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Tim Cooks letzte Telefonkonferenz als Apple-CEO

Milan Jovicic by Milan Jovicic
31. Juli 2026 - 00:05 CEST
in Apple News
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Apple Tim Cook

Bild: Apple

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Nach fünfzehn Jahren hat Tim Cook zum letzten Mal die Quartalskonferenz mit Analysten geführt. Vor der Fragerunde nahm er sich einige Minuten für einen Abschied – und beantwortete dabei eine Frage, die bis zuletzt offen war.

Die Telefonkonferenz zum dritten Fiskalquartal folgte über weite Strecken dem gewohnten Ablauf: Vorbereitete Statements von Vorstandschef und Finanzchef, danach Fragen der Analysten. Diskutiert wurden die 109,4 Milliarden Dollar Umsatz des Juni-Quartals. Bevor Cook das Wort an die Analysten gab, brach er das Format allerdings für einen persönlichen Einschub – und stellte klar, wie es mit diesen Terminen nach dem 1. September weitergeht.

Ternus wird die Konferenzen künftig führen

Der eigentliche Nachrichtenwert des Abschieds liegt in einem Nebensatz. Cook bestätigte, dass John Ternus die Quartalskonferenzen künftig leiten wird.

Das war bis dahin offen, denn eine Verpflichtung dazu gibt es nicht. Ein Vorstandsvorsitzender muss an diesen Terminen nicht teilnehmen; die Berichtspflicht erfüllt der Konzern über die Mitteilung und die Einreichungen bei der Börsenaufsicht. Steve Jobs hatte die Konferenzen über weite Strecken seinem damaligen Finanzchef und Cook überlassen und nur in Ausnahmefällen selbst gesprochen. Ternus hätte diesen Weg wählen können, tut es aber nicht.

Für Analysten und Investoren ist das eine relevante Festlegung. Sie bekommen denselben direkten Zugang zum Konzernchef wie in den vergangenen fünfzehn Jahren. Sein Debüt in dieser Rolle wird Ternus im Herbst geben, wenn Apple die Zahlen zum September-Quartal vorlegt. Erste Erfahrung hat er bereits gesammelt: Im April trat er kurz in der Konferenz zum zweiten Quartal auf, damals noch als designierter Nachfolger.

Der Abschied fiel knapp aus

Cooks Worte blieben, wie schon sein Auftritt zur WWDC im Juni, zurückhaltend. Er dankte den Aktionären, besonders den langfristig engagierten, und den Analysten, die den Konzern über die Jahre begleitet haben. Der Übergang laufe reibungslos, er sei zuversichtlich, was Ternus, das Führungsteam und die Belegschaft angehe. Es gebe niemanden, der besser geeignet sei, das Unternehmen zu übernehmen. Optimistischer als jetzt sei er nie gewesen.

Danach ging es zurück ins normale Verfahren. Die Analysten, die anschließend das Wort ergriffen, bedankten sich der Reihe nach bei Cook für seine Zeit an der Spitze.

Fünfzehn Jahre ohne eine einzige Lücke

Seit seinem Amtsantritt im August 2011 hat Cook jede dieser Konferenzen geführt – rund sechzig an der Zahl, ohne eine einzige auszulassen, auch bei hörbarer Erkältung nicht. Dazu kommen die Jahre davor, in denen er die Termine als Operationschef gemeinsam mit dem damaligen Finanzvorstand bestritt.

Der Ablauf hat sich in dieser Zeit kaum verändert. Auf die vorbereiteten Zahlen folgt eine Fragerunde, in der die Analysten Details zu kommenden Produkten zu erfahren versuchen und regelmäßig dieselbe Antwort erhalten: Zu unangekündigten Produkten äußert sich der Konzern nicht. Cook selbst hat 2020 beschrieben, dass er nach jeder Konferenz eine Runde über das Gelände von Apple Park dreht, um abzuschalten.

Ein Quartal übertrifft heute ein ganzes Cook-Jahr

Der Abstand zwischen Anfang und Ende lässt sich an einer einzigen Gegenüberstellung ablesen. Im Geschäftsjahr 2011, in dessen Schlussphase Cook das Amt übernahm, setzte Apple 108 Milliarden Dollar um und verdiente 26 Milliarden. Das soeben gemeldete Juni-Quartal allein bringt 109,4 Milliarden Dollar Umsatz und 29,8 Milliarden Dollar Gewinn.

Apple erwirtschaftet heute also in drei Monaten mehr als im gesamten Geschäftsjahr, in dem Cook antrat – und verdient dabei ebenfalls mehr. Der Börsenwert lag am 24. August 2011 bei knapp 350 Milliarden Dollar; Ende Juli 2026 hat der Konzern die Marke von fünf Billionen Dollar zeitweise überschritten.

An diesem Abend zeigte sich allerdings, dass Rekorde allein nicht genügen. Für das laufende September-Quartal stellte Apple ein Umsatzwachstum von 9 bis 11 Prozent in Aussicht und blieb damit unter den rund 12 Prozent, mit denen Analysten gerechnet hatten. Als Grund nannte Cook Lieferengpässe, die vor allem den Mac und in geringerem Maß iPhone und iPad betreffen – und zwar nicht wegen schwacher Nachfrage, sondern weil beide Produktlinien besser laufen als erwartet und das Vorziehen von Lieferungen an eine Grenze stößt. Zusammen mit einem Services-Umsatz unterhalb der Erwartungen drückte das die Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise um rund 8 Prozent.

Am 1. September wechselt die Verantwortung

Die Amtsübergabe erfolgt am 1. September 2026, Cook wechselt anschließend in den Verwaltungsrat. Warum der Konzern genau dieses Datum gewählt hat, hat mit dem Rhythmus des Geschäftsjahres und der iPhone-Vorstellung im Herbst zu tun.

Die Wege der beiden Männer verlaufen unterschiedlich: Tim Cook kam aus Logistik und operativem Geschäft an die Spitze, John Ternus aus der Hardware-Entwicklung. Darin liegt der eigentliche Bruch in dieser Nachfolge – Apple besetzt die Position erstmals seit Steve Jobs wieder mit jemandem, der aus der Produktentstehung kommt. (Bild: Apple)

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Milan Jovicic

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Milan hat Apfelpatient 2016 gegründet und verantwortet seit 2018 sämtliche redaktionellen Inhalte – News, Gerüchte, Anleitungen und Produkttests. Apple-Geräte sind hier kein Testmaterial für zwei Wochen, sondern Alltagswerkzeug: Vom iPhone über MacBook Pro, MacBook Air und iMac bis zur Apple Vision Pro läuft aus jeder Produktkategorie mindestens ein Gerät im täglichen Einsatz, viele davon jährlich erneuert. Jeder Menüpfad in einer Anleitung wird am Gerät nachgeprüft, bevor er veröffentlicht wird.

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