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Rekorde beim iPhone und bei den Services, ein Mac-Plus von 24 Prozent, dazu Speicherpreise, die Apple selbst beispiellos nennt: Die Quartalskonferenz lieferte deutlich mehr als die Pressemitteilung. John Ternus, Kevan Parekh und erstmals auch Sabih Khan beantworteten die Fragen von zehn Analysten. Hier steht alles Wichtige an einem Ort.
Apple hat das Geschäftsjahr 2026 mit dem besten September-Quartal seiner Geschichte beendet. Die Eckdaten des vierten Quartals stehen in Apples Mitteilung, die Aussagen der Konferenz im Transkript.
Im Mittelpunkt standen der Ausblick auf das Dezember-Quartal, Ternus’ erste Konferenz als CEO, der Engpass beim iPhone Duo, das schwächere Wachstum der Services und der gestiegene Forschungsetat.
Das Wichtigste in Kürze
- Umsatz 114,48 Milliarden Dollar, Gewinn je Aktie 2,10 Dollar, Geschäftsjahr mit dem Rekord von 478,83 Milliarden Dollar.
- Der Mac wächst um 24 Prozent, getragen von MacBook Neo und MacBook Pro. iPad und Wearables verlieren.
- Ohne Zoll-Rückerstattungen fiel die Marge gegenüber dem Vorquartal um rund einen Punkt, vollständig wegen Speicher.
- Für das Dezember-Quartal erwartet Apple Engpässe bei Mac und iPad, wiederum vor allem wegen Speicher.
- Die Abnahmeverpflichtungen stiegen in einem Quartal um 33 Milliarden Dollar.
Die Kennzahlen auf einen Blick
| Kennzahl | Q4 2026 | Q4 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 114,48 Mrd. $ | 102,47 Mrd. $ | +11,7 % |
| Produkte | 82,90 Mrd. $ | 73,72 Mrd. $ | +12,5 % |
| Services | 31,57 Mrd. $ | 28,75 Mrd. $ | +9,8 % |
| Nettogewinn | 30,71 Mrd. $ | 27,47 Mrd. $ | +11,8 % |
| Gewinn je Aktie | 2,10 $ | 1,85 $ | +13,5 % |
| Bruttomarge gesamt | 47,9 % | 47,2 % | +0,7 Punkte |
| Bruttomarge Produkte | 37,2 % | 36,2 % | +1,0 Punkte |
| Bruttomarge Services | 76,0 % | 75,3 % | +0,7 Punkte |
| Betriebsausgaben | 19,19 Mrd. $ | 15,91 Mrd. $ | +20,6 % |
Die operative Kapitalerzeugung lag bei 28,1 Milliarden Dollar. Gesamt- und Produktmarge enthalten rund einen Prozentpunkt aus Zoll-Rückerstattungen, der Gewinn je Aktie 5 Cent. Nettogewinn und Gewinn je Aktie wären laut Parekh auch ohne die Rückerstattungen Rekorde für ein September-Quartal gewesen.
iPhone: Rekord für ein September-Quartal
Das iPhone kam auf 57,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 17 Prozent trotz Engpässen und Wechselkursbelastung. In den USA und in Großchina wuchs es stark zweistellig. Apple meldet für das September-Quartal einen Rekord bei Kunden, die ihr iPhone erneuern, weltweit sowie in den USA, auf dem chinesischen Festland und in Indien.
Über das gesamte Geschäftsjahr war es das beste iPhone-Jahr, weltweit und in jeder Region. Laut einer Umfrage von Worldpanel gehörte das iPhone zu den meistverkauften Modellen in den USA, in den Städten Chinas, in Indien, Großbritannien, Deutschland, Australien und Japan.
Mac: Noch nie so viele Geräte in einem Geschäftsjahr
Der Mac legte um 24 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar zu, ebenfalls trotz Engpässen. Parekh nennt MacBook Neo und MacBook Pro als Treiber, in Schwellenländern gab es Rekorde bei Kunden, die ihren Mac erneuern, und bei Neukunden. Ein Rekord für das September-Quartal gelang auch bei Kunden, die erstmals einen Mac kaufen.
