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Seit Mitte September ist Siri AI für alle da, offiziell noch als Beta. Inzwischen versteht das neue System sechs Sprachen und ist auf fünf Plattformen angekommen. In Deutschland und Österreich bleibt es auf dem iPhone trotzdem gesperrt, und Deutsch steht auf keiner Liste.
Apple hat Siri AI im Juni auf der WWDC als von Grund auf neu gebaute Assistenz vorgestellt und am 14. September mit iOS 27 ausgeliefert. Seitdem hat sich der Stand mehrfach verschoben: Mit den 27.2-Updates kamen fünf weitere Sprachen dazu, das Apple TV 4K ist als neue Plattform hinzugekommen, und die Sperre in der EU gilt weiter. Grundlage dieses Überblicks sind Apples Seite zu Apple Intelligence und Siri sowie das Support-Dokument How to get Siri AI vom 22. Oktober.
Siri AI gehört zur nächsten Generation von Apple Intelligence und ersetzt die alte, auf kurze Befehle beschränkte Siri. Alle Beiträge zum Thema bündelt die Seite zu Siri AI.
Das Wichtigste in Kürze
- Siri AI läuft als Beta unter iOS 27, iPadOS 27, macOS 27 Golden Gate, watchOS 27 und visionOS 27, seit tvOS 27.2 auch auf dem Apple TV 4K.
- Unterstützt werden Englisch, Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch. Für Deutsch gibt es keinen Termin.
- In der EU ist Siri AI auf iPhone, iPad und Apple Watch nicht verfügbar. Auf Mac und Vision Pro lässt es sich auch hierzulande nutzen, in der Schweiz zusätzlich auf dem iPhone.
- Voraussetzung ist ein Gerät mit Apple Intelligence, beim iPhone ab dem iPhone 15 Pro. Die anpassbaren Stimmen brauchen mindestens 12 GB Arbeitsspeicher.
- Siri AI ist kostenlos, unterliegt aber täglichen Nutzungslimits. Erweiterten Zugang will Apple künftig gegen Gebühr anbieten.
Was Siri AI kann
Apple beschreibt Siri AI als Assistenz für offene Fragen, Ideensammlungen und Gespräche mit Rückfragen. Getippt oder gesprochen wird in natürlicher Sprache, mehrere Anliegen lassen sich in einer Anfrage bündeln. Die Funktionen bauen auf vier Fähigkeiten auf.
Persönlicher Kontext
Siri AI durchsucht Nachrichten, Mail, Kalender, Notizen, Erinnerungen und Fotos und versteht deren Inhalt. Damit lässt sich etwa nach einem Foto von vor Jahren, einer E-Mail tief im Posteingang oder einer gespeicherten Notiz fragen, ohne die passende App selbst zu öffnen.
Weltwissen
Für Fragen zu fast jedem Thema greift Siri AI auf aktuelle Informationen aus dem Web zurück. Apple nennt Fakten, Rezepte und Reiseempfehlungen als typische Beispiele. Die Grundlage bilden Apples Foundation Models, die auf der Technik hinter Googles Gemini-Modellen aufbauen.
Bildschirminhalt
Siri AI erkennt, was gerade angezeigt wird, und beantwortet Fragen dazu. Auf dem iPhone kommt der neue Siri-Modus in der Kamera dazu, auf iPhone und iPad die Bildschirmfoto-Geste, auf dem Mac eine Tastenkombination. Auf der Vision Pro reicht ein Blick auf ein Objekt, um danach zu fragen. Die visuelle Intelligenz auf iPad, Mac und Vision Pro setzt laut Apple eine englische Gerätesprache voraus.
App-Aktionen
Siri AI erledigt Aufgaben direkt in Apps, laut Apple etwa in Nachrichten, Musik und Erinnerungen. So lässt sich eine gerade verschickte Nachricht bearbeiten, ein Termin anlegen oder ein Song aus dem Autoradio auf die Trainings-Playlist setzen.
Siri-App, Schreiben und Stimmen
Erstmals gibt es eine eigene Siri-App. Die App sammelt alle Gespräche und gleicht sie über iCloud zwischen iPhone, iPad, Mac, Apple Watch und Vision Pro ab. Ein am iPhone begonnenes Gespräch lässt sich so am Mac fortsetzen, wichtige Unterhaltungen lassen sich anheften.
Mit „Mit Siri schreiben“ entwirft Siri AI fast überall, wo getippt wird, Texte nach Beschreibung, überarbeitet Geschriebenes oder gibt Feedback dazu. In Nachrichten und Mail übernimmt das System dabei auf Wunsch den eigenen Schreibstil, Zeichensetzung und Tonfall.
