Gleiches Gehäuse, gleiches Display, gleicher Preis: Von außen ist die Apple Watch Ultra 4 von ihrer Vorgängerin kaum zu unterscheiden. Die Unterschiede liegen im Inneren – beim Chip, bei der Sensorik und bei der Laufzeit, die um acht Stunden wächst.
Apple hat die Apple Watch Ultra 4 am 9. September vorgestellt, ab dem 18. September steht sie im Handel. Sie kostet in Deutschland ab 899 Euro und damit exakt so viel wie die Ultra 3 vor einem Jahr. Wer den Umstieg erwägt, entscheidet also nicht über einen Aufpreis, sondern über den Gegenwert eines Verkaufserlöses für das alte Gerät.
Dieser Vergleich stellt die beiden Generationen anhand der Datenblätter gegenüber – dem der Apple Watch Ultra 4 und dem der Apple Watch Ultra 3. Bei der kleineren Reihe fällt die Bilanz ähnlich aus, dort liegen die Unterschiede zwischen Series 12 und Series 11 ebenfalls fast vollständig im Gehäuseinneren.
Das Wichtigste in Kürze
- Gehäuse, Maße, Display und Speicherplatz sind zwischen Ultra 4 und Ultra 3 identisch.
- Der S11 Chip löst den S10 ab, der Arbeitsspeicher verdoppelt sich von 2 auf 4 GB.
- Die Laufzeit steigt von 42 auf 50 Stunden, im Stromsparmodus von 72 auf 84 Stunden.
- Neu sind das System zur Gesundheitserkennung, der Tagesformwert und häufigere Messungen von Herzfrequenz und HFV.
- Der Einstiegspreis bleibt bei 899 Euro, die Satellitenfunktionen bleiben zwei Jahre kostenlos.
Was gleich geblieben ist
Das Gehäuse misst weiterhin 49 × 44 × 12 Millimeter und besteht aus Titan der Klasse 5 in Natur oder Schwarz. Das Display bringt unverändert 422 × 514 Pixel bei 326 ppi auf 1.245 mm² Anzeigefläche, mit 3.000 Nits Spitzenhelligkeit, 1 Nit Minimum und flachem Saphirglas.
Auch darunter bleibt vieles unangetastet: 64 GB Speicherplatz, Bluetooth 5.3, WLAN 4, Ultrabreitband-Chip der zweiten Generation, Tauchtauglichkeit bis 40 Meter nach EN13319, Wasserschutz bis 100 Meter nach ISO 22810:2010, IP6X und die Prüfungen nach MIL-STD 810H.
Wer also auf ein neues Format, ein größeres Display oder mehr Speicherplatz gewartet hat, bekommt keinen Anlass zum Wechsel. Das Armband passt weiterhin an Handgelenke mit 130 bis 210 Millimetern Umfang – vorhandene Bänder lassen sich weiterverwenden.
Der S11 Chip und der doppelte Arbeitsspeicher
Die Ultra 4 arbeitet mit dem S11 Chip, den Apple als seinen leistungsstärksten Wearable Chip führt. Der Aufbau bleibt vertraut: 64-Bit Dual-Core-Prozessor, Neural Engine mit vier Kernen. Die Ultra 3 nutzt den S10 mit derselben Kernzahl.
Dazu kommt ein Wert, der in keinem Datenblatt steht: Die Ultra 4 hat 4 GB Arbeitsspeicher statt 2 GB. Der Speicher arbeitet den Audio-Funktionen zu, die Apple für später in diesem Jahr angekündigt hat: Geräuscherkennung für Sirenen, Alarme oder eine Türklingel, automatische Musikerkennung per Shazam sowie Live Rewind und Siri Recap für Gesprächsmitschriften und -zusammenfassungen.
Praktisch heißt das für dich: Bestellst du jetzt, bekommst du diese Funktionen noch nicht mitgeliefert. Siri AI startet mit watchOS 27 als Beta auf Englisch, im Oktober folgen Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch. Deutsch steht auf dieser Liste nicht.