Ternus sagte, Apple habe noch nie so viele Macs in einem Geschäftsjahr verkauft. Laut IDC gewann Apple im Quartal und im Geschäftsjahr weltweit Marktanteile.
iPad und Wearables: Schwieriger Vorjahresvergleich
Das iPad fiel um 10 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar. Als Gründe nennt Parekh die Engpässe und den Vorjahresvergleich mit dem Start des iPad mit A16. Mehr als die Hälfte der Käufer war neu beim iPad.
Wearables, Home und Zubehör verloren 8 Prozent auf 8,3 Milliarden Dollar, hier nennt Parekh den Vergleich mit dem Start von Apple Watch SE 3 und AirPods Pro 3 im Vorjahr. Auch hier war mehr als die Hälfte der Apple-Watch-Käufer neu.
Regionen: China holt auf
Rekorde für ein September-Quartal gab es in Amerika, Europa, Großchina und im übrigen Asien-Pazifik-Raum, dazu einen Allzeitrekord in Indien. Großchina wuchs um 21 Prozent, im gesamten Geschäftsjahr um 28 Prozent.
Laut einer von Ternus genannten Worldpanel-Umfrage waren die drei meistverkauften Smartphones in den Städten Chinas iPhone-Modelle. Nach Counterpoint waren MacBook Air und MacBook Neo im September-Quartal in China die beiden meistverkauften Laptops, der Mac mini der meistverkaufte Desktop-Rechner.
Das Segment Europa kam auf 32,01 Milliarden Dollar, ein Plus von 11,5 Prozent. Deutschland weist Apple nicht einzeln aus.
Services: App Store auf Vorjahreshöhe
Der Wechselkurs erklärt laut Parekh rund vier Prozentpunkte des Rückgangs beim Wachstum zwischen März- und September-Quartal, im Dezember-Quartal kommt ein weiterer halber Punkt dazu.
Der App Store lag im September-Quartal auf dem Niveau des Vorjahres. Die Zahl der bezahlten Abos für Drittanbieter-Apps erreichte einen Rekord mit zweistelligem Wachstum, Mobile Gaming bremste dagegen weiter und soll das auch im Dezember-Quartal tun. Dazu kommen geänderte Geschäftsmodelle in einzelnen Ländern und in den USA die gerichtliche Vorgabe zu Weiterleitungen aus Apps.
Pro Woche besuchten im Schnitt fast eine Milliarde Menschen den App Store, ein Rekord. Beim Video verwies Ternus auf die Emmys: „Widow’s Bay“ gewann 14 Preise, insgesamt stehen Apple-TV-Produktionen bei mehr als 900 Auszeichnungen und über 3.800 Nominierungen. Apple Pay ist in mehr als 90 Märkten verfügbar und startete zuletzt in Indien.
Speicher und Marge: Beispiellose Preise
Ohne die Rückerstattungen ging die Marge gegenüber dem Juni-Quartal um rund einen Punkt zurück, laut Parekh vollständig wegen Speicher. Dabei wirkten bereits drei Gegenmittel: ältere Bestände, günstigere andere Bauteile und die Preiserhöhungen, die Apple nach seinen Worten nur widerwillig vorgenommen hat.
Über das Dezember-Quartal hinaus erwartet Ternus weiter steigende Speicherpreise, und der Vorteil aus den Beständen nehme mit der Zeit ab. Die Rückerstattungen sind laut Parekh inzwischen weitgehend eingegangen.
Zur Frage, wie Käufer auf die höheren Preise reagieren, sagte Parekh, es sei dafür noch zu früh. iPad und Mac seien seit der Preisänderung knapp gewesen, und beim iPhone sei sie erst im September erfolgt.
Lieferkette: Engpass wandert zum Speicher
COO Sabih Khan beschrieb die Engpässe im September-Quartal als Folge hoher Nachfrage und geringerer Flexibilität in der Lieferkette, vor allem bei den modernsten Fertigungsstufen. Das entspanne sich mit dem Wechsel auf 2 Nanometer.
Im Dezember-Quartal erwartet er Engpässe bei Mac und iPad, vor allem wegen Speicher. Zur Zeit danach gibt Apple keinen Ausblick. Die Abnahmeverpflichtungen für die Fertigung stiegen laut Ternus von Juni bis September um 33 Milliarden Dollar, um die Versorgung zu verbessern. Die Zahl soll im Jahresbericht stehen.
