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Am Montag legt Apple die Zahlen für das Septemberquartal vor, und das abgelaufene Quartal gilt bei den Analysten als weitgehend sicher. Spannend wird, was danach kommt: Beim Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft liegen die Schätzungen weit auseinander. Und erstmals muss sich John Ternus als CEO den Fragen stellen.
Apple veröffentlicht die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal 2026 am Montag, 2. November, kurz vor der Telefonkonferenz, die laut Apple um 23 Uhr deutscher Zeit beginnt. Das Quartal endete am 26. September und enthält damit nur gut eine Woche Verkaufszeit der neuen Pro-Modelle, das iPhone Duo fehlt ganz. Ausgangspunkt ist das Juniquartal mit 109,4 Milliarden Dollar Umsatz und 50,1 Prozent Bruttomarge, die rund zwei Prozentpunkte aus Zollerstattungen enthielt. Den Rahmen für das neue Quartal hat Apple in der Telefonkonferenz zum dritten Quartal selbst gesetzt. Alle Berichte rund um die Zahlen bündelt die Seite zu den Quartalszahlen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Konsens liegt bei rund 113 Milliarden Dollar Umsatz und knapp 2 Dollar Gewinn je Aktie – im oberen Teil von Apples eigener Spanne.
- Beim iPhone erwarten die Analysten 14 bis 17 Prozent Wachstum, nach gut 20 Prozent in den Vorquartalen.
- Services sollen um knapp 10 Prozent zulegen, das iPad schrumpfen.
- Für das Dezemberquartal reichen die Schätzungen von gut 131 bis über 170 Milliarden Dollar.
- Die Kursziele liegen zwischen 245 und 400 Dollar, der Kurs nahe am 52-Wochen-Hoch.
Apples eigener Ausblick als Messlatte
Finanzchef Kevan Parekh hat in der Telefonkonferenz zum dritten Quartal recht genaue Vorgaben gemacht:
| Kennzahl | Apples Ausblick für Juli bis September |
|---|---|
| Umsatzwachstum | 9 bis 11 Prozent |
| Währungseffekt | rund 2,5 Prozentpunkte Gegenwind gegenüber dem Juniquartal |
| iPhone | Wachstum im mittleren Zehnerbereich |
| Services | Wachstum ähnlich wie im Juniquartal, bereinigt um Währungseffekte |
| Bruttomarge | 47 bis 48 Prozent, davon rund 1 Prozentpunkt aus Zollerstattungen |
| Betriebsausgaben | 19,1 bis 19,4 Milliarden Dollar |
| Steuerquote | rund 16,5 Prozent |
Dazu kam eine deutliche Warnung: Die Lieferengpässe bei iPhone, Mac und iPad sollten gegenüber dem Juniquartal erheblich zunehmen. Tim Cook kündigte in seinem letzten Call als CEO außerdem noch höhere Speicherkosten an.
Umsatz und Gewinn: Der Konsens liegt am oberen Rand
Gegenüber dem Vorjahresquartal mit 102,47 Milliarden Dollar ergibt sich aus Apples Prognose ein Umsatzkorridor von rund 111,7 bis 113,7 Milliarden Dollar. Die Analysten bewegen sich im oberen Teil davon. Zacks nennt in einer Vorschau vom 28. Oktober einen Konsens von 112,95 Milliarden Dollar, ein Plus von 10,2 Prozent, und 1,98 Dollar Gewinn je Aktie. Andere Datenanbieter kommen auf 113,3 bis 113,4 Milliarden Dollar und 1,98 bis 1,99 Dollar.
Im Vorjahresquartal lag der Gewinn je Aktie bei 1,85 Dollar, im Juniquartal bei 2,02 Dollar. Der Juni-Wert war allerdings durch Zollerstattungen gestützt, ohne sie wären es 1,91 Dollar gewesen. Seit Ende Juli ist die Gewinnerwartung laut Yahoo Finance leicht gesunken, von 2,01 auf 1,98 Dollar. Apple hat die Erwartungen beim Gewinn je Aktie in den vergangenen vier Quartalen jedes Mal übertroffen, zuletzt im Juniquartal mit 2,02 statt 1,89 Dollar.