Die Stimme lässt sich auswählen und in Ausdrucksstärke und Tempo anpassen. Dafür braucht es Apples größeres On-Device-Modell, das nur auf Geräten mit mindestens 12 GB Arbeitsspeicher läuft. Das betrifft auch das iPhone 17, dem deshalb zwei Siri-Funktionen fehlen.
| Funktion | iPhone | iPad | Mac | Vision Pro |
|---|---|---|---|---|
| Siri AI allgemein | ab iPhone 15 Pro | iPad mini (A17 Pro), Modelle ab M1 | MacBook Neo, Modelle ab M1 | alle Modelle |
| Anpassbare Stimmen | iPhone Air, ab iPhone 17 Pro, iPhone Duo | ab M4 mit 12 GB | ab M3 mit 12 GB | Vision Pro (M5) |
Auf welchen Geräten Siri AI läuft
Siri AI setzt ein Gerät mit Apple Intelligence voraus. Beim iPhone sind das das iPhone 15 Pro und 15 Pro Max, alle Modelle ab der iPhone-16-Reihe, das iPhone Air und das iPhone Duo. Auf der Apple Watch läuft Siri AI ab Series 9, Ultra 2 und SE 3, allerdings nur mit einem gekoppelten iPhone, auf dem Siri AI eingeschaltet ist.
Auf dem Apple TV 4K kam Siri AI mit tvOS 27.2 dazu, unterstützt werden die Modelle ab der zweiten Generation. Auf dem Fernseher ist Siri AI vorerst auf Englisch und acht Länder beschränkt, Deutschland, Österreich und die Schweiz gehören nicht dazu. Dieselbe Bedingung gilt für den HomePod mini 2: Wer das Zuhause in der Home-App verwaltet, braucht ein iPhone oder iPad mit eingeschaltetem Siri AI.
Unterwegs steht Siri AI auch in CarPlay zur Verfügung, über das gekoppelte iPhone.
Sprachen: sechs von sechzehn
Apple Intelligence selbst unterstützt 16 Sprachen, darunter Deutsch. Siri AI startete am 14. September nur auf Englisch. Mit den 27.2-Updates am 26. Oktober kamen Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch dazu.
| Stand | Sprachen |
|---|---|
| seit 14.09.2026 (iOS 27) | Englisch |
| seit 26.10.2026 (27.2-Updates) | Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch, Spanisch |
| bis Ende 2026 angekündigt | Chinesisch (Traditionell), Norwegisch, Türkisch, Vietnamesisch |
| ohne Termin | Chinesisch (Vereinfacht), Dänisch, Deutsch, Italienisch, Niederländisch, Schwedisch |
Gerätesprache und Siri-Sprache müssen auf dieselbe unterstützte Sprache eingestellt sein. Ein Mac mit deutscher Systemsprache bekommt Siri AI also nicht, auch wenn Apple Intelligence darauf auf Deutsch läuft.
Die Sprachliste betrifft die Einstellung und die Sprachsteuerung, nicht den Chat. In meinem Test ließ sich Siri AI bei englischer Geräte- und Siri-Sprache problemlos auf Deutsch anschreiben. Gesprochene Anfragen auf Deutsch versteht Siri AI dagegen nicht.
Die Lage in Deutschland, Österreich und der Schweiz
In der EU ist Siri AI unter iOS, iPadOS und watchOS nicht verfügbar. Apple begründet das mit den Interoperabilitätspflichten, mit denen der DMA Siri AI auf iPhone und iPad stoppt. Die Apple Watch hängt mit dran, weil Siri AI dort ein iPhone mit eingeschalteter Assistenz voraussetzt. Damit gehört Siri AI zu den Apple-Funktionen, die in der EU fehlen.
| Plattform | Deutschland und Österreich | Schweiz |
|---|---|---|
| iPhone | nicht verfügbar | verfügbar |
| iPad | nicht verfügbar | verfügbar |
| Apple Watch | nicht verfügbar | verfügbar |
| Mac | verfügbar | verfügbar |
| Vision Pro | verfügbar | verfügbar |
| Apple TV 4K | nicht verfügbar | nicht verfügbar |
Auf Mac und Vision Pro lässt sich Siri AI auch mit einem Apple Account in der EU nutzen, sofern eine der sechs Sprachen eingestellt ist. Die Schweiz gehört nicht zur EU, dort läuft Siri AI auch auf dem iPhone, seit dem 26. Oktober in der Romandie erstmals in einer Landessprache. Einen Termin für die EU nennt Apple nicht. Laut einer Bloomberg-Einschätzung vom Oktober dauert der iPhone-Start in der EU im günstigsten Fall bis etwa Mitte Februar 2027.
In China startet Siri AI vorerst nicht. Apple schreibt, die Assistenz funktioniere nicht, solange die Region des Apple Accounts in Festlandchina liegt.