Siri AI: Was die Funktion kostet
Siri beantwortet laut Ternus täglich mehr als zweieinhalb Milliarden Anfragen, diese Zahl hatte Apple bereits im September genannt. Sie umfasst auch klassische Siri-Anfragen, einen Anteil von Siri AI nannte Apple nicht.
Die Cloud-Kosten laufen über die Kosten der Services. Wie schon bei Karten, Siri und iCloud stellt Apple zudem einen Teil des Geräteumsatzes zurück und verteilt ihn über die Lebensdauer des Geräts, ab dem Dezember-Quartal auch für Siri AI. Beides wirkt sich laut Parekh auf die Marge aus. Den Mix aus Gerät und Cloud könne man noch nicht abschätzen, sagte er.
Wer mehr serverseitige Nutzung will, soll laut Ternus künftig erweiterten Zugang kaufen können. In der EU ist Siri AI unter iOS, iPadOS und watchOS derzeit nicht verfügbar, die Schweiz ist davon ausgenommen. Deutsch gehört noch nicht zu den Sprachen.
Unternehmen und Schulen
Ternus nannte als Beispiel den nach seinen Worten größten Bildungsauftrag für den Mac: 170.000 MacBook Neo, die das Bildungsministerium der Philippinen an Lehrkräfte und Personal ausgibt.
Bei Firmen nannte Parekh American Airlines mit über 37.000 iPhone 17 für Flugbegleiter und 25.000 iPads für Piloten und Mechaniker. Gap nutzt Mac mini für KI gegen Diebstahl in Hunderten Filialen, Christie’s lässt lokale Modelle auf dem Mac Studio laufen. An der Duke Health gab es die erste Hüftarthroskopie mit Apple Vision Pro und einer von der FDA zugelassenen App von Stryker.
Kapital und Aktionäre
Apple beendete das Quartal mit 137 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln und Wertpapieren sowie 80 Milliarden Dollar Schulden. An die Aktionäre flossen 28 Milliarden Dollar, davon 24 Milliarden über Aktienrückkäufe und 3,9 Milliarden über Dividenden. Die Dividende von 0,27 Dollar je Aktie wird am 16. November gezahlt.
Eine Nachfrage galt dem aufgegebenen Ziel, die Nettoliquidität auf null zu bringen. Parekh sagte, Apple bewerte Bargeld und Schulden nun unabhängig voneinander, bleibe aber bei seiner Grundlinie: investieren, was nötig ist, und den Überschuss an die Aktionäre zurückgeben.
Fertigung in den USA
Ternus verwies auf das Programm für die Fertigung in den USA. Perryman liefert Titan für das iPhone Duo, Qnity Electronics fertigt die Technik für die variable Blende im iPhone 18 Pro. Fast 100 Bauteile der neuen iPhones kommen von US-Firmen aus mehr als einem Dutzend Bundesstaaten, die Zusage von 600 Milliarden Dollar in vier Jahren gilt weiter.
Der Ausblick im Überblick
| Kennzahl | Dezember-Quartal |
|---|---|
| Umsatz | +7 bis +10 %, bestes Quartal der Firmengeschichte |
| Services | +8 bis +9 % |
| Bruttomarge | 45–46 % |
| Betriebsausgaben | 20,4–20,8 Mrd. $ |
| Sonstige Erträge | rund 300 Mio. $ |
| Steuerquote | rund 17 % |
Das Wachstum der Betriebsausgaben von 11 bis 13 Prozent bezeichnet Parekh als vor allem von Forschung und KI getrieben. Die Prognose bildet laut Apple ein begrenztes Angebot ab.
Starkes Jahr, teurer Winter
Ich sehe in dieser Konferenz vor allem einen Konzern, der sehr gut verkauft und gleichzeitig offen sagt, dass die Speicherpreise beispiellos sind und weiter steigen. Für Käufer im deutschsprachigen Raum sind die Engpässe bei Mac und iPad die direkteste Folge. Ab dem 6. November kommen dort neue Modelle in den Handel, und wer ein bestimmtes Gerät will, sollte nicht zu lange warten.
Welche Aussage aus der Konferenz hat dich am meisten überrascht, der Mac-Rekord, die Speicherpreise oder das nachlassende Services-Wachstum? Erzähl uns in den Kommentaren, was dich am meisten beschäftigt hat.





