Sechs Systeme, ein Termin: iOS 27, iPadOS 27, macOS 27 Golden Gate, watchOS 27, tvOS 27 und visionOS 27 stehen ab sofort zum Download bereit. Das größte Versprechen der Ankündigung erreicht deutsche iPhones allerdings nicht – und bei der Apple Watch fällt diesmal mehr weg als in den Jahren davor.
Apple hatte den Termin auf der Keynote am 9. September bestätigt und liefert die neuen Systemversionen seit heute als kostenlose Updates aus. Vorbereitet war der Schritt seit dem Release Candidate vom Keynote-Abend, der bei den großen Generationen in aller Regel die Fassung ist, die auch final ausgeliefert wird. Wie groß das Update ausfällt, hängt diesmal weniger vom Gerät ab als davon, wo es genutzt wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Updates stehen seit dem 14. September für iPhone, iPad, Mac, Apple Watch, Apple TV und Apple Vision Pro bereit
- Siri AI startet als englischsprachige Beta, in der EU aber nicht auf iPhone, iPad und Apple Watch – Mac und Vision Pro sind ausgenommen
- Apple Intelligence bleibt davon unberührt und spricht weiterhin Deutsch
- Beim iPhone fällt kein einziges Modell aus der Unterstützung, bei der Apple Watch dagegen fünf und beim Apple TV zwei
- Zwei angekündigte Funktionen fehlen zum Start und kommen erst mit einem späteren Update
Sechs Systeme, ein Termin – und diese Geräte bekommen das Update
Apple liefert die gesamte Reihe am selben Tag aus. Beim iPhone bleibt die Unterstützung unverändert: Jedes Gerät, auf dem heute iOS 26 läuft, bekommt auch iOS 27. Auf dem Mac ist der Schnitt dagegen endgültig – macOS 27 Golden Gate läuft ausschließlich auf Apple-Silicon-Rechnern.
| System | Unterstützte Geräte |
|---|---|
| iOS 27 | iPhone 11, iPhone SE (2. Generation) und alle neueren Modelle bis iPhone Duo und iPhone 18 Pro Max |
| iPadOS 27 | iPad Pro (4. Generation und neuer, M1 und neuer), iPad Air (4. Generation und neuer), iPad (9. Generation und neuer), iPad mini (6. Generation und neuer) |
| macOS 27 | MacBook Neo, MacBook Air und MacBook Pro mit Apple Chip ab 2020, iMac ab 2021, Mac mini ab 2020, Mac Studio ab 2022, Mac Pro (2023) |
| watchOS 27 | Apple Watch SE 3, Series 9, 10, 11 und 12, Ultra 2, Ultra 3 und Ultra 4 – gekoppelt an ein iPhone 11 oder neuer mit iOS 27 |
| visionOS 27 | Apple Vision Pro |
| tvOS 27 | Apple TV 4K (2. Generation und neuer) |
| HomePod-Software 27 | HomePod (1. und 2. Generation), HomePod mini |
Am Tag der Freigabe sind Apples Server stark belastet, entsprechend oft bleibt der Download hängen oder das iPhone meldet einen Fehler beim Vorbereiten. Die häufigsten Probleme beim Installieren eines Updates und was dagegen hilft sind dabei seit Jahren dieselben.
Zu tvOS 27 und zur HomePod-Software führt Apple keine Vorschauseite. Beide erscheinen trotzdem am selben Tag wie der Rest der Reihe, so wie in den Jahren zuvor auch: Die öffentliche Beta kam im Juli gemeinsam mit den übrigen Systemen heraus, samt neuer AirPods-Firmware.
Was auf jedem unterstützten Gerät ankommt
Der größte Teil des Updates hängt nicht am Modelljahr. Liquid Glass bekommt eine gleichmäßigere Lichtbrechung und mehr Kontrast, die App-Symbole sind schärfer gezeichnet, und ein neuer Regler stellt die Oberfläche stufenlos zwischen ultraklar und komplett durchgefärbt ein. Auf dem Mac kommen einheitliche Symbolleisten, Seitenleisten bis an den Fensterrand und überarbeitete Menüleistensymbole dazu.
Beim Tempo nennt Apple konkrete Werte: App-Starts bis zu 30 Prozent schneller, neue Fotos laden bis zu 70 Prozent schneller in die Mediathek, AirDrop-Übertragungen laufen bis zu 80 Prozent schneller.
