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Am Mittwoch soll es so weit sein: Apple bringt nach rund zwei Jahrzehnten Ablehnung den ersten Mac mit Touchscreen. Neu ist vor allem, wie macOS damit umgehen soll. Die Oberfläche richtet sich danach, ob zuletzt der Finger oder das Trackpad im Spiel war.
Die Eckdaten des neuen MacBook Pro stehen seit Wochen im Raum: OLED-Display, Dynamic Island statt Notch, ein leichteres Gehäuse und die Chips M5 Pro und M5 Max. Was bisher fehlte, war ein genaueres Bild davon, wie sich der Touchscreen im Alltag bedienen lassen soll. Das liefert Bloombergs Mark Gurman jetzt in seinem Newsletter Power On vom 25. Oktober. Er bestätigt dort auch den Mittwoch als Vorstellungstermin.
In Berichten lief das Gerät lange unter dem Namen MacBook Ultra. Der bisherige Stand aller Gerüchte zum neuen MacBook Pro zeigt, wie lange sich das Projekt schon hinzieht. Gurman hatte Termin und Produkte der Vorstellung am 13. Oktober vorab zutreffend genannt. Apple selbst hat für den 28. Oktober bislang nur den Termin bestätigt, nicht die Geräte.
Das Wichtigste in Kürze
- Das MacBook Pro mit OLED-Touchscreen soll am Mittwoch, 28. Oktober, per Pressemitteilung kommen, in 14 und 16 Zoll.
- macOS 27 Golden Gate bekommt laut Gurman eine dynamische Oberfläche, die Bedienelemente nach der zuletzt genutzten Eingabe ausrichtet.
- Touch ist als zusätzliche Eingabe gedacht, nicht als Ersatz für Tastatur und Trackpad. Das Designteam war intern gegen den Touchscreen.
- Die bisherigen Modelle mit Mini-LED bleiben vorerst im Programm, die OLED-Modelle sollen deutlich teurer werden.
- Am selben Tag erwartet: iMac und 14-Zoll-MacBook-Pro mit M6, beide im bisherigen Design.
Vorstellung am Mittwoch per Pressemitteilung
Eine Bühnenpräsentation gibt es laut Gurman nicht. Apple stellt die Geräte per Pressemitteilung vor, danach sollen Eingeladene sie bei Apples Termin „Pro and tell“ in Los Angeles ausprobieren können. Den Termin hatte Apple am 19. Oktober selbst mit der Einladung zu „Pro and tell“ angekündigt.
Der Termin in Los Angeles beginnt um 10 Uhr Ortszeit. Weil Deutschland seit heute auf Winterzeit steht, die USA aber erst am 1. November umstellen, liegen in dieser Woche acht statt neun Stunden dazwischen. Hierzulande entspricht das 18 Uhr.
Äußerlich sollen die neuen Modelle den aktuellen ähneln. Sie werden aber leichter, und am oberen Bildschirmrand sitzt statt der Notch eine Dynamic Island. Als Chips nennt Gurman weiterhin M5 Pro und M5 Max, also die Generation, die Apple im März eingeführt hat.
Ein macOS, das auf die letzte Eingabe reagiert
Der interessanteste Teil des Berichts betrifft die Software. macOS 27 Golden Gate soll eine dynamische Oberfläche bekommen, die frühere Interaktionen berücksichtigt. Wer zuletzt den Bildschirm berührt hat, bekommt andere Bedienelemente angezeigt als jemand, der mit dem Trackpad gearbeitet hat.
