Mit dem Start von Siri AI stellt Apple eine zusätzliche Frage: Dürfen Sprachaufnahmen und Texte künftig auch in das Training der eigenen Sprachmodelle einfließen? Die erhobenen Daten bleiben dieselben – was sich ändert, ist ihr Verwendungszweck.
Apple hat am 14. September ein Support-Dokument zu beiden Einstellungen veröffentlicht, zeitgleich mit der Auslieferung der neuen Systemreihe. Darin trennt der Konzern erstmals zwei Optionen voneinander: die bisherige Freigabe für Siri und die Diktierfunktion und eine neue, die zusätzlich das Training der Foundation Models abdeckt. Welche der beiden auf einem Gerät auftaucht, hängt davon ab, ob Siri AI dort überhaupt läuft – und genau das ist hierzulande die entscheidende Frage.
Das Wichtigste in Kürze
- Die neue Freigabe erscheint beim Einrichten von Siri AI mit den Optionen, Audio und Text zu teilen oder abzulehnen.
- Erhoben werden dieselben Daten wie bisher: Ausschnitte aus Anfragen an Siri, Diktat und Übersetzen samt Audio, Transkripten und zugehörigen Anfragedaten.
- Neu ist die Verwendung – die Daten dürfen nun auch zum Training der Foundation Models genutzt werden.
- Wer der alten Freigabe früher zugestimmt hat, wird beim Aktivieren von Siri AI erneut gefragt.
- In der EU startet Siri AI nicht auf iPhone, iPad und Apple Watch. Dort bleibt es bei der bisherigen Option.
Was sich zwischen den beiden Einstellungen unterscheidet
| Bisherige Freigabe | Neue Freigabe | |
|---|---|---|
| Wer bekommt sie zu sehen | alle Nutzer | Nutzer von Siri AI |
| Welche Daten | Audio, Transkripte und Anfragedaten aus Siri, Diktat und Übersetzen | dieselben |
| Wofür verwendet | Siri, Diktat und verwandte Sprachfunktionen | zusätzlich Training der Foundation Models |
| Nachträglich änderbar | ja | ja |
Die Zuordnung der Daten beschreibt Apple in beiden Fällen gleich: Sie hängen an einer zufällig erzeugten Gerätekennung, nicht am Apple Account und nicht an einer E-Mail-Adresse. Audioaufnahmen hört ausschließlich Apple-Personal ab, ein Teil der übrigen Stichproben geht an Bewerter. Für Werbeprofile werden die Daten nicht verwendet und an Dritte nicht verkauft.
Warum das auf deutschen iPhones vorerst keine Rolle spielt
Die neue Freigabe ist ausdrücklich an Siri AI gebunden. Da die Assistenz in der EU zunächst weder unter iOS noch unter iPadOS oder watchOS startet, erscheint die Abfrage auf dem iPhone hier gar nicht erst. Es bleibt bei der bisherigen Option für Siri und die Diktierfunktion.
Anders sieht es auf Mac und Apple Vision Pro aus: Dort läuft Siri AI auch in der EU, entsprechend taucht die neue Frage beim Einrichten auf. Wer die Assistenz also hierzulande ausprobiert, entscheidet dabei zugleich über die Trainingsfreigabe – und das an einem Gerät, an dem er sie womöglich nicht erwartet.
Wo die Einstellung liegt
Ändern lässt sich die Freigabe jederzeit über die Datenschutzeinstellungen im Bereich Analyse und Verbesserungen. Apple beschreibt den Weg für iPhone, iPad, Mac, Apple Watch, HomePod, Apple TV und Apple Vision Pro getrennt.
Zwei Sonderfälle sind dabei erwähnenswert: Auf der Apple Watch übernimmt die Einstellung den Stand des iPhones, mit dem sie eingerichtet wurde. Richtet jemand eine Uhr für ein Familienmitglied ein, ist die Freigabe standardmäßig aus – und lässt sich dort auch nicht ändern. Beim HomePod gilt dieselbe Übernahmelogik, beim Apple TV nur dann, wenn die Einrichtung über ein iPhone oder iPad lief.
Eine Zustimmung, die mehr abdeckt als früher
Die Unterscheidung ist feiner, als sie auf den ersten Blick wirkt. Bisher ging es darum, eine Assistenz zu verbessern, die auf dem eigenen Gerät läuft. Jetzt geht es zusätzlich um Modelle, die Apple über Geräte- und Nutzergrenzen hinweg trainiert und die in Funktionen landen, die mit Siri nichts zu tun haben.
Dass Apple die alte Zustimmung nicht stillschweigend weiterlaufen lässt, sondern erneut fragt, ist die richtige Entscheidung – und der Grund, warum die Abfrage auch Leuten begegnet, die glauben, das längst geklärt zu haben.
Praktisch bleibt der Hebel klein, solange die Assistenz hierzulande auf dem iPhone nicht läuft. Für Mac und Apple Vision Pro lohnt dagegen ein Blick in die Einstellungen, weil die Freigabe beim Einrichten mitläuft und dort schnell übersehen wird.
Gibst du Sprachaufnahmen für das Training von Apples Modellen frei, oder ziehst du bei Audio grundsätzlich die Grenze? Schreib uns in die Kommentare, wie du entschieden hast.