Sensorik: das größte Hardware-Upgrade
Den deutlichsten Sprung macht die Gesundheitsmessung. Apple fasst die Sensoren der Ultra 4 unter dem System zur Gesundheitserkennung zusammen: elektrischer Herzsensor der dritten Generation, dauerhaft aktiver optischer Herzsensor, Blutsauerstoff- und Temperatursensor. Die Ultra 3 führt den optischen Sensor in der dritten Generation, den elektrischen ohne Generationsangabe.
Aus der neuen Sensorik ergeben sich drei Funktionen, die die Ultra 3 nicht bietet: die Herzfrequenzmessung im Hintergrund alle fünf Sekunden, die HFV bei Erholung als eigener Wert und der Tagesformwert von 0 bis 10, der Aktivität, Trainingsbelastung, Vitalzeichen und Schlafindex zusammenrechnet und daraus eine Empfehlung ableitet – Erholen, Kräfte einteilen, Bereit oder Leg los.

Alles andere aus dem Gesundheitsbereich – EKG, Blutsauerstoff, Schlafapnoe- und Bluthochdruck-Mitteilungen, Schlafindex, Zyklusprotokoll – gibt es auf beiden Modellen.
Laufzeit: acht Stunden mehr
| Angabe | Ultra 4 | Ultra 3 |
|---|---|---|
| Normale Nutzung | bis 50 Std. | bis 42 Std. |
| Stromsparmodus | bis 84 Std. | bis 72 Std. |
| Outdoor-Training | bis 18 Std. | – |
| Verlängertes Training | bis 25 Std. | – |
| Maximal verlängertes Training | bis 45 Std. | – |
| 15 Minuten Laden | bis 18 Std. Nutzung | bis 12 Std. Nutzung |
| 5 Minuten Laden | bis 10 Std. Schlaferfassung | bis 8 Std. Schlaferfassung |
| Gewicht (Natur/Schwarz) | 63,0 / 63,1 g | 61,6 / 61,8 g |
Die acht zusätzlichen Stunden bei normaler Nutzung entsprechen einem Plus von rund 19 Prozent. Für die Trainingsmodi nennt das Ultra-3-Datenblatt keine Werte, ein direkter Vergleich ist dort nicht möglich.
Spürbarer als die reine Laufzeit dürfte im Alltag das schnellere Nachladen sein: Eine Viertelstunde am Ladegerät bringt 18 statt 12 Stunden. Bezahlt wird der Zugewinn mit 1,4 Gramm mehr Gewicht.
Preise und Armbandvarianten
Der Einstieg liegt bei beiden Generationen bei 899 Euro, in jedem Fall mit Mobilfunk – eine reine GPS-Version gibt es in der Ultra-Reihe nicht. Bei der Ultra 4 staffelt Apple darüber hinaus nach Armband.
| Ausführung | Preis |
|---|---|
| Alpine Loop, Trail Loop oder Ocean Armband | 899 Euro |
| Milanaise Armband | 999 Euro |
| Hermès mit Scub’H Diving oder En Mer | 1.699 Euro |
| Hermès mit Grand H Titane | 3.499 Euro |
Dass der Preis steht, ist in diesem Jahr keine Selbstverständlichkeit: Speicher ist das Bauteil, das die Gerätepreise nach oben treibt. Bei der Uhr hat Apple den Arbeitsspeicher verdoppelt und den Preis trotzdem gehalten.
Unverändert bleibt auch die Satellitenfunktion. Notruf SOS und „Wo ist?“ über Satellit sind nach der Aktivierung zwei Jahre kostenlos, und zwar für Ultra 3 und neuer. Wer von der Ultra 3 wechselt, verliert dabei nichts.
