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16 Jahre lang hat Apple Touchscreens am Mac abgelehnt, mit Argumenten von Steve Jobs bis Craig Federighi. Jetzt reagiert das MacBook Pro mit PROLED XDR auf Berührung, und Apple-Chef John Ternus erklärt, warum der Mac trotzdem ein Mac bleiben soll. Seine Antwort ist weniger Bruch als Bedingung.
Seit dem 28. Oktober führt Apple das erste MacBook Pro mit berührungsempfindlichem Display im Programm. Wie es dazu kam, schildern CEO John Ternus, Hardwarechef Johny Srouji und Marketingchef Greg Joswiak in einem ausführlichen Gespräch mit Steven Levy von Wired. Die Grundlinie zieht sich durch alle drei Antworten: Touch ergänzt Tastatur und Trackpad, ersetzt sie aber nicht. Display, Gewicht und Ausstattung des Geräts sind im Gesamtbild zum MacBook Pro mit PROLED XDR zusammengefasst.
Das Wichtigste in Kürze
- Ternus nennt den Mac weiterhin in erster Linie ein Gerät für indirekte Eingabe über Trackpad und Tastatur.
- Touch kam laut Ternus erst, als es das MacBook Pro weder schwerer noch dicker machte.
- Srouji führt den Zeitpunkt auf Fortschritte bei Displaytechnik, Chips und Software zurück.
- Joswiak verweist auf Profis und eine junge Generation von Kreativen, die Touch erwarten.
- Damit endet eine Linie, die Apple seit Jobs’ Auftritt im Oktober 2010 öffentlich vertreten hat.
Touch als Zugabe, nicht als neues Grundprinzip
Ternus macht im Gespräch deutlich, dass sich am Selbstverständnis des Mac nichts ändern soll. Er formuliert es so:
Der Mac ist in erster Linie ein Gerät für indirekte Eingabe, aufgebaut um Trackpad und Tastatur. Aber ich denke, es gibt Momente, in denen es bequem und praktisch ist, Touch zu haben.
Entscheidend war für Apple nach seinen Worten, dass die neue Funktion nichts kostet. Ternus nennt die Bedingung klar:
Wir mussten an einen Punkt kommen, an dem Touch das Produkt in keiner Weise schlechter macht.
Touch habe das Gerät weder schwerer noch dicker gemacht, sagt Ternus. Die Zahlen geben ihm recht: Laut Apple wiegt das 14-Zoll-Modell rund 230 Gramm weniger als der Vorgänger, das 16-Zoll-Modell rund 320 Gramm, und beide Gehäuse sind etwas dünner geworden. Einen großen Teil davon erklärt das OLED-Panel, das ohne Hintergrundbeleuchtung auskommt. Bezeichnend ist auch, wie Ternus die Neuerung aufzählt: erst das neue Display als das beste, das Apple je in einen Mac gebaut hat, dann alles andere – und Touch eher beiläufig am Schluss.
Warum es gerade jetzt passt
Srouji begründet den Zeitpunkt laut Wired damit, dass sich Displaytechnik, Apples eigene Chips und die Software so weit entwickelt hätten, dass Apples Anspruch an eine Touch-Integration erreicht sei. Joswiak ergänzt die Nachfrageseite: Profis hätten auf Touch gewartet, und eine junge Generation von Kreativen erwarte die Funktion schlicht.
Auf der Softwareseite passt sich macOS an den Finger an. Levy beschreibt, dass sich Einträge der Menüleiste unter dem Finger vergrößern und die Schaltflächen zum Schließen und Ausblenden von Fenstern beim Antippen größer werden. Das deckt sich mit dem, was sich vorab zur Touch-Bedienung unter macOS abgezeichnet hatte.
Auch eine naheliegende Sorge spricht Levy an: Fingerabdrücke auf dem Display. Apple verweist auf eine entspiegelnde äußere Beschichtung, mit der sich das Display nicht häufiger reinigen lassen müsse als ein Bildschirm ohne Touch.
16 Jahre Nein: Apples frühere Argumente
Die Kehrtwende wiegt schwer, weil Apple die Absage über Jahre mit immer denselben Gründen untermauert hat – Ergonomie und die Sorge, dass ein Kompromiss beiden Bedienkonzepten schadet.
| Zeitpunkt | Wer | Argument gegen Touch am Mac |
|---|---|---|
| Oktober 2010 | Steve Jobs | Berührungsflächen gehören nicht in die Senkrechte, der Arm ermüdet |
| April 2012 | Tim Cook | Toaster und Kühlschrank zu verschmelzen, gefalle den Nutzern nicht |
| November 2016 | Phil Schiller | Man könne ein Gerät nicht für beides optimieren |
| Juni 2018 | Craig Federighi | Den Arm zum Antippen des Bildschirms zu heben, sei ermüdend |
Am bekanntesten ist der Auftritt von Jobs beim „Back to the Mac“-Event im Oktober 2010: Touch-Oberflächen wollten nicht senkrecht stehen, nach längerer Zeit wolle der Arm abfallen. Cook griff das Bild 2012 mit Blick auf Windows 8 auf und verglich Touch-Notebooks mit einer Kombination aus Toaster und Kühlschrank.
Ein Kompromiss mit klaren Grenzen
Ich halte Ternus’ Argumentation für schlüssiger, als die Kehrtwende auf den ersten Blick wirkt. Jobs und Federighi haben gegen den Touchscreen als Hauptbedienung argumentiert, gegen den Arm, der stundenlang in der Luft hängt. Genau das behauptet Apple jetzt nicht: Touch soll gelegentlich helfen, die Arbeit bleibt bei Tastatur und Trackpad. Ob die Rechnung aufgeht, entscheidet sich nicht im Interview, sondern daran, wie viele Apps die Berührung tatsächlich sinnvoll nutzen.
Arbeitest du ohnehin fast ausschließlich mit Tastatur und Trackpad, musst du dich nicht umgewöhnen – und die Modelle mit Mini-LED bleiben im Programm. Was die beiden Display-Varianten trennt, steht im Vergleich von PROLED XDR und Mini-LED, die übrigen Macs ordnet die Mac-Kaufberatung. Alle Beiträge zum Gerät bündelt die Seite zum MacBook Pro.
Würdest du am MacBook Pro tatsächlich zum Bildschirm greifen, oder bleiben deine Hände ohnehin auf Tastatur und Trackpad? Schreib uns in den Kommentaren, in welchen Momenten du Touch am Mac wirklich nutzen würdest.





