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Nach fünfzehn Jahren Tim Cook saß diesmal ein anderer am Telefon. John Ternus führte erstmals als CEO durch die Quartalskonferenz, und er brachte gleich eine Änderung mit: Seit dieser Runde sitzt auch Apples Operationschef mit am Tisch.
In der Konferenz zu den Zahlen des vierten Quartals stellte sich Ternus zusammen mit Finanzchef Kevan Parekh den Fragen der Analysten. Im Juli hatte Tim Cook bei seiner letzten Konferenz bestätigt, dass sein Nachfolger diesen Termin übernimmt.
Das Transkript der Konferenz zeigt, wie er den Termin angelegt hat. Sein Werdegang bei Apple führte über die Hardware-Entwicklung, das merkt man den Schwerpunkten an.
Das Wichtigste in Kürze
- COO Sabih Khan ist künftig in der Fragerunde dabei und übernahm die Fragen zur Lieferkette.
- Zehn Analysten stellten Fragen, Ternus sprach dabei am häufigsten.
- Das iPhone nennt er den „intelligenten persönlichen Hub“, die Speicherpreise bezeichnet er als beispiellos.
- Zum Standardmodell iPhone 18 nennt er nichts, ein gemeinsames System für macOS und iOS plant Apple laut Ternus derzeit nicht.
- Für das Dezember-Quartal erwartet Apple Engpässe bei Mac und iPad, vor allem wegen Speicher.
Mit Khan sitzen drei am Tisch
Vor der Fragerunde stellte Ternus Sabih Khan vor und erklärte, er habe ihn gebeten, künftig dabei zu sein. Khan ist Apples Chief Operating Officer und verantwortet die Lieferkette. Für das Format ist das eine Rückkehr: Tim Cook bestritt die Konferenzen früher ebenfalls als Operationschef.
Die Arbeitsteilung war klar erkennbar. Im Transkript kommt Ternus in der Fragerunde auf 11 Wortmeldungen, Parekh auf 10 und Khan auf 5.
| Sprecher | Rolle | Themen in der Fragerunde |
|---|---|---|
| John Ternus | CEO | Siri AI, iPhone, Services, Speicher, China, Mac und iPad |
| Kevan Parekh | CFO | Marge, Services, Kapital, Betriebsausgaben |
| Sabih Khan | COO | Lieferkette, iPhone Duo, Speicher |
Khan lieferte dabei die wichtigste Einzelinformation. Im September-Quartal seien die Engpässe vor allem durch die verfügbaren modernsten Fertigungsstufen entstanden, das entspanne sich mit dem Wechsel auf 2 Nanometer. Im Dezember-Quartal erwartet er Engpässe bei Mac und iPad, vor allem wegen Speicher. Beim iPhone Duo bleibt es dabei, dass Apple keinen Termin nennt.
Das iPhone als persönlicher Mittelpunkt
Inhaltlich setzte Ternus den Schwerpunkt auf KI. Auf die Frage, ob persönliche Agenten das iPhone als Kundenbeziehung ablösen könnten, antwortete er mit dem Datenschutz:
Wir sehen das iPhone wirklich als den intelligenten persönlichen Hub. So viele persönliche Daten liegen auf dem iPhone, ob Kontakte, Kommunikation, Gesundheits- oder Finanzdaten, und Siri kann darauf zugreifen und dir helfen, sehr sicher und privat an diese Daten zu kommen.
Siri AI beantwortet nach seinen Worten bisher vor allem einzelne Anfragen, die Technik lasse sich aber erweitern. Siri zählt laut Ternus täglich mehr als zweieinhalb Milliarden Anfragen. Für Nutzungsgrenzen bei serverbasierten Funktionen soll es künftig erweiterten Zugang gegen Bezahlung geben, wie er bei der Frage zu iCloud+ ausführte.
Speicher ist Chefsache
Die deutlichste Formulierung der Konferenz betraf den Speichermarkt. Die Frage ging an Parekh, zum Speicher gab er das Wort an Ternus weiter:
Was wir derzeit bei den Speicherpreisen sehen, ist beispiellos.
Um die Versorgung zu verbessern, sind die Abnahmeverpflichtungen für die Fertigung laut Ternus insgesamt von Juni bis September um 33 Milliarden Dollar gestiegen. Khan wiederholte die Zahl, statt auf die Frage nach Speicherverträgen einzugehen. Die Folgen für die Marge stehen im Ausblick auf das Dezember-Quartal.
Wo Ternus abblockt
Beim Thema kommende Produkte hielt sich Ternus an die gewohnte Linie. Auf die Frage, warum das Standardmodell iPhone 18 im September fehlte, verwies er auf das aktuelle Angebot und sagte, zur Roadmap äußere sich Apple nicht.
Auch die Frage, ob macOS und iOS zu einem System zusammenwachsen könnten, wies er ab. Das Touch Display des neuen MacBook Pro und die Dynamic Island hatten sie nahegelegt. Ternus antwortete mit Mac und iPad, ohne iOS aufzugreifen:
Wir planen derzeit keine grundlegend anderen Änderungen, und wir würden ohnehin nicht darüber sprechen.
Der Mac ist sein Thema
„Der Mac hat mich zu Apple gebracht“, sagte Ternus in seiner Einleitung, und mehr als 40 Jahre nach dem ersten Mac erlebe die Kategorie ihren größten Moment. Dazu passt das Beispiel, das er kurz zuvor nannte: 170.000 MacBook Neo, die das Bildungsministerium der Philippinen an Lehrkräfte und Personal ausgibt, laut Ternus Apples größter Bildungsauftrag für den Mac.
Mit Blick auf das ganze Unternehmen ging er weit: Apple sei das großartigste Unternehmen der Welt.
Neue Aufteilung, dieselbe Aufgabe
Ich fand den Auftritt vor allem geordnet. Ternus überlässt die Finanzfragen weitgehend Parekh und die Lieferkette Khan und nimmt sich selbst Produkte, KI und den Einstieg in die Speicherfrage. Das wirkt weniger wie ein Bruch mit Cook als wie eine neue Aufteilung derselben Aufgabe.
Für Nutzer im deutschsprachigen Raum fiel eine Stelle der Einleitung ernüchternd aus: Bei den Siri-AI-Sprachen nannte Ternus Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch. Deutsch fehlt weiter.
Hat dich Ternus’ erster Auftritt eher beruhigt, oder hättest du dir bei Speicher und Preisen klarere Ansagen gewünscht? Schreib uns in den Kommentaren, welche Frage du ihm gestellt hättest.