Auf dem iPad zählt ein anderer Wert: Das Übertragen von Dateien auf ein externes Laufwerk soll bis zu fünfmal schneller laufen.
Dazu kommen Verbesserungen, die quer durch die Systeme laufen: der weichere Wechsel zwischen WLAN und Mobilfunk, ein neues Ranking in der Mail-Suche, geteilte iCloud-Alben in voller Auflösung samt Zugang für Android- und Windows-Nutzer über iCloud.com, automatisch erzeugte Untertitel für jedes Video samt Übersetzung und ein Equalizer für die AirPods. Die Zyklusprotokoll-App weist auf iPhone und Apple Watch künftig auf Muster hin, die auf eine Perimenopause hindeuten – laut Apple ausschließlich für Personen ab 40 Jahren.
Kindersicherung als eigener Schwerpunkt
Den zweitgrößten Block des Updates bildet der Jugendschutz, den Apple bereits im Juni angekündigt hatte. Im Systemassistenten legen Eltern fest, welche Systemapps ein Kind überhaupt nutzen darf, und erweitern die Auswahl später per Kaufanfrage. Neu ist die Surfanfrage: Kinder müssen die Freigabe für eine noch unbekannte Website anfordern, Eltern sehen die Anfrage in Nachrichten und entscheiden dort.
Die Voraussetzungen sind allerdings eng gesteckt: Die Surfanfrage arbeitet in Safari und anderen WebKit-Browsern unter iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27, und zwar erst nach einer Aktualisierung der Bildschirmzeit. Ist sie aktiv, zeigt watchOS nur noch freigegebene Seiten an. Die Genehmigung neuer Kontakte über Nachrichten unterstützen iPhone, iPad und Mac.
Nutzungszeiten lassen sich künftig je Kategorie vergeben – Entertainment, Games und Social Media getrennt –, dazu kommen Zeitpläne für einzelne Wochentage. Die Kommunikationssicherheit greift zusätzlich vor blutigen und gewalttätigen Inhalten in geteilten Bildern und Videos, nicht mehr nur bei Nacktheit.
Apple Intelligence in den Apps: ab iPhone 15 Pro
Alles, was Apple unter Apple Intelligence führt, setzt deutlich neuere Hardware voraus. Unterstützt werden alle iPhone-16-Modelle und neuer, iPhone 15 Pro und 15 Pro Max, iPad mini (A17 Pro), iPads ab M1, MacBook Neo, Macs ab M1, Apple Vision Pro ab M2, Apple Watch Series 9 und neuer, Ultra 2 und neuer sowie die Apple Watch SE 3 mit einem gekoppelten iPhone in Reichweite.
In der Fotos-App richtet die Räumliche Neuausrichtung den Bildausschnitt nachträglich neu aus, die Erweitern-Funktion vergrößert ein Motiv über seine ursprünglichen Grenzen hinaus, und das überarbeitete Bereinigen entfernt größere Objekte. Image Playground erzeugt Bilder in nahezu jedem Stil, ausdrücklich auch fotorealistisch. Safari gruppiert Tabs automatisch nach Themen, und „Mitteilung an mich“ überwacht eine Seite auf Preisänderungen oder neue Lagerbestände. Kurzbefehle entstehen auf Zuruf aus einer Beschreibung.

Zwei Punkte aus diesem Block fehlen zum Start, wie wir bereits vor der Freigabe berichtet haben: Die Passwörter-App soll kompromittierte Zugangsdaten selbstständig austauschen, und Nachrichten soll Vorschläge aus dem Gesprächskontext anbieten. Beide tragen auf Apples Seiten den Vermerk, dass sie erst mit einem künftigen Softwareupdate kommen – die Vorschläge zusätzlich den Hinweis, dass sie auf Englisch starten. Dasselbe gilt für den Anrufkontext, der beim Telefonat mit einem Unternehmen passende Infos aus Mail oder Kalender einblendet.
Für die serverseitigen Funktionen gelten Tageslimits. Apple nennt Siri AI, die Foto-Werkzeuge, Image Playground und die Cloud-Modelle in Kurzbefehlen und schreibt dazu, dass ein erweiterter Zugang künftig kostenpflichtig sein wird – ein Punkt, der schon bei der Ankündigung der iCloud+-Staffelung angelegt war.