Die Sparten im Einzelnen
Den vollständigsten Satz an Spartenschätzungen liefert der Zacks-Konsens. Daneben hat UBS eigene Werte veröffentlicht.
| Sparte | Vorjahr (Q4 2025) | Konsens Zacks | UBS |
|---|---|---|---|
| Umsatz gesamt | 102,47 Mrd. $ | 112,95 Mrd. $ | 112,8 Mrd. $ |
| iPhone | 49,03 Mrd. $ | 57,18 Mrd. $ | 56 Mrd. $ |
| Mac | 8,73 Mrd. $ | 9,56 Mrd. $ | – |
| iPad | 6,95 Mrd. $ | 6,54 Mrd. $ | – |
| Wearables, Home und Zubehör | 9,01 Mrd. $ | 9,00 Mrd. $ | – |
| Services | 28,75 Mrd. $ | 31,50 Mrd. $ | 31,6 Mrd. $ |
| Gewinn je Aktie | 1,85 $ | 1,98 $ | 1,97 $ |
| Bruttomarge | 47,2 % | 47,5 % (gerechnet) | 47,5 % |
Die Konsens-Marge ergibt sich aus Zacks’ Schätzungen für den Bruttogewinn bei Produkten und Services.
iPhone: Wachstum mit angezogener Handbremse
Apple hatte für das iPhone ein Wachstum im mittleren zweistelligen Prozentbereich angekündigt. Die Schätzungen landen genau dort: gut 14 Prozent bei UBS, 16,6 Prozent im Zacks-Konsens. In den drei Vorquartalen wuchs die Sparte jeweils um rund 22 bis 23 Prozent. UBS begründet die Abschwächung mit Lieferkettenprüfungen, die auf eine gedämpftere Nachfrage hindeuten, und rechnet mit rund 5 Prozent höheren Durchschnittspreisen bei rund 5 Prozent weniger verkauften Geräten. Dazu kommen die Lieferengpässe, vor denen Apple selbst gewarnt hat. Das iPhone 18 Pro trägt mit seinem Verkaufsstart am 18. September nur die letzten Tage des Quartals bei.
Mac, iPad und Wearables
Beim Mac erwartet der Konsens knapp 10 Prozent Plus, beim iPad ein Minus von knapp 6 Prozent. Die Sparte Wearables, Home und Zubehör soll auf Vorjahresniveau bleiben. Die neuen Macs und das iPad mini aus der Oktober-Runde spielen für das Septemberquartal noch keine Rolle.
Services und Marge
Bei den Services liegen die Schätzungen eng beieinander: rund 31,5 Milliarden Dollar, knapp 10 Prozent mehr als im Vorjahr, nach rund 12 Prozent im Juniquartal. Für wichtige Bereiche einschließlich des App Store erwartet UBS nur ein niedriges einstelliges Wachstum.
Bei der Bruttomarge erwarten die Analysten rund 47,5 Prozent, also die Mitte von Apples Spanne. Ohne Zollerstattungen sinkt sie nach UBS-Rechnung um rund 0,7 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr und um rund einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorquartal, vor allem wegen der gestiegenen Preise für Speicherchips. Rechnet man Apples eigene Vorgabe um den Zollvorteil bereinigt, landet die Marge bei 46 bis 47 Prozent und damit unter den 47,2 Prozent des Vorjahresquartals.
Das Dezemberquartal entscheidet
Die eigentliche Prüfung kommt mit dem Ausblick auf das Weihnachtsquartal, in dem erstmals das iPhone Duo und die Pro-Modelle über volle drei Monate laufen. Yahoo Finance führt einen Konsens von 153,55 Milliarden Dollar, mit einer Spanne von 131,5 bis 170,4 Milliarden Dollar unter 17 Analysten – fast 40 Milliarden Dollar Abstand zwischen der vorsichtigsten und der optimistischsten Schätzung.