Für wen sich der Wechsel rechnet
Von der Ultra 3 auf die Ultra 4 ist das kein Pflichtprogramm. Die Uhr sieht gleich aus, misst gleich hell, hält gleich viel aus. Was bleibt, sind acht Stunden Laufzeit, schnelleres Laden und eine Gesundheitsmessung, die deutlich engmaschiger arbeitet. Für alle, die den Tagesformwert und die Erholungsdaten wirklich nutzen, ist das ein Argument – für alle anderen ein Komfortgewinn, den ein Jahr Wartezeit nicht schlechter macht.
Deutlich klarer fällt die Rechnung von der Ultra 2 oder älter aus, und ebenso für Neueinsteiger: Zum selben Preis gibt es die neuere Sensorik, den doppelten Arbeitsspeicher und die längere Laufzeit. Wer ohnehin zwischen den Generationen schwankt, rechnet am besten den Restwert der alten Uhr gegen den Neupreis – bei identischem Einstiegspreis entscheidet allein diese Differenz.
Die Wette auf die Zukunft steckt im Arbeitsspeicher. Er ist für Funktionen da, die erst später im Jahr kommen und zunächst auf Englisch laufen. Unsere Erwartung: Die Ultra 4 bleibt dadurch länger auf dem aktuellen Funktionsstand als die Ultra 3, deren 2 GB bei denselben Audio-Funktionen die engere Grenze setzen.
Alle Ultra-Modelle sind ausschließlich mit Mobilfunk zu haben. Was das im Alltag bedeutet und wann sich die zusätzliche Verbindung lohnt, steht im Vergleich zwischen Apple Watch mit GPS und mit Cellular.
Wechselst du wegen der acht Stunden mehr Laufzeit – oder wartest du ab, bis die neuen Audio-Funktionen auch auf Deutsch laufen? Schreib uns in die Kommentare, wo bei dir die Grenze verläuft.
Häufige Fragen: Apple Watch Ultra 4 vs. Ultra 3
Wer die Erholungsdaten und den Tagesformwert nutzen will, bekommt mit dem neuen System zur Gesundheitserkennung einen echten Grund. Für alle anderen bleiben acht Stunden mehr Laufzeit und schnelleres Nachladen – angenehm, aber kein Muss nach nur einem Jahr.
Ja. Beide Modelle haben ein 49-mm-Gehäuse mit unverändertem Befestigungssystem und sind für Handgelenke von 130 bis 210 Millimetern ausgelegt. Alpine Loop, Trail Loop, Ocean Armband und Milanaise lassen sich weiterverwenden.
Nein. Höhe, Breite und Tiefe sind mit 49 × 44 × 12 Millimetern identisch, das Titangehäuse gibt es weiterhin in Natur und Schwarz. Das Display bringt dieselben 422 × 514 Pixel bei 3.000 Nits hinter flachem Saphirglas. Die Ultra 4 wiegt 1,4 Gramm mehr.
Ja. Apple gibt watchOS 27 ab dem 14. September für die Apple Watch Series 9 und neuer, die SE 3 und die Ultra 2 und neuer frei. Die Ultra 3 bleibt damit auf dem aktuellen Softwarestand, unabhängig vom Chipwechsel.
Apple bietet Tagesform auf der Apple Watch Series 12 und der Apple Watch Ultra 4 an und führt den Wert auf das neue System zur Gesundheitserkennung und den S11 Chip zurück. Die Ultra 3 arbeitet mit dem S10 und der Sensorik der Vorgängergeneration.
Nein. Die gesamte Ultra-Reihe ist ausschließlich mit Mobilfunk zu haben, das war bei der Ultra 3 genauso. Notruf SOS und „Wo ist?“ über Satellit sind nach der Aktivierung zwei Jahre kostenlos, und zwar für Ultra 3 und neuer.
Zum Verkaufsstart nicht. Siri AI läuft mit watchOS 27 zunächst als Beta auf Englisch, im Oktober kommen Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch dazu. Die Audio-Funktionen rund um Geräuscherkennung und Gesprächszusammenfassungen kündigt Apple für später im Jahr an.



