Tim Cook hat in der Telefonkonferenz zum dritten Quartal eine Zahl genannt, die Apple nur alle paar Jahre aktualisiert: Über 1,5 Milliarden bezahlte Abonnements laufen inzwischen über die Plattform. Der letzte Meilenstein liegt fast genau drei Jahre zurück – und das Wachstum verläuft anders, als die Schlagzeile vermuten lässt.
Apple hat den Wert im Anschluss an die Vorlage der Quartalszahlen bekannt gegeben. Er ergänzt die offizielle Mitteilung, in der der Konzern einen Umsatz von 109,4 Milliarden Dollar für das Juni-Quartal ausgewiesen hat. Die Services-Sparte, in der die Abonnements verbucht werden, kam dabei auf 30,74 Milliarden Dollar und wuchs um 12,1 Prozent. Cook nannte die Marke von 1,5 Milliarden unter Anderem gegenüber CNBC. Zuletzt hatte Apple eine solche Zahl im August 2023 veröffentlicht, damals lag sie bei über einer Milliarde.
Von einer auf anderthalb Milliarden in drei Jahren
Zwischen den beiden Meilensteinen liegen fast exakt drei Jahre. Apple hat in diesem Zeitraum 500 Millionen Abonnements hinzugewonnen, im Schnitt rund 167 Millionen pro Jahr.
Absolut ist das mehr als in der Phase davor: Für die zwölf Monate bis zum Juni-Quartal 2023 hatte Apple einen Zuwachs von 150 Millionen ausgewiesen. Prozentual sieht es umgekehrt aus. Damals entsprachen 150 Millionen einem Plus von etwa 17,6 Prozent, während die Basis seither auf das Anderthalbfache gewachsen ist – die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der vergangenen drei Jahre liegt bei rund 14,5 Prozent. Die Plattform legt in absoluten Zahlen schneller zu und in relativen Zahlen langsamer, was bei einer Basis dieser Größe der erwartbare Verlauf ist.
Was in der Zahl steckt
Der Wert umfasst deutlich mehr als Apples eigene Dienste. Neben iCloud+, Apple Music, Apple TV, Apple Arcade, Apple Fitness+ und dem Bündel Apple One zählt Apple auch jedes Abonnement mit, das ein Nutzer bei einer App aus dem App Store abschließt – also etwa Streaming-Dienste, Fitness-Apps oder Produktivitätswerkzeuge von Drittanbietern. Apple behält an diesen Umsätzen einen Anteil ein und führt sie deshalb in derselben Statistik.
Ein erheblicher Teil der 1,5 Milliarden dürfte damit auf fremde Angebote entfallen. Wie viele es genau sind, weist Apple nicht aus – ebenso wenig, wie sich die Zahl auf einzelne Dienste verteilt. Auch Mehrfachabschlüsse einer Person werden jeweils separat gezählt, weshalb die Zahl nicht mit der Menge zahlender Kunden gleichzusetzen ist.
Ein Blick auf den App Store zeigt, wie sich das Umfeld verändert: Die Zahl neu veröffentlichter Apps hat sich zuletzt verdoppelt, während die Downloads stagnieren. Mehr Angebote bei gleichbleibender Nachfrage bedeuten härteren Wettbewerb um jedes einzelne Abonnement.
Die Abos wachsen schneller als der Umsatz
Der interessantere Vergleich ergibt sich, wenn man beide Größen nebeneinanderlegt. Im Juni-Quartal 2023 setzte Apple mit Services 21,21 Milliarden Dollar um, im aktuellen Quartal sind es 30,74 Milliarden – ein Plus von 44,9 Prozent. Die Zahl der Abonnements ist im selben Zeitraum um 50 Prozent gestiegen.
Rein rechnerisch entfielen damit vor drei Jahren 21,21 Dollar Services-Umsatz je Abonnement und Quartal, heute sind es 20,49 Dollar. Diese Rechnung ist eine Näherung, weil die Services-Sparte auch Werbung, AppleCare, Zahlungsdienste und Einmalkäufe im App Store enthält, die mit Abonnements nichts zu tun haben. Die Richtung bleibt trotzdem aussagekräftig: Die Zahl der laufenden Abonnements wächst schneller als der Umsatz, in dem sie steckt.
Das passt zum Anteil der Drittanbieter-Abos, bei denen Apple nur eine Provision verbucht statt des vollen Abopreises. Je stärker dieser Teil wächst, desto weniger Umsatz bringt ein zusätzliches Abonnement im Schnitt ein.
Preiserhöhungen als zweiter Hebel
Neben neuen Abschlüssen dreht Apple an den Bestandspreisen. Im Juli wurde Apple Music in Deutschland teurer, in den USA stieg der Einzelplatz-Tarif im selben Monat von 10,99 auf 11,99 Dollar. Auch iCloud+ gewinnt an Gewicht, seit einzelne Funktionen von iOS 27 den 2-TB-Tarif voraussetzen.
Für die Abo-Zahl ist beides neutral – ein teureres Abonnement zählt genauso wie ein günstiges. Für den Services-Umsatz ist es der schnellere Hebel. Wer die eigenen laufenden Kosten im Blick behalten will, findet im Vergleich von Apple Music und Spotify die aktuellen Tarife beider Anbieter gegenübergestellt.
Apples Abo-Basis wird zum Gegengewicht zur Hardware
Die 1,5 Milliarden sind vor allem ein Beleg dafür, wie weit sich Apple von der reinen Gerätevermarktung gelöst hat. Services steuern inzwischen gut 28 Prozent des Konzernumsatzes bei, bei einer Marge, die deutlich über der des Hardware-Geschäfts liegt.
Wann Apple die nächste Marke nennt, ist offen. Der Abstand zwischen den bislang kommunizierten Meilensteinen lag bei rund drei Jahren. (Bild: Shutterstock / MMD Creative)
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