Tippt man auf eine Schaltfläche, öffnet sich laut Gurman ein Menü rund um den Finger. Dock und Menüleiste sind für die Bedienung per Berührung angepasst. Hinweise darauf gab es bereits: In der dritten Beta von macOS 27.2 tauchten Erkennungen für Touch-Gesten in Fotos, Notizen, Safari und der Übersicht auf, dazu eine neue Dock-Animation beim längeren Drücken eines Symbols.
| Datum | Was bekannt wurde |
|---|---|
| 5. Oktober | Code für Touch-Gesten in der dritten Beta von macOS 27.2 |
| 15. Oktober | Gurman nennt den 6. November als möglichen Verkaufsstart |
| 19. Oktober | Apple lädt zu „Pro and tell“ am 28. Oktober ein |
| 25. Oktober | Gurman bestätigt Mittwoch und beschreibt die Touch-Oberfläche |
Warum Touch nur eine Option ist
Apple positioniert den Touchscreen als zusätzliche Eingabe, die man nutzt, wenn es gerade passt. Tastatur und Trackpad bleiben die Hauptwerkzeuge. Den Hintergrund liefert Gurman gleich mit: Tim Cook und John Ternus seien beide zu dem Schluss gekommen, dass Kunden einen Touchscreen am Mac inzwischen erwarten. Das Industriedesign-Team lehnte die Idee dagegen ab. Der Kompromiss ist ein Gerät, bei dem Touch angeboten wird, aber nicht die Bedienung bestimmt.
Damit endet eine lange Linie. Steve Jobs hatte 2010 bei der Vorstellung des damaligen MacBook Air begründet, warum Apple keine Touchscreens in Notebooks einbaut: Senkrechte Flächen seien für Berührung ungeeignet, der Arm ermüde. Gurman nennt den Schritt die jüngste große Kehrtwende des Unternehmens.
Mini-LED bleibt, OLED wird teurer
Die aktuellen MacBook Pro mit Mini-LED-Display bleiben laut Gurman vorerst im Programm, sollen aber später auslaufen. Die neuen OLED-Modelle setzen sich darüber und werden deutlich teurer. Konkrete Preise nennt Gurman nicht. Die Preise für Deutschland, Österreich und die Schweiz gibt es damit erst am Mittwoch mit der Pressemitteilung.
Neben den Topmodellen erwartet Gurman für denselben Tag einen neuen iMac und ein 14-Zoll-MacBook-Pro mit dem M6, den Apple im August mit dem Mac mini eingeführt hat. Beide sollen äußerlich unverändert bleiben. Nach früheren Berichten ist außerdem ein iPad mini mit OLED-Display Teil des Medientermins am 28. Oktober. In den Handel kommen könnten die Geräte laut Gurman am Freitag, 6. November.
OLED für die übrigen Macs bleibt dagegen Zukunftsmusik. Apple testet laut Gurman Prototypen von MacBook Air und iMac mit OLED, beide sind aber noch weit vom Marktstart entfernt. Der iMac dieser Woche behält sein bisheriges Display, das nächste MacBook Air soll Anfang 2027 ebenfalls ohne OLED erscheinen.
Ein Kompromiss, den man im Preis bezahlt
Ich halte den Ansatz für vernünftiger als einen Mac, der sich wie ein großes iPad bedienen soll. Die Oberfläche richtet sich nach der Eingabe, die tatsächlich genutzt wird. Wer beim Trackpad bleibt, bekommt laut Bericht weiter die passenden Bedienelemente dafür. Gleichzeitig zeigt der Streit mit dem Designteam, wie vorsichtig Apple hier vorgeht. Der Touchscreen ist ein Zusatz, kein Neuanfang.
Teuer wird es trotzdem, denn Touch gibt es nur im Paket mit dem OLED-Display und dem neuen Gehäuse. Ich erwarte, dass genau deshalb viele Käufer zum weiter erhältlichen Mini-LED-Modell greifen, dessen Chips gleich bleiben. Wer ohnehin vor einem Kauf steht, wartet den Mittwoch ab; welcher Mac bis dahin für welchen Zweck passt, zeigt die Mac-Kaufberatung. Weitere Meldungen zum Gerät bündelt die Seite zum MacBook Pro.
Würdest du für Touchscreen und OLED einen deutlichen Aufpreis zahlen, oder reicht dir das MacBook Pro mit Mini-LED und demselben Chip? Schreib uns in den Kommentaren, zu welchem der beiden Modelle du greifen würdest.





