.
Die Prognose steht wie üblich unter dem Vorbehalt, dass die Zollsätze auf dem Stand des Konferenztags bleiben und sich die Weltwirtschaft nicht verschlechtert. An der Börse kam sie schlecht an: Die Aktie verlor nachbörslich zeitweise rund 3,4 Prozent.
Das Wichtigste in Kürze
- Apple erwartet im Dezember-Quartal 7 bis 10 Prozent Umsatzwachstum und damit das beste Quartal seiner Geschichte.
- Die Prognose spiegelt laut Parekh ein begrenztes Angebot wider.
- Die Bruttomarge soll bei 45 bis 46 Prozent liegen, vor einem Jahr waren es 48,2 Prozent.
- Die Betriebsausgaben steigen auf 20,4 bis 20,8 Milliarden Dollar.
- Rechnerisch bliebe der Betriebsgewinn trotz Rekordumsatz etwa auf Vorjahreshöhe.
- Die Aktie gab nachbörslich zeitweise um rund 3,4 Prozent nach.
Der Ausblick in Zahlen
Das Dezember-Quartal ist bei Apple traditionell das stärkste. Vor einem Jahr kam der Konzern auf 143,76 Milliarden Dollar, das Wachstum von 7 bis 10 Prozent ergibt rechnerisch rund 153,8 bis 158,1 Milliarden Dollar. Der Durchschnitt der Analysten lag Ende Oktober bei 153,55 Milliarden Dollar, die Einzelschätzungen reichten von 131,5 bis 170,4 Milliarden.
| Kennzahl | Ausblick Dezember 2026 | Dezember 2025 |
|---|---|---|
| Umsatz | +7 bis +10 %, rechnerisch 153,8–158,1 Mrd. $ | 143,76 Mrd. $ |
| Services | +8 bis +9 % | 30,01 Mrd. $ |
| Bruttomarge | 45–46 % | 48,2 % |
| Betriebsausgaben | 20,4–20,8 Mrd. $ | 18,38 Mrd. $ |
| Steuerquote | rund 17 % | 17,5 % |
Parekh formuliert es so:
Wir gehen davon aus, dass dies das beste Umsatzquartal in der Geschichte des Unternehmens wird.
Eine Vorgabe für das iPhone nannte er in seinen vorbereiteten Ausführungen nicht. Für die Services erwartet er 8 bis 9 Prozent.
Das Angebot setzt die Grenze
Das Umsatzwachstum spiegele Apples beste Einschätzung eines begrenzten Angebots wider, sagte Parekh. Schon im September-Quartal bremsten Engpässe iPhone, Mac und iPad. Beim iPhone Duo kann Ternus kein Ende der Knappheit nennen, der deutsche Apple Store nennt online aktuell den 25. Januar.
Wer das iPhone Duo heute in Deutschland online bestellt, zählt für Apple damit erst im Folgequartal. Dazu kommt ein starker Vergleichswert: Vor einem Jahr war das Dezember-Quartal bereits das bisher beste der Firmengeschichte.
Ohne Zollerstattungen fällt die Marge seit dem Frühjahr
Der wichtigste Wert steht bei der Bruttomarge. Als Grund nennt Parekh vor allem höhere Speicherkosten, dazu einige Kosten für den Hochlauf von Siri AI. Die Zoll-Rückerstattungen, die zuletzt halfen, sind nach seinen Worten inzwischen weitgehend eingegangen.
| Quartal | Bruttomarge | Ohne Zoll-Rückerstattungen |
|---|---|---|
| Dezember 2025 | 48,2 % | 48,2 % |
| März 2026 | 49,3 % | 49,3 % |
| Juni 2026 | 50,1 % | rund 48,1 % |
| September 2026 | 47,9 % | rund 46,9 % |
| Dezember 2026 (Ausblick) | 45–46 % | nicht beziffert |
Im Gespräch mit Reuters beschrieb Ternus, was im abgelaufenen Quartal half. Gemeint sind die Preisrunden bei iPhone und Mac:
Wir hatten höhere Speicherkosten als im Juni-Quartal, die teilweise durch den Vorteil aus unseren Beständen und niedrigere Kosten bei bestimmten anderen Bauteilen aufgefangen wurden. Diese Preiserhöhungen haben einen gewissen Ausgleich gebracht.
Die Marktlage bleibt angespannt, SK Hynix sieht sich bis 2029 praktisch ausverkauft.
Rekordumsatz, aber kaum mehr Gewinn
Aus den Spannen lässt sich der Betriebsgewinn überschlagen. Vor einem Jahr lag er im Dezember-Quartal bei 50,85 Milliarden Dollar. Mit den Mittelwerten des Ausblicks wären es rund 50,4 Milliarden, die gesamte Spanne reicht von etwa 48,4 bis 52,3 Milliarden Dollar.
In der Mitte der Spanne würden rund 8,5 Prozent mehr Umsatz damit vollständig von der niedrigeren Marge und den höheren Betriebsausgaben aufgezehrt. Für die Betriebsausgaben spielt die Forschung die größte Rolle, sie machte im Geschäftsjahr rund 60 Prozent aus.
Die Aktie schwankt nachbörslich deutlich
Die Aktie hatte den regulären Handel am Montag bei 338,32 Dollar beendet. Nach dem Ausblick fiel sie nachbörslich zeitweise auf 326,77 Dollar, ein Minus von rund 3,4 Prozent. Kurz nach Mitternacht deutscher Zeit stand sie wieder bei rund 330 Dollar, das sind rund 2,3 Prozent weniger als zum Schluss.
Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 351,73 Dollar. Der Durchschnitt der Kursziele vor den Zahlen lag bereits unter dem Kurs von damals rund 344 Dollar. Nachbörsliche Kurse sind allerdings nur ein erster Stand, der reguläre Handel beginnt am Dienstag um 15:30 Uhr deutscher Zeit.
Was der Ausblick für die Preise bedeutet
Ich halte die Marge für die wichtigste Zahl des Abends, gerade für Käufer. Apple hat in diesem Jahr bereits zweimal an den Preisen gedreht, zuletzt im September beim iPhone, und trotzdem soll die Marge weiter fallen. Ich rechne deshalb nicht damit, dass Apple im kommenden Jahr auf weitere Anpassungen verzichtet.
Wer ohnehin kaufen will, muss derzeit also weniger auf Rabatte hoffen als auf Verfügbarkeit. Das gilt besonders für die Modelle, bei denen Apple selbst von Engpässen spricht.
Glaubst du, dass Apple die höheren Kosten im nächsten Jahr noch einmal an Käufer weitergibt, oder hält der Konzern die Preise lieber stabil? Schreib uns in den Kommentaren, womit du rechnest.





