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Nach der EU, Japan und Brasilien muss Apple das iPhone auch in Australien für fremde App Stores öffnen. Diesmal auf Anordnung eines Gerichts. Und die Auflagen gehen an mehreren Stellen weiter als Apples eigene Regeln in Japan und Brasilien.
Das australische Bundesgericht hat im Verfahren von Epic Games gegen Apple festgelegt, welche Folgen Apples Wettbewerbsverstoß hat. Richter Jonathan Beach verpflichtet Apple in einer 235 Seiten langen Entscheidung (2026 FCA 1552), auf dem iPhone alternative App-Marktplätze, App-Downloads von Websites und fremde Zahlungswege zuzulassen. Gelten soll das für Apple Accounts, die auf Australien eingestellt sind.
Grundlage ist ein Urteil von 2025. Damals hatte das Gericht festgestellt, dass Apple mit seinen Regeln für den App Store gegen Paragraf 46 des australischen Competition and Consumer Act verstößt, also seine Marktmacht missbraucht. Jetzt hat es entschieden, was Apple konkret ändern muss.
Das Wichtigste in Kürze
- Ab dem 1. März 2027 muss Apple in Australien alternative App Stores, Downloads von Websites und fremde Zahlungswege erlauben.
- Apple kann bis zum 15. Februar eine Verschiebung bis zum 3. Mai 2027 beantragen, das Gericht muss zustimmen.
- Für alternative Vertriebswege darf Apple keine Gebühren verlangen, Notarisierung und Sicherheitsprüfung bleiben erlaubt.
- Fortnite kehrt sofort in den australischen App Store zurück.
- Apple will eine Aussetzung beantragen und in Berufung gehen.
Was Apple ab März 2027 erlauben muss
Die Anordnungen greifen ab dem 1. März 2027. Bis zum 15. Februar kann Apple beantragen, den Start auf den 3. Mai 2027 zu verschieben, das Gericht muss dem zustimmen. Ab dem Stichtag müssen australische Nutzer Apps aus Drittanbieter-Stores und direkt von Websites der Entwickler installieren können.
Entwickler dürfen dann fremde Zahlungssysteme einbinden, auch in Apps aus dem App Store, und aus der App heraus auf günstigere Angebote außerhalb verlinken. Die nötigen Entwicklerwerkzeuge muss Apple im Wesentlichen zu denselben Bedingungen bereitstellen wie für den eigenen Store. Für den Vertrieb außerhalb des App Store darf Apple keine Gebühren verlangen, auf externe Zahlungen nur begrenzte.
Ausdrücklich untersagt sind zwei Praktiken, die Apple in Japan und Brasilien anwendet. Apple darf keine Meldung der Transaktionen über fremde Zahlungsanbieter verlangen. Und Apple darf nicht vorschreiben, dass das eigene Bezahlsystem parallel angeboten wird.
Wo Apple sich durchgesetzt hat
Epic wollte die Anordnungen weltweit gelten lassen. Das hat das Gericht abgelehnt. Apple darf außerdem Apps, die außerhalb des App Store vertrieben werden, weiter einer Sicherheitsprüfung und Notarisierung unterziehen. Konkurrierende Marktplätze muss Apple auf dem iPhone zulassen, aber nicht im eigenen App Store anbieten.
Bei den Kosten liegt Apple deutlich hinten. Apple muss 85 Prozent der Prozesskosten tragen, die Epic bis zum Hauptverfahren entstanden sind. Über die Kosten der späteren Verhandlungen hat das Gericht noch nicht entschieden.
Fortnite kommt sofort zurück
Eine Anordnung gilt nicht erst ab März. Auf schriftlichen Antrag von Epic muss Apple Fortnite und weitere Epic-Apps wieder in den australischen App Store aufnehmen. Epic hat die Rückkehr bereits angekündigt.
Apple kündigte gegenüber Reuters an, eine Aussetzung zu beantragen und Berufung einzulegen. In den USA streiten beide Unternehmen weiter, dort liegt die Frage der Provision auf externe Käufe inzwischen beim Supreme Court.
Australien im Vergleich zu EU, Japan und Brasilien
Apple listet in seinem Support-Dokument zu alternativen App-Anbietern bisher drei Regionen: die EU, Japan und Brasilien. Apps direkt von der Website eines Entwicklers laden lassen sich davon nur in der EU. Australien kommt nun als vierter Markt dazu, und zwar ebenfalls mit Downloads von Websites.
| Region | Alternative App-Marktplätze | Apps von Websites |
|---|---|---|
| EU | ja | ja |
| Japan | ja | nein |
| Brasilien | ja | nein |
| Australien | ab 1. März 2027 | ab 1. März 2027 |
| Schweiz | nein | nein |
Für Deutschland und Österreich ändert das Urteil nichts. Hier gelten die EU-Regeln seit iOS 17.4, wie sie in der Anleitung zu alternativen App-Vertriebswegen beschrieben sind. Voraussetzung ist laut Apple ein Apple Account mit einem EU-Land als Region und der Aufenthalt in der EU. Wer verreist, kann installierte Apps aus fremden Quellen laut Apple bis zu 90 Tage lang weiter aktualisieren.
Die Schweiz bleibt außen vor
Die Schweiz fehlt in Apples Liste. Ein Apple Account mit Schweiz als Region bekommt weder alternative Marktplätze noch Apps von Websites, weil die EU-Regeln dort nicht gelten. Mit Australien öffnet sich das iPhone bald in einem weiteren Markt außerhalb der EU, und die Schweiz gehört weiterhin nicht dazu.
Bemerkenswert ist, wie direkt das Gericht Apples Lösungen aus anderen Märkten verwirft. Meldepflicht für fremde Zahlungen und paralleles Apple-Bezahlsystem sind in Japan und Brasilien Apples eigene Bedingungen, in Australien sind beide verboten, dazu kommt das Gebührenverbot für den Vertrieb außerhalb des App Store. Ich rechne damit, dass Apple in der Berufung vor allem gegen diese Punkte vorgeht, weil sie dem Modell widersprechen, das Apple anderswo selbst gewählt hat.
Wenn du bisher keinen alternativen App Store nutzt, obwohl du es könntest: Was hält dich davon ab – fehlende Apps, Sicherheitsbedenken oder schlicht Gewohnheit? Schreib uns in die Kommentare, welche App dich zum Wechsel bringen würde.





