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Apple steckt 11,73 Milliarden Dollar in Forschung – neuer Rekord

Milan Jovicic by Milan Jovicic
30. Juli 2026 - 23:36 CEST
in Apple News
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Apple Forschung

Bild: Shutterstock / yucelyilmaz

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Apples Forschungsetat ist im Juni-Quartal auf einen historischen Höchstwert geklettert. In neun Monaten hat der Konzern damit fast so viel ausgegeben wie im gesamten Vorjahr. Bemerkenswert ist dabei nicht nur die Summe, sondern wohin sie fließt – und wohin ausdrücklich nicht.

Aus den Zahlen zum dritten Fiskalquartal geht hervor, dass Apple 11,73 Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung aufgewendet hat. Das sind 32,3 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und der höchste Wert, den der Konzern je für einen Dreimonatszeitraum ausgewiesen hat. Der Posten steckt in den Betriebsausgaben, die mit 19,08 Milliarden Dollar am oberen Rand der eigenen Prognose lagen, während der Quartalsumsatz mit 109,4 Milliarden Dollar einen Juni-Rekord markierte. Der Aufwuchs zieht sich durch das gesamte Geschäftsjahr.

Neun Monate reichen fast an ein ganzes Vorjahr heran

In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres summiert sich der Forschungsaufwand auf 34,04 Milliarden Dollar. Im gesamten Geschäftsjahr 2025 waren es 34,55 Milliarden – Apple hat also nach neun Monaten bereits 98,5 Prozent des Vorjahreswerts erreicht, bei einem noch ausstehenden Quartal. Die Jahresausgaben der Geschäftsjahre 2024 und 2023 sind bereits übertroffen.

Legt man das Niveau des Juni-Quartals für die verbleibenden drei Monate zugrunde, käme das Geschäftsjahr 2026 auf rund 45,8 Milliarden Dollar. Das wäre ein Aufwuchs von knapp einem Drittel gegenüber dem Vorjahr. Auch das Vorquartal lag mit 11,4 Milliarden Dollar bereits 34 Prozent über dem jeweiligen Vorjahreswert.

Die Begründung aus der Telefonkonferenz

Tim Cook sprach in der Telefonkonferenz mit Analysten davon, dass Apple erkennbar mehr investiere und der Forschungsbereich schneller wachse als das Unternehmen insgesamt. Auf die KI-Ausgaben angesprochen, sagte er, der Etat sei im Jahresvergleich erheblich hochgefahren worden. Finanzchef Kevan Parekh ergänzte, die Aufwendungen für künstliche Intelligenz kämen schrittweise zu den üblichen Investitionen in die Produkt-Roadmap hinzu – sie ersetzen diese also nicht, sondern kommen obendrauf.

Der Forschungsetat wächst schneller als der Umsatz

Aussagekräftiger als die absolute Summe ist ihr Anteil am Geschäft. Im Juni-Quartal 2025 flossen 9,43 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung, im aktuellen Quartal sind es 10,72 Prozent. Über neun Monate betrachtet steigt die Quote von 8,19 auf 9,34 Prozent.

Apple gibt also nicht nur mehr aus, weil das Geschäft größer geworden ist, sondern verschiebt den Anteil zugunsten der Entwicklung. Ein Teil davon dürfte in die Chip-Generationen fließen, die den Geräten der kommenden Jahre zugrunde liegen – für den Mac steht eine Roadmap mit elf neuen Modellen bis 2028 im Raum.

Apple gibt anders aus als Alphabet und Meta

An der Börse ist Investitionsbereitschaft in diesen Tagen kein Selbstläufer. Alphabet verlor rund 7 Prozent, nachdem der Konzern seine Investitionsprognose für 2026 um 15 Milliarden auf 195 bis 205 Milliarden Dollar angehoben hatte. Meta gab um 9 bis 10 Prozent nach, nachdem der freie Cashflow um 91 Prozent eingebrochen war und die Untergrenze der Investitionsplanung auf 130 Milliarden Dollar stieg. Die Apple-Aktie lag im nachbörslichen Handel etwa 4 Prozent im Minus.

Der Vergleich hinkt allerdings, und zwar auf eine Weise, die für Apple spricht. Bei Alphabet und Meta handelt es sich um Sachinvestitionen – Rechenzentren, Server, Netzwerktechnik. Apples 11,73 Milliarden sind laufender Betriebsaufwand für Entwicklung. Die eigenen Sachinvestitionen des Konzerns fallen dagegen kaum ins Gewicht: In neun Monaten hat Apple 6,80 Milliarden Dollar für Grundstücke, Gebäude und Ausrüstung ausgegeben – 28,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Forschungsetat übersteigt diesen Posten damit um das Fünffache.

Apple baut den KI-Ausbau also nicht über eigene Rechenzentren im Stil der Wettbewerber, sondern über Personal, Chip-Entwicklung und zugekaufte Kapazität. Das erklärt, warum steigende Ausgaben hier nicht dieselbe Sorge auslösen wie bei Konzernen, deren Cashflow von Betonbauten aufgezehrt wird.

München trägt einen Teil der Rechnung

Ein Teil dieser Ausgaben landet in Deutschland. Apple hat München als Europäisches Zentrum für Chip-Design etabliert und dafür 2021 eine Investition von über einer Milliarde Euro über drei Jahre zugesagt, der 2023 eine weitere Milliarde für den Ausbau folgte. Der Standort ist nach Angaben des Konzerns Apples größte Entwicklungseinrichtung in Europa; die Teams dort arbeiten an Power Management, Anwendungsprozessoren und drahtlosen Technologien.

Dazu gehört auch die Modem-Entwicklung – jener Bereich, in dem Apple gerade Schritt für Schritt aus der Abhängigkeit von einem Zulieferer herauswächst. Dass Qualcomm sein Apple-Geschäft schneller verliert als geplant, ist ohne die Vorarbeit in Standorten wie München nicht denkbar. Der Forschungsetat aus der Quartalsbilanz hat damit eine sehr konkrete deutsche Adresse.

Das vierte Quartal entscheidet über den Jahresrekord

Wie hoch der Forschungsaufwand im Geschäftsjahr 2026 am Ende ausfällt, klärt sich mit den Zahlen zum September-Quartal. Bereits jetzt steht fest, dass Apple beim Etat einen deutlichen Sprung macht, während Siri AI und die dahinterliegende Infrastruktur weiter ausgebaut werden. Auf iPhone, iPad und Mac sind die Funktionen von Apple Intelligence bereits im Einsatz – sie sind das sichtbare Ergebnis eines Etats, der in der Bilanz nur als eine Zeile auftaucht. (Bild: Shutterstock / yucelyilmaz)

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