Einschalten, Warteliste und Limits
Nach dem Update lässt sich Siri AI in den Einstellungen unter Siri als Beta einschalten. Beim Einrichten wählt man eine Stimme, spricht einige Sätze für die Spracherkennung ein und prüft die Datenschutzeinstellungen. Danach landet das Gerät auf einer Warteliste, deren Dauer laut Apple variiert. Ist die Wartezeit vorbei, lädt Siri AI automatisch herunter.
Apple Intelligence belegt dafür bis zu 14 GB Speicher auf Geräten mit dem größeren On-Device-Modell, auf den übrigen bis zu 8 GB. Wie sich die Funktionen grundsätzlich einschalten lassen, zeigt die Anleitung Apple Intelligence einrichten. Nutzer unter 13 Jahren sind von Siri AI ausgeschlossen.
Siri AI kostet nichts, unterliegt aber täglichen Nutzungslimits, weil viele Anfragen auf Apples Servern laufen. Die Limits hängen laut Apple von Funktion, Komplexität der Anfrage und Systemauslastung ab. Erweiterten Zugang will Apple künftig gegen eine Gebühr anbieten, Details dazu gibt es noch nicht. Verarbeitet wird auf dem Gerät oder über Private Cloud Compute, wo die Daten laut Apple weder gespeichert noch für Apple einsehbar sind.
Ein großer Wurf mit deutschem Sonderweg
Ich halte Siri AI für Apples wichtigstes Software-Projekt seit Jahren, und der Funktionsumfang trägt das. Persönlicher Kontext, Bildschirminhalt und App-Aktionen greifen ineinander, wie es ein Chatbot ohne Zugriff auf das System nicht leisten kann. Sechs Wochen nach dem Start bleibt Siri AI aber eine Beta mit Warteliste und Tageslimits, auf die man sich im Alltag nicht uneingeschränkt verlassen kann.
Für deutsche Nutzer bleibt das große Paket vorerst Theorie. Wer Siri AI heute ausprobieren will, kann das nur am Mac oder an der Vision Pro und muss dafür das System auf Englisch oder eine der anderen fünf Sprachen umstellen. Ich rechne damit, dass Deutsch erst zusammen mit der Freigabe für iPhones in der EU kommt, denn außerhalb der EU gibt es kaum einen deutschsprachigen Markt, der eine frühere Unterstützung tragen würde.
Hast du Siri AI schon am Mac ausprobiert und dafür die Systemsprache umgestellt, oder wartest du, bis die Assistenz auf Deutsch und auf dem iPhone ankommt? Schreib uns in den Kommentaren, mit welcher Sprache du Siri AI nutzt oder woran es bei dir scheitert.
Häufige Fragen: Siri AI
Siri AI ist die von Grund auf neu gebaute Siri auf Basis der nächsten Generation von Apple Intelligence. Die Assistenz führt Gespräche mit Rückfragen, versteht persönlichen Kontext und Bildschirminhalte, sucht im Web und erledigt Aufgaben direkt in Apps.
Auf iPhone, iPad und Apple Watch nicht, Siri AI ist dort in der EU gesperrt. Auf dem Mac und der Vision Pro lässt sich Siri AI auch in Deutschland und Österreich nutzen, wenn eine der unterstützten Sprachen eingestellt ist. In der Schweiz läuft Siri AI auch auf dem iPhone.
Nicht als eingestellte Sprache. Geräte- und Siri-Sprache müssen auf Englisch, Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch oder Spanisch stehen, und gesprochene Anfragen auf Deutsch versteht Siri AI nicht. Im Chat lässt sich Siri AI bei englischer Einstellung aber auf Deutsch anschreiben. Bis Ende 2026 sollen Chinesisch (Traditionell), Norwegisch, Türkisch und Vietnamesisch als Sprachen folgen, für Deutsch nennt Apple keinen Termin.
iPhone 15 Pro und 15 Pro Max, alle Modelle ab der iPhone-16-Reihe sowie iPhone Air und iPhone Duo. Die anpassbaren Stimmen gibt es nur auf iPhone Air, iPhone Duo und den Pro-Modellen ab dem iPhone 17 Pro.
Nach dem Update auf iOS 27, iPadOS 27 oder macOS 27 findet sich Siri AI in den Einstellungen unter Siri als Beta. Nach Auswahl der Stimme und dem Einsprechen landet das Gerät auf einer Warteliste, danach lädt Siri AI automatisch herunter.
Nein, Siri AI ist kostenlos. Für Anfragen, die auf Apples Servern laufen, gelten aber tägliche Nutzungslimits. Erweiterten Zugang will Apple künftig gegen eine Gebühr anbieten.
Apple begründet die Sperre mit den Interoperabilitätspflichten aus dem Digital Markets Act, der iOS und iPadOS betrifft. Die Apple Watch ist mitbetroffen, weil Siri AI dort ein gekoppeltes iPhone mit eingeschalteter Assistenz voraussetzt. Einen Termin für die EU nennt Apple nicht.