Siri AI startet – auf dem iPhone in der EU aber nicht
Der Kern der Ankündigung erreicht deutsche iPhones zum Start nicht. Siri AI wird in der EU zunächst nicht auf iOS, iPadOS und watchOS verfügbar sein, und Funktionen, die darauf aufbauen, fallen dort ebenfalls aus. macOS 27 und visionOS 27 sind von der Einschränkung ausgenommen: Auf Mac und Apple Vision Pro läuft Siri AI auch hier. Die Hintergründe haben wir im Erklärstück zum DMA und Siri AI aufgeschrieben.
Auf der deutschen iOS-27-Seite kommt Siri AI entsprechend nicht vor – weder die Siri-App noch der Siri-Modus in der Kamera oder die Stimmenanpassung. Die deutsche macOS-Seite stellt Siri AI dagegen an die erste Stelle, samt eigener App, Visueller Intelligenz auf dem Mac und anpassbarer Stimme.

Auch dort, wo Siri AI läuft, startet es eingeschränkt: als Beta, zunächst nur auf Englisch. Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch folgen im Oktober, für Deutsch nennt Apple keinen Termin. Nutzer unter 13 Jahren sind ausgeschlossen. Welche Funktionen daran hängen, steht in unserer Übersicht zu Siri AI in iOS 27.
Das Anpassen von Tempo und Ausdruck der Stimme ist zusätzlich an die Hardware gebunden: Apple nennt iPhone 18 Pro und 18 Pro Max, iPhone Duo, iPhone 17 Pro und 17 Pro Max sowie iPhone Air, dazu iPads ab M4 und Macs ab M3 mit jeweils mindestens 12 GB gemeinsamem Arbeitsspeicher und die Apple Vision Pro mit M5.
Nicht auf Siri AI angewiesen, aber ebenfalls regional begrenzt: iPhone Handoff, das zwei iPhones unter derselben Nummer verbindet. Die Funktion startet mit T-Mobile in den USA und der Telekom in Deutschland – Österreich und die Schweiz sind nicht dabei. Die Details stehen in unserem Artikel zu iPhone Handoff.
Die zweite EU-Lücke steckt in der Kamera
Weniger beachtet, aber genauso konkret: Apple Reference Image, das die Echtheit einer Aufnahme über signierte Sensordaten belegen soll, lässt sich in der EU zum Start nicht aufnehmen. Entwickeln und ansehen lassen sich Referenzbilder dagegen mit iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27. In China entfällt die Funktion aus regulatorischen Gründen ganz. Betroffen sind damit ausgerechnet die beiden neuen Pro-Modelle, deren Kamera Apple in der Keynote in den Mittelpunkt gestellt hat. Die Unterstützung für den Kennzeichnungsstandard SynthID reicht Apple ebenfalls erst mit einem späteren Update nach.
Wer verfolgen will, welche Funktionen hierzulande sonst noch fehlen, findet das gesammelt in unserer Übersicht zu den EU-Funktionslücken.
Apple TV und HomePod: Feinschliff statt Siri AI
Für das Wohnzimmer fällt das Update am kleinsten aus. Auf dem Apple TV bringt tvOS 27 eine überarbeitete Podcasts-App, intelligente Downloads, schnellere App-Starts, ein zügiger ladendes Kontrollzentrum, flüssigere Animationen, eine schnellere AirPlay-Verbindung und größere Textgrößen in den Bedienungshilfen. Eine vollständige Funktionsliste hat Apple dazu nie veröffentlicht – die bekannten Punkte stammen aus einer Folie der Keynote und aus den Entwicklerunterlagen.
Siri AI kommt hier nicht an, und zwar unabhängig vom Wohnort: In Apples Aufzählung der Systeme, auf denen die neue Assistenz als Beta läuft, tauchen Apple TV und HomePod nicht auf. Genannt sind ausschließlich iOS, iPadOS, macOS, watchOS und visionOS.
Zugleich hört bei tvOS 27 die Unterstützung für das Apple TV HD und das Apple TV 4K der ersten Generation auf. Für die HD-Fassung endet damit eine Serie von elf tvOS-Generationen über zehn Jahre – kein anderes Apple-Gerät hat je so lange große Updates bekommen.
