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Drei Marktforscher, drei Zählweisen, ein gemeinsames Ergebnis: Der PC-Markt ist im dritten Quartal um mehr als ein Fünftel eingebrochen, Apple hat deutlich weniger verloren als die Konkurrenz. Jetzt liegt auch die Auswertung von Counterpoint vor – und sie bringt eine Prognose mit, die für das Weihnachtsquartal nichts Gutes verheißt.
Nach IDC und Gartner hat Counterpoint Research am 22. Oktober seine Zahlen zum weltweiten PC-Markt im dritten Quartal 2026 vorgelegt. Laut dem Bericht von Counterpoint sanken die Auslieferungen um 21 Prozent auf 57,0 Millionen Geräte, nach 72,2 Millionen ein Jahr zuvor. Apple lieferte 5,6 Millionen Macs aus, elf Prozent weniger als im Vorjahresquartal, und steigerte den Marktanteil von 8,7 auf 9,8 Prozent. Das deckt sich mit den IDC-Zahlen, wonach die Mac-Auslieferungen um 11 Prozent sanken, während der Gesamtmarkt um 20 Prozent nachgab.
Das Wichtigste in Kürze
- Counterpoint zählt 57,0 Millionen ausgelieferte PCs im dritten Quartal, ein Minus von 21 Prozent.
- Apple kommt auf 5,6 Millionen Macs (minus 11 Prozent) und steigert den Marktanteil auf 9,8 Prozent.
- IDC und Gartner kommen beim Gesamtmarkt auf minus 20,1 und minus 22,4 Prozent. Apple verliert bei allen drei Instituten deutlich weniger als der Markt, bei Gartner am wenigsten aller aufgeführten Hersteller.
- Für das vierte Quartal erwartet Counterpoint einen noch stärkeren Rückgang von 27 Prozent.
Drei Institute im Vergleich
Die drei Marktforscher zählen unterschiedlich und kommen deshalb auf verschiedene Stückzahlen. Die Richtung ist bei allen gleich: Der Markt schrumpft um gut ein Fünftel, Apple um deutlich weniger.
| IDC | Gartner | Counterpoint | |
|---|---|---|---|
| PC-Markt gesamt | 62,7 Mio. | 55,4 Mio. | 57,0 Mio. |
| Veränderung Markt | −20,1 % | −22,4 % | −21 % |
| Macs | 5,9 Mio. | – | 5,6 Mio. |
| Veränderung Apple | −11,3 % | −7,1 % | −11 % |
| Marktanteil Apple | 9,5 % (Vorjahr 8,5 %) | – | 9,8 % (Vorjahr 8,7 %) |
Der Abstand zwischen Apples Rückgang und dem des Gesamtmarkts liegt damit bei IDC bei knapp neun Prozentpunkten, bei Counterpoint bei zehn und bei Gartner bei gut 15. Laut Gartners Mitteilung hatte Apple dort den geringsten Rückgang aller aufgeführten Hersteller.
Bei Counterpoint liegt ASUS mit minus sieben Prozent knapp vor Apple, bei IDC mit minus 8,6 Prozent ebenfalls. Die großen drei treffen alle Zählungen härter: Lenovo verliert rund 23 Prozent, Dell rund 25 und HP rund 31 Prozent.
Speicherpreise treiben den Einbruch
Als Ursache nennen alle drei Institute die gestiegenen Kosten für Arbeitsspeicher und SSDs, die bei den Geräten als höhere Preise ankommen. Gartner beziffert den Anstieg der DRAM-Kosten im zweiten Quartal auf das Fünffache des Vorjahreswerts und sieht den Rückgang nicht in überhöhten Lagerbeständen begründet, sondern in den Preisen.
Hinzu kommt ein starkes Vorjahresquartal: Im dritten Quartal 2025 hatten viele Unternehmen vor dem Supportende von Windows 10 neue Rechner gekauft. Das verschärft den Vergleich zusätzlich.
Für das vierte Quartal erwartet Counterpoint einen Rückgang von 27 Prozent, für 2027 dann eine Seitwärtsbewegung auf dem niedrigeren Niveau. Analyst David Naranjo warnt davor, eine solche Stabilisierung als Erholung zu lesen.
Warum Apple weniger verliert
Counterpoint-Analyst Minsoo Kang begründet das bessere Abschneiden von Apple und ASUS mit „differentiated product portfolios and competitive positioning“. Bei Apple ist der naheliegende Kandidat dafür das MacBook Neo: Es hat das Mac-Sortiment in diesem Jahr nach unten erweitert und hat sich im Frühjahr besser verkauft als MacBook Air und MacBook Pro. Hierzulande startete es bei 699 Euro, seit der Preisrunde Ende Juni kostet es 799 Euro – auch der günstige Einstieg ist also teurer geworden.
Ich halte die Zahlen deshalb für ein Angebotsproblem, nicht für eine Mac-Schwäche. Apple verliert Stückzahlen, aber weniger als alle großen Windows-Hersteller, und gewinnt bei jedem der drei Institute Marktanteil. Die Speicherpreise treffen Apple genauso. Dass der Rückgang trotzdem kleiner ausfällt, spricht aus meiner Sicht dafür, dass Mac-Käufer weniger preisempfindlich reagieren als der Einstiegsmarkt, in dem die Windows-Hersteller ihre Stückzahlen machen.
Die minus 27 Prozent für das vierte Quartal sind für Apple trotzdem ein Warnsignal, denn das Weihnachtsgeschäft fällt genau in diesen Zeitraum. Wie Apple selbst das abgelaufene Quartal sieht, zeigen die Quartalszahlen am 2. November – dann gibt es den Mac-Umsatz direkt aus Cupertino statt aus Hochrechnungen. Wer gerade vor der Wahl steht, findet die aktuellen Modelle mit deutschen Preisen in der Mac-Kaufberatung, alles Weitere zum günstigsten Apple-Notebook bündelt die Themenseite zum MacBook Neo.
Merkst du die gestiegenen Preise gerade selbst – oder hast du deinen Mac deswegen ein Jahr länger behalten als geplant? Erzähl uns in den Kommentaren, wie du es hältst.