Morgan Stanley erwartet laut einer Analyse vom 21. Oktober für das Dezemberquartal nur ein niedriges bis mittleres einstelliges Wachstum und rechnet damit, dass Apples Ausblick bei iPhone und Marge leicht unter den Erwartungen bleibt. Auch JP Morgan rechnet mit einer Delle: Weil das Basismodell der neuen Generation erst Anfang 2027 folgt, erwartet die Bank für das iPhone im Dezemberquartal ein leichtes Minus. Die Berichte über gekürzte Bauteilbestellungen für das iPhone 18 Pro hält JP Morgan dagegen für die übliche jährliche Anpassung der Produktion.
Kursziele zwischen 245 und 400 Dollar
Die Spanne der Kursziele ist breit. Mehrere Häuser haben in den vergangenen Tagen nachgelegt:
| Haus | Einstufung | Kursziel |
|---|---|---|
| TD Cowen | Kaufen | 400 $ |
| Goldman Sachs | Kaufen | 390 $ (zuvor 360 $) |
| Evercore ISI | Outperform | 380 $ |
| JP Morgan | Übergewichten | 360 $ (zuvor 340 $) |
| Morgan Stanley | Übergewichten | 355 $ |
| Monness, Crespi, Hardt | Kaufen | 355 $ (zuvor 335 $) |
| Loop Capital | Halten | 330 $ (zuvor 370 $) |
| UBS | Neutral | 296 $ |
| MoffettNathanson | Neutral | 283 $ (zuvor 304 $) |
| Jefferies | Verkaufen | 264 $ |
| KeyBanc | Untergewichten | 250 $ |
| Barclays | Untergewichten | 245 $ |
Der Durchschnitt aller Kursziele liegt je nach Datenanbieter bei rund 329 bis 340 Dollar. Die Aktie schloss am 28. Oktober bei rund 344 Dollar und damit knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 351,73 Dollar – das Kursziel-Mittel liegt also unter dem aktuellen Kurs. Wie unterschiedlich die Häuser die Lage lesen, zeigen die Schritte von Loop Capital mit 330 Dollar und JP Morgan mit 360 Dollar innerhalb weniger Tage. Loop begründet die Abstufung mit rund 13 Millionen gestrichenen iPhone-Auslieferungen im zweiten Halbjahr, schwächeren Verkäufen der Pro-Modelle, sinkenden Durchschnittspreisen und den Speicherkosten.
Ternus’ erster Call als CEO
Für John Ternus ist es die erste Telefonkonferenz als Apple-Chef. Bei den Zahlen zum Juniquartal war er noch als designierter Nachfolger dabei, jetzt steht er zusammen mit Finanzchef Kevan Parekh vorne. Neben den Zahlen dürften drei Fragen den Call prägen: wie gut sich das iPhone Duo verkauft, wie stark die Speicherpreise auf die Marge drücken und ob die Lieferengpässe ins Weihnachtsgeschäft hineinreichen.
Warum der Ausblick schwerer wiegt als die Zahlen
Ich rechne damit, dass Apple die Erwartungen für das Septemberquartal knapp erfüllt oder leicht übertrifft. Der Konsens liegt im oberen Teil von Apples eigener Spanne, und die Spartenschätzungen bewegen sich eng an der Ansage aus dem Juli. Eine Überraschung beim Umsatz wäre deshalb klein.
Wichtiger ist der Blick nach vorn. Die Aktie notiert über dem durchschnittlichen Kursziel, der Markt hat also schon viel Zuversicht eingepreist. Ein vorsichtiger Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft, wie ihn Morgan Stanley und JP Morgan für möglich halten, würde deshalb mehr bewegen als ein gutes Septemberquartal. Bei der Marge rechne ich damit, dass Apple die Speicherkosten offen anspricht – sie sind der Punkt, an dem sich die Zahlen ohne Zollerstattungen erstmals sichtbar verschlechtern.
Was denkst du: Bremsen Lieferengpässe und Speicherpreise Apples Weihnachtsquartal spürbar aus – oder reißt das iPhone Duo die Zahlen nach oben? Schreib uns in den Kommentaren, mit welchem Umsatz du für das Dezemberquartal rechnest.