Für die neuen Funktionen der Home-App ist die Aktualisierung der Lautsprecher mehr als eine Formalie. Das Zusammenfassen ähnlicher Aktivitätsmitteilungen, die Beschreibung von Kameraaufnahmen vor dem Ansehen und die Suche nach einem Clip in natürlicher Sprache setzen eine Heimzentrale mit dem jeweils neuesten Betriebssystem voraus – einen HomePod der zweiten Generation, einen HomePod mini oder ein Apple TV 4K, dazu ein passendes iCloud+-Abo. Wer die Zentrale nicht mitzieht, sieht die Funktionen trotz passendem iPhone nicht.
Fünf Apple-Watch-Modelle fallen aus der Unterstützung
Während beim iPhone kein Gerät wegfällt, zieht Apple die Grenze bei der Apple Watch spürbar nach oben. watchOS 26 lief noch auf der Series 6 und der Apple Watch SE (2. Generation). Die Liste zu watchOS 27 beginnt bei der Series 9 und der SE 3. Damit fallen Series 6, Series 7, Series 8, die SE (2. Generation) und die erste Apple Watch Ultra heraus – fünf Modelle auf einen Schlag, darunter mit der SE 2 ein Gerät, das Apple bis zum Herbst 2025 neu verkauft hat.
Inhaltlich bekommt die Apple Watch ein dynamisches App-Raster, eine Tipp-Geste zum Öffnen von Widgets im Smart Stapel, neue Vorschläge im Smart Stapel und eine überarbeitete „Wo ist?“-App mit Kartenansicht. Dazu kommen genauere Algorithmen für Läufe und Walks auf dem Laufband.
Was Mac, iPad und Vision Pro zusätzlich bekommen
Auf dem Mac gibt es Unterstützung für ultrabreite Displays mit 5K bei 120 Hz, eine gespeicherte Displayanordnung, das Aktualisieren per Wischgeste nach unten in Safari, Mail, Podcasts und Kalender sowie Kalendereinträge, die sich per Beschreibung anlegen und ändern lassen. Das iPad bekommt Fotodiashows mit anpassbaren Übergängen und eine schnellere Synchronisierung in Nachrichten.
Die Apple Vision Pro erhält gerundete Fenster, die neue Umgebung Thórsmörk, eine überarbeitete Übersicht für 3D-Modelle mit Anmerkungen, eine neue Verweilsteuerung für die Bedienung per Blick und eine bis zu dreimal schnellere WLAN-Verbindung nach dem Aufsetzen.
Warum das Update hierzulande kleiner ausfällt als angekündigt
Rechnet man zusammen, was in Deutschland, Österreich und der Schweiz tatsächlich ankommt, bleibt ein sehr solides Wartungsupdate: mehr Tempo, ein lesbareres Design, eine ernsthaft ausgebaute Kindersicherung und eine Reihe nützlicher Kleinigkeiten. Was fehlt, ist genau das, womit Apple das Update bewirbt. Auf dem iPhone bekommst du in der EU keine Siri-App, keinen Siri-Modus in der Kamera und kein Schreiben mit Siri – und wer die neue Assistenz ausprobieren will, braucht dafür einen Mac oder eine Apple Vision Pro und muss das Gerät auf Englisch umstellen.
Bemerkenswert ist, wie offen Apple damit umgeht: Die deutsche Produktseite bewirbt eine Funktion schlicht nicht, die in den USA die Überschrift trägt. Für die Schweiz gilt die EU-Einschränkung nicht, dafür fehlt dort iPhone Handoff – die Rechnung fällt also je nach Funktion unterschiedlich aus. Und weil zwei weitere Funktionen ohnehin erst später kommen, ist iOS 27 zum Start in keinem Markt vollständig.
Der Rest kommt in Etappen
Die nächste Marke ist iOS 27.1. Das iPhone Duo wird laut Apple mit dieser Version ausgeliefert, und der Konzern nennt für das faltbare Modell den 16. Oktober als Vorbestelltermin und den 23. Oktober als Verkaufsstart – womit sich der Zeitraum für das erste Punkt-Update recht genau eingrenzen lässt. Was dort erwartet wird, steht in unserem Artikel zum Erscheinungstermin von iOS 27.1. Wie viel von der Ankündigung im Juni am Ende tatsächlich ausgeliefert wurde, lässt sich an den acht Entwickler-Betas bis zum Release Candidate nachvollziehen.
Bis dahin bleibt die Frage, ob Apple und die EU-Kommission sich bewegen. Installierst du trotzdem sofort, oder wartest du erst ab, ob Siri AI hierzulande noch nachgereicht wird? Schreib uns in die Kommentare, wie deine Rechnung aussieht